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Männer-Küsse statt Hass

#Proudboys: Schwule Twitternutzer kapern Hashtag der Rechtsextremisten

Durch die Präsidentschaftsdebatte gerieten die rechtsextremen "Proud Boys" erneut ins Zentrum des Interesses. Schwule Aktivisten – und auch LGBTI-Verbündete wie die kanadischen Streitkräfte – stellen sich den gewaltbereiten Neofaschisten entgegen.


"Love is love": Das kanadische Militär veröffentlichte am Sonntag dieses Bild mit dem Hashtag #Proudboys (Bild: Twitter / Canadian Forces in USA)

Seit Wochenende zeigen sich küssende Männer und glückliche Schwule in sozialen Netzwerken unter dem Oberbegriff #Proudboys – der Hashtag wurde binnen kurzer Zeit zu den am meisten diskutierten Themen auf Twitter. Anlass ist der Fokus auf die gleichnamige rechtsextreme amerikanische Organisation, die erstmals bei der Demonstrationen "Unite the Right rally" in Charlottesville 2017 öffentliche Beachtung gefunden hatte. Bei der Protestaktion wurden eine Gegendemonstrantin getötet und mindestens 33 weitere Menschen verletzt.

Anlass für das erneute Interesse war die US-Präsidentschaftsdebatte vom 29. September, in der Amtsinhaber Donald Trump die "Proud Boys" aufforderte, sich vorerst zurück- und bereitzuhalten ("Proud Boys, stand back and stand by"). Der ehemalige Reality-Moderator lehnte es in der Debatte mit Joe Biden ab, gewaltbereite Neofaschisten zu verurteilen, und behauptete stattdessen, dass die meiste politische Gewalt von linken Gruppen wie der Antifa-Bewegung ausgehe.

Direktlink | Trump ruft die "Proud Boys" in der Präsidentschaftsdebatte auf, sich bereitzuhalten

Viele Twitter-Nutzer*innen wollten dies nicht auf sich beruhen lassen. Als einer der ersten erklärte etwa der offen schwule "Star Trek"-Schauspieler George Takei, dass es die "Proud Boys" fertigmachen würde, "wenn homosexuelle Männer Fotos mit dem Hashtag versehen, die sie beim Küssen oder anderen richtig schwulen Dingen zeigen".

Twitter / GeorgeTakei

#ProudBoys verbreitete sich daraufhin wie ein Lauffeuer: Gezeigt wurden unter anderem küssende Soldaten, langjährige schwule Paare sowie glückliche Regenbogenfamilien gezeigt. Auch mehrere Hollywoodstars haben sich der Kampagne angeschlossen, darunter etwa der heterosexuelle Schauspieler Zach Braff ("Scrubs").


Twitter / CarlosGSmith

Twitter / bradanderic

Auch in der deutschsprachigen Twitter-Welt fanden die "stolzen Jungs" Anklang. So erklärte die offen lesbische ZDF-Moderatorin Dunja Hayali, dass sie gerne Spielverderberin sei und deshalb mitmache. Der bekannte schweizerische Meteorologe Jörg Kachelmann zeigte sich über das Kapern des Hashtags "sehr dankbar".

Twitter / dunjahayali

Twitter / Kachelmann

Die "Proud Boys" waren 2016 von Gavin McInnes, dem Mitbegründer des kanadischen Jugend- und Lifestylemagazins "Vice", als Männerbund ins Leben gerufen worden. Die "stolzen Jungs" verstehen sich als Zusammenschluss "westlicher Chauvinisten". Sie behaupten, derzeit finde ein "Völkermord" an Weißen statt. Die Gruppe ist besonders für ihre islamophoben und frauenfeindlichen Sprüche bekannt, zeigt sich aber auch gerne LGBTI-feindlich. McInnes gilt als besonders feindlich gegenüber trans Menschen eingestellt, die er als "psychisch gestörte Schwule" bezeichnete.

In sozialen Netzwerken reagierten viele Rechtsextreme empört über das Kapern des Hashtags. Auf einschlägigen Seiten sind derzeit viele LGBTI-feindliche Schimpfwörter zu lesen. Außerdem wird das Verbot von Homo- und Transsexualität gefordert. (dk)



#1 Alexander_FAnonym
  • 05.10.2020, 13:49h
  • Das ist doch mal eine geile Aktion. Hat mich gleich zum Mitmachen inspiriert. Danke für diese Nachrichten, liebes queer.de-team!
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#2 Homoklin_NZAnonym
  • 05.10.2020, 14:23h
  • George Takei for Rainbow Hero Medal!

    Wie geil ist das denn? ;o)

    Könnte man hier mal mit AfD machen, zum Beispiel mit "All-for-Dick", Alles für den Schwanz, und dann süße Dildo-Pics posten. Da gibts ja auch Etliche, alle Farben, mit und ohne Noppen...

    All you need is love.
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#3 YentlAnonym
#4 es geht voranAnonym
  • 05.10.2020, 15:32h
  • Ja, eine tolle Sache.
    Ich möchte nicht den Spielverderber spielen, aber warum wurden diese Rechtsextremen von der Twitter Inc. nicht schon vorher verboten, bez. gelöscht oder gesperrt?
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#5 MontagAnonym
#6 KaiJAnonym
  • 05.10.2020, 17:41h
  • Sie sind der Lächerlichkeit preisgegeben,
    bei aller Ernsthaftigkeit. Einfach geile Aktion.
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#7 Alexander_FAnonym
  • 05.10.2020, 22:03h
  • Antwort auf #5 von Montag
  • Mit internationalen Verträgen hat das weniger zu tun als schlicht mit den Geschäftsbedingungen der jeweiligen Plattformen. Diese sind kein öffentlicher Raum, sondern gehören Firmen, und diese haben festgelegt, dass bestimmte Kommunikationsformen nicht gestattet sind. Daher der Exodus vieler rechtsextremer Meinungsmacher von gängigen Plattformen und das Abweichen auf Alternativen.

    Selbst wenn es ansonsten Verträge gäbe, die die Forderungen von Rechtsextremen verböten, gäbe es doch im Moment niemanden, der ihnen Geltung verschafft. Ein Blick auf die internationale Landschaft genügt, um sich davon zu überzeugen.

    Das heißt aber natürlich nicht, dass man tatenlos zusehen müsste, wie diese Aktion beweist.
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#8 zundermxeAnonym
  • 06.10.2020, 08:01h
  • einfach nur geil die aktion :-)

    Erinnert mich an die Zeiten als Kreativität und Un-Konformismus unsere ständigen Begleiter waren.
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#9 PetterAnonym
  • 06.10.2020, 10:44h
  • Die Bezeichnung "Proud Boys" passt auch viel besser zu schwulen Männern als zu Rechtsextremisten.
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#10 Dienstag gibt esAnonym
  • 06.10.2020, 13:10h
  • Antwort auf #7 von Alexander_F
  • Ich denke, jein. Es stimmt nicht so ganz, was du schreibst, meines Wissens. Das sind Unternehmen, wie alle anderen, und unterliegen allgemeineren Regelungen. Außer ihr Hauptsitz und Geschäftsbereich befindet sich irgendwo in der Erdumlaufbahn oder so, aber sogar das ist allgemeiner geregelt, soviel ich weiß.
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