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HRW-Studie

USA verwehren queeren Geflüchteten aus Mittelamerika Asyl

In Guatemala, Honduras und El Salvador können LGBTI nicht sicher leben. In den USA unter Präsident Trump haben sie jedoch keine Chance mehr, als Verfolgte anerkannt zu werden, warnt eine neue Studie von Human Rights Watch.


Demo für queere Geflüchtete 2017 in New York City (Bild: mathiaswasik / flickr)
  • 8. Oktober 2020, 04:16h, noch kein Kommentar

Gewalt und Diskriminierung gegen LGBTI treibt viele Menschen aus Mittelamerika in die Flucht Richtung USA – wo es ihnen die Regierung jedoch so gut wie unmöglich macht, Asyl zu bekommen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, den Human Rights Watch (HRW) am Mittwoch vorstellte. Die Menschenrechtsorganisation hatte dafür 116 Menschen aus den Ländern des sogenannten Nördlichen Dreiecks Mittelamerikas – Guatemala, Honduras und El Salvador – befragt. Alle von ihnen sind lesbisch, schwul, bisexuell oder trans.

Sie erzählten den Angaben zufolge von Gewalt gegen sie durch Banden, Familienangehörige oder staatliche Sicherheitskräfte. Die Regierungen der drei Länder schützten diese Menschen nicht ausreichend, hieß es im HRW-Fazit. "Für manche LGBTI-Menschen in der Region besteht die einzige Hoffnung auf Sicherheit darin, in den USA Asyl zu beantragen", erklärte Neela Ghoshal, Queer-Forscherin bei der Organisation. "Die Trump-Regierung blockiert sie aber bei jeder Gelegenheit." Unter Präsident Donald Trump hätten die US-Behörden den Zugang zu Asyl derart eingeschränkt und die Definition des Begriffs Flüchtling so eng gefasst, dass LGBTI-Menschen faktisch der Schutz verwehrt werde, den sie zuvor bekommen hätten.

Asylsuchende werden bereits in Mexiko gestoppt

Zehntausende Menschen versuchen jeden Monat, über Mexiko in die USA zu gelangen. Der Großteil flieht vor Gewalt und Armut aus einem der Länder des Nördlichen Dreiecks. Die Gewaltraten dort gehören zu den höchsten der Welt. Auf dem Weg in die USA müssen sie durch Mexiko – dort werden sie auf Druck der USA inzwischen von Soldaten gestoppt.

Hinzu kommt das US-Programm "Remain in Mexico" (Bleibe in Mexiko). Demzufolge können Menschen, die ohne die nötigen Dokumente über die Südgrenze in die USA einreisen wollen, für die Dauer ihrer Asyl- oder Einwanderungsverfahren in gefährliche mexikanische Grenzstädte geschickt werden. Außerdem unterschrieben die USA im vergangenen Jahr mit Guatemala, Honduras und El Salvador Abkommen, wonach Migrant*innen dorthin zurückgeschickt werden können, wenn sie diese Länder auf ihrem Weg nach Norden betreten, dort aber kein Asyl beantragt haben. (cw/dpa)