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Homophobie
Kein schwuler Kuss: Dan Levy sauer über "Schitt's Creek"-Zensur in Indien
Dan Levy hatte die Sitcom "Schitt's Creek" als Plädoyer gegen Homophobie entwickelt – und ist nun sauer auf indische Zensor*innen.

Dieser Kuss der Schauspieler Dustin Mulligan (li.) und Dan Levy ist zu heiß für Indien (Bild: CBC)
- 8. Oktober 2020, 13:13h - 2 Min.
Der offen schwule Produzent, Regisseur und Schauspieler Dan Levy hat sich auf Twitter empört darüber gezeigt, dass seine Sitcom "Schitt's Creek" in Indien offenbar aus Homophobie zensiert wird. Der 37-jährige Kanadier teilte am Montag einen entsprechend gekürzten Clip des Fernsehsenders "Comedy Central India", mit dem für die Sendung geworben wird. In dem Clip werden mehrere Hauptfiguren beim Spiel Flaschendrehen gezeigt – dabei küssen sich zwei Frauen und ein gemischtgeschlechtliches Paar. Recht grob herausgeschnitten wurde aber, wie die angetrunkene heterosexuelle Figur Ted Mullens (Dustin Mulligan) David Rose (Dan Levy) küsst.
Daraufhin reagierte Levy erbost: "Ihr habt den Kuss zwischen zwei Frauen gezeigt, ihr habt den Kuss einer Frau mit einem Mann gezeigt, aber ihr löscht den Kuss zwischen zwei Männern? Diese Sendung handelt aber von der Macht der Inklusivität. Die Zensur von schwuler Intimität konterkariert diese Botschaft."
/ danjlevyYou showed the kiss between two women, you showed the kiss between a woman and a man, then removed the kiss between two men? This is a show about the power of inclusivity. The censorship of gay intimacy is making a harmful statement against that message. #loveislove https://t.co/3ouNbuetq1
dan levy (@danjlevy) October 6, 2020
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Comedy Central verteidigt Schnitt
Ein Sprecher von "Comedy Central International" hat gegenüber der "Los Angeles Times" die Kürzung verteidigt. Die Folge sei ohne Schnitte im Abendprogramm des indischen Ablegers gezeigt worden. Allerdings sei die Episode für das Tagesprogramm bearbeitet worden. Dies sei in Indien Pflicht. Der Kuss sei nicht ausdrücklich geschnitten worden, weil es sich dabei um zwei Männer gehandelt habe, sondern weil er in Nahaufnahme gefilmt wurde und länger zu sehen sei.
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Die LGBTI-Organisation GLAAD kritisierte den Schnitt: "Schitt's Creek" sei als Ort, "der frei von Homophobie" ist, angelegt worden. "Den Kuss herauszuschneiden widerspricht der Intention dessen, was 'Schitt's Creek' so außergewöhnlich macht", erklärte GLAAD auf Twitter.
/ glaadSchitt's Creek was designed by @danjlevy to be a place free from homophobia, so removing this kiss flies in the face of the show's intent and what makes Schitts Creek so extraordinary. https://t.co/M0oHKtxkrl
GLAAD (@glaad) October 7, 2020
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"Schitt's Creek" ist dieses Jahr nach sechs Staffeln zu Ende gegangen. Die Serie des öffentlich-rechtlichen kanadischen Senders CBC hat in den letzten Jahren immer mehr Fans gewonnen und wurde dieses Jahr mit sieben Auszeichnung zum großen Sieger bei den Emmys (queer.de berichtete). Allein Dan Levy, der mit seinem Vater "Schitt's Creek" entwickelt hatte, gewann drei Preise – einen als Schauspieler, einen als Regisseur und einen als Produzent. In Deutschland werden alle Staffeln der Sitcom in Zweikanalton im Streamingportal TVNOW gezeigt. (dk)

"Schitt's Creek" mit dem Schauspieler*innen (v.l.n.r.) Eugene Levy (Johnny Rose), Catherine O'Hara (Moira Rose), Dan Levy (David Rose), Noah Reid (Patrick Brewer), Emily Hampshire (Stevie Butt) und Annie Murphy (Alexis Rose) (Bild: CBC)
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