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Talk über Coming-out und Gott

Jens Spahn: Homosexualität ist kein "Lebensentwurf"

Im Podcast mit Sandra Maischberger übt der Bundesgesundheitsminister Kritik an Formulierungen seiner eigenen Partei und spricht darüber, ob es ein Widerspruch ist, schwul, katholisch und konservativ zu sein.


Der schwule CDU-Politiker Jens Spahn ist seit März 2018 Bundesminister für Gesundheit (Bild: Olaf Kosinsky, kosinsky.eu)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält Schwulsein nicht für einen "Lebensentwurf". Mit dem Begriff, der mal in einem Beschluss der CDU gestanden habe, tue er sich in dem Zusammenhang schwer, sagte der 40-Jährige im Podcast von Moderatorin Sandra Maischberger.

"Lebensentwurf bedeutet ja, ich wache morgens auf und hab irgendwie eine neue Idee von meinem Leben – ich bin jetzt mal schwul." Wenn er es sich damals hätte aussuchen können, hätte er sich "wahrscheinlich anders entschieden, wenn man es genau nimmt". Er sei jetzt total damit im Reinen. "Aber es waren nicht nur leichte Momente, den Eltern ein paar Dinge zu erklären und so weiter und so fort."

"Der liebe Gott hat mich ja so gemacht"

Spahn und Maischberger sprachen in der Podcastfolge bei Spotify auch darüber, ob es noch heute ein Widerspruch ist, schwul und katholisch und konservativ zu sein. Blöde Sprüche dazu gebe es übrigens in jeder Partei, sagte Spahn. Das Entscheidende beim Glauben sei nicht nur die Kirche als Institution, die Dinge mache er ja im Zweifel mit jemand anderem aus. "Der liebe Gott hat mich ja so gemacht offensichtlich, er wird sich ja was dabei gedacht haben."

Der Gesundheitsminister, der aus Ahaus im Münsterland stammt, ist mit dem Journalisten Daniel Funke verheiratet, dem Hauptstadt-Büroleiter der Burda Magazine Holding. Sie hatten sich im Frühjahr 2013 kennengelernt. Kurz nach der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben haben sich die beiden Männer Ende 2017 das Ja-Wort gegeben (queer.de berichtete).

Deutschlands ranghöchster offen homosexueller Politiker

Aktuell ist Jens Spahn Deutschlands ranghöchster offen homosexueller Politiker. Bereits mit 22 Jahren zog er erstmals in den Deutschen Bundestag ein. Von 2015 bis 2018 war er parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Seit dem 14. März 2018 ist er Bundesminister für Gesundheit.

In den Medien geoutet hat sich der ehemalige Messdiener im Jahr 2012. Das Verhältnis zwischen der LGBTI-Bewegung und dem sich früher als rechten Scharfmacher gebenden Politiker galt lange Zeit als angespannt. Mit dem Teil-Vebot sogenannter Konversionstherapien und PrEP als Kassenleistung hat sich Jens Spahn als Gesundheitsminister jedoch zunehmend Respekt erworben. (cw/dpa)



#1 Ralph
  • 09.10.2020, 10:11h
  • Was Jens Spahn zum Begriff "Lebensentwurf" sagt, ist natürlich richtig. Dass Schwulsein und die Mitgliedschaft in einer schwulenfeindlichen Organisation unvereinbar sind, ist allerdings auch klar. Da lügt er sich was in die Tasche.
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#2 IckeAnonym
  • 09.10.2020, 11:59h
  • Man sollte immer Bedenken dass nicht jeder seine Sexualität als Hauptbezugspunkt im Leben sieht. Wenn man nun also in allen anderen Bereichen 100% mit der CDU übereinstimmt nur nicht bei ihrem Umgang mit der homosexuellen Minderheit. Muss man es halt mit sich selbst ausmachen und man kann dann ja auch versuchen von innen etwas zu verändern. Den Leuten in der eigenen Partei zeigen wie unglaublich banal die sexuelle Orientierung ist. Das ist ja nun nix wo man sich groß drüber aufregen muss.
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#3 Prima4Anonym
#4 SoSoAnonym
  • 09.10.2020, 13:12h
  • Antwort auf #2 von Icke
  • Die sexuelle Orientierung ist weit mehr als das was landläufig als "Sexualität" bezeichnet wird und betrifft NATÜRLICH den ganzen Menschen, selbst den der noch nie sexuell aktiv war.
    Das kann man im Allgemeinen nicht einfach ausblenden und dann aus den "restlichen" Gründen Teil von Gruppen sein, die einen aufgrund eines unveränderlichen Merkmals einfach ablehnen.
    Da gehört schon ein größerer Teil von Selbstaufgabe dazu.
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#5 Prima4Anonym
  • 09.10.2020, 14:13h
  • Antwort auf #4 von SoSo
  • Der Typ ist Minister, steht in der Öffentlichkeit, ist offen schwul und zeigt sich auch mit seinem Mann....

    Wenn das Selbstaufgabe ist dann immer her damit, klingt aber eher nach Neid weil der Dude des Leben führt was viele für erstrebenswert halten uns halt sein Ding durchgezogen hat....
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#6 Alexander_FAnonym
  • 09.10.2020, 14:26h
  • Antwort auf #4 von SoSo
  • Ich selbst würde mich auch lieber nicht in der CDU engagieren und bin aus der Kirche ausgetreten. Dennoch würde ich meinen, dass es auch irgendwo wichtig ist, dass es Leute wie Jens Spahn gibt.
    Abgesehen davon, dass er der wählbarste Angehörige der CDU ist (was nicht viel heißt, wenn man sich den Rest der Partei so ansieht), gehört er doch auch wie beispielsweise viele queere Militärangehörige zu jenen Vorkämpfern, die unsereinen auch beim konservativeren Spektrum der Gesellschaft zur Normalität machen bzw. seine Engagement in dieser Partei zeugt auch davon, wie weit es mit der Akzeptanz schon gediehen ist. Insofern haben Leute wie er eine gewisse historische Rolle, auch wenn sie einem nicht gefallen müssen.
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#7 saltgay_nlProfil
  • 09.10.2020, 15:04hZutphen
  • Ach ja, der Jens Spahn, er hat sich das Schwulsein nicht ausgesucht - aber man macht eben das Beste daraus. Nicht wahr? Wenn es der eigenen Karriere nützt, spielt man den Schwulenversteher, biedert sich an "auch einer von uns" zu sein. in der Hoffnung, dass man aus der Community noch ein paar Stimmen den Grenzdebilen, die CDU wählen, abluchsen kann.

    Zusammen mit seinen heißgeliebten Stammtischbrüdern von der Werte-Union beschwört er die Werte, die typisch für die alten Säcke im Münsterland und anderswo sind. Deren Lebensinhalt bestehend aus "Bumsen und Besoffensein ist des "...länders" Sonnenschein" wobei für die "..." regional durch "Münster" oder "Sauer" ersetzt werden können. Bumsen natürlich nur im Puff mit Minderjährigen aus dem Ostblock, denn eine Alte haben diese ehrwürdigen Parteifreunde selbst zu Hause. Da gibt Jens Spahn den Konservativen, ganz der Sparkassenjüngling von Ahaus.

    Ach ja, und da ist der arrivierte Jens Spahn, der mit seinem Ehemann von der Regenbogen-Presse à la Frauke Ludewig, zuständig für Hofberichterstattung zur gehobenen Unterhaltung inkontinenter alter Damen, standesgemäß eine Villa in Dahlem kaufte. So fällt ein wenig adeliger Abglanz auch auf diese Zwei niederer Herkunft, so dass sich in diesem Ambiente auch eine Beatrix von Storch bei dem five o' clock tea zeigen kann.

    Wozu berichtet man eigentlich über so jemand? Will queer.de hier Wahlkampf für diesen Hambummel machen? Für jemand, der die Frechheit besitzt zu behaupten, es gäbe keine keine Rentnerarmut in der BRD? Jemand, der offenbar geistig so begrenzt ist, dass er nicht einmal die Lebensverhältnisse der Bevölkerung in der einzigen größeren Stadt in seinem Landkreis mit etwas über 70 000 Einwohnern, Bocholt, kennt? Offenbar ist er in seinem Beruf auch nicht mit großer Sorgfalt tätig gewesen, denn dann hätte er einen Überblick über die Zahlungskräftigkeit seiner Sparkassenkunden, die zum Beispiel bei den Sklaventreibern Euregio, Sovea, Siemens-Zeitarbeit, Adecco, und dgl. malochen. Diese Daten zeigen nur zu genau, dass diese Bürger nicht aus der Armutsfalle kommen, selbst wenn sie bis zum Lebensende dort arbeiten. Ihre Mickerrente wird dann aber dahingehend interpretiert, dass ja die Lebenshaltungskosten in dieser Region sehr niedrig seien. Schließlich würden ja nur Asoziale in einer Mietwohnung leben, anstatt im gepflegten abbezahlten Okal-Haus mit weißem Kies und Chiletanne im Vorgarten umgeben von der Kirschlorbeerhecke - so die feste Überzeugung der CDU-Parteifreunde von Jens Spahn, die er ja so schätzt.

    Was lernen wir daraus? Auch unter Schwulen gibt es Egomane, Menschenverächter, Karrieregeile, Leute die über Leichen gehen. Man sollte sie selbst verachten und nicht interviewen und über sie berichten.
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#8 Ralph
  • 09.10.2020, 15:20h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • Gut, dass Du nicht die Arbeit von Queer.de steuerst. Ein Pressemedium berichtet über alles, was relevant ist. Ein LSBTI-Medium über alles, was für seine Klientel relevant ist. Dazu gehören auch Äußerungen eines schwulen Ministers zum Schwulsein. Kein verantwortungsbewusster Journalist berichtet nur von Leuten und Vorgängen, die ihm sympathisch sind oder die er persönlich billigt.
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#9 Peck_SEhemaliges Profil
  • 09.10.2020, 15:29h
  • Ich finde Spahns Geschwurbel unerträglich. Erstens als Erwachsener, zweitens als Minister und Person öffentlichen Lebens.

    Dass man die glasklare Umdeutung von Homosexualität als gewählte Lebensart (egal von welcher Seite oder Partei) nicht ebenso glaskar zurückweist und als das brandmarkt was es ist, nämlich homophobes Gedankengut und sprachliche Legitimation von Konversionstherapien, finde ich absolut erschreckend, fahrlässig und gefährlich. "Ich tue mir schwer" reicht da einfach nicht! Einen Lebensentwurf kann man verändern, Schwulsein nicht.
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#10 Prima4Anonym
  • 09.10.2020, 15:39h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • Naja, wenn man sich teils die Kommentare hier durchliest betreffend Politik, Glaube, Urlaubsland, Musikgeschmack, Kleidungsstil, Ernährung und Medienkonsum ist es doch wirklich nicht verwunderlich das sich Leute aktiv von den "community" lossagen bzw abtrennen... das hat aber nichts mit verleugnung oder "das beste draus machen" zu tun sondern lediglich damit die Eier zu haben das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten....

    Ich mag Spahn ja genausowenig wie jeden anderen Politiker, aber er macht sein Ding und das schon gut so... das er die Partei nicht im Alleingang ändert, geschenkt, wenn mir das wichtige wäre würde ich eher selbst in die Partei eintreten um Änderungen anzustoßen... (was ich türlich nie machen würde)

    Einfach nicht wählen und gut is, diese ständigen "aber als schwuler Mann hat man x zu vertreten/glauben/denken" Vorwürfe sind... naja, doch egtl ne Methodik der rechten oO
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