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"Ruhe in Frieden, Meister"

Kenzo Takada nach Corona-Infektion gestorben

Der japanischstämmige Modeschöpfer starb am Wochenende in seiner Wahlheimat Frankreich – genau drei Jahrzehnte nach dem Tod seiner großen Liebe.


Kenzo Takada wurde 81 Jahre alt

Der renommierte Modeschöpfer Kenzo Takada ist tot. Er starb im Alter von 81 Jahren in Neuilly-sur-Seine bei Paris an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung – das berichtete am Sonntag zunächst die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Sprecher.

Später bestätigte das von Kenzo gegründete Modehaus den Todesfall auf Twitter. Takada stammte aus Japan, machte aber fast seine gesamte Designer-Karriere in der glamourösen Fashionmetropole Paris. Sein Vorname wurde dabei zu einer weltweit bekannten Marke.

"Kenzo Takada ist am Sonntag, 4. Oktober, im Amerikanischen Krankenhaus von Neuilly-sur-Seine an den Folgen von Covid-19 gestorben", zitierte die Agentur eine Erklärung des Sprechers. "Ruhe in Frieden, Meister", schrieb das Modehaus Kenzo. "Was für ein Gestalter!", teilte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo mit. Kenzo habe der Farbe und dem Licht Platz in der Mode gegeben. "Paris trauert heute um einen seiner Söhne", so die Sozialistin.

Twitter / kenzo

Takada war lange Jahren mit dem Architekten Xavier de Castella liiert, den er in vielen Interviews als Liebe seines Lebens beschrieb – de Castella verstarb 1990 an den Folgen einer Aids-Erkrankung. Zuletzt erklärte Takada 2018, dass er sich gerne erneut verlieben würde, und sprach darüber, wie schwer der frühe Tod seines Lebenspartners gewesen sei. "Das ist eine Wunde, die nie geheilt ist. Ich denke viel darüber nach. Ich habe viele dumme Sachen in meinem Leben gemacht. Wenn er an meiner Seite gewesen wäre, hätte ich weniger Blödsinn angestellt."

Nach dem Schicksalsschlag verkaufte Takada seine Marke 1993 an den französischen Luxuskonzern LVMH des Milliardärs Bernard Arnault. Der Unternehmer teilte am Abend mit, er sei sehr betrübt über den Tod des Modeschöpfers, der viele Designer inspiriert habe. 1999 zog der Modeschöpfer sich endgültig zurück. Zehn Jahre später ließ er seine Kunstsammlung mit etwa 1.300 Stücken für knapp zwei Millionen Euro versteigern.

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Modeimperium aus dem Nichts

Der 1939 geborene Kenzo hatte sein Modereich quasi aus dem Nichts erschaffen. Als 25-Jähriger kam er Mitte der 1960-er Jahre nach Frankreich. Er landete damals mit einem Schiff in der südfranzösischen Hafenstadt Marseille und reiste dann nach Paris weiter. Der Absolvent der renommierten Bunka-Gakuen-Modeschule in Tokio dachte zunächst an einen begrenzten Aufenthalt in der Metropole – und blieb für immer.

Kenzo war nicht der einzige Ausländer in der Pariser Modewelt. Aus Hamburg kam Karl Lagerfeld, der an der Seine zum "Kaiser Karl" aufstieg und im Februar 2019 starb (queer.de berichtete). Kenzo galt als der erste Japaner, der sich in der knallharten Pariser Branche einen großen Namen machte.

Seine erste Kollektion gestaltete er vor 50 Jahren, im Jahr 1970. In einer historischen Ladengalerie im Herzen von Paris führte er damals die Boutique mit dem Namen "Jungle Japonaise". 1976 zog er in größere Räume an der unweit gelegenen Place des Victoires um und gründete die Marke mit seinem Vornamen. 1983 legte sich Kenzo ein Standbein in der Herrenmode zu. 1988 folgte das Herrenparfüm "Kenzo". (dpa/cw)