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Kommentare zu:
Jens Spahn: Homosexualität ist kein "Lebensentwurf"


#1 Taemin
  • 09.10.2020, 10:11h
  • Was Jens Spahn zum Begriff "Lebensentwurf" sagt, ist natürlich richtig. Dass Schwulsein und die Mitgliedschaft in einer schwulenfeindlichen Organisation unvereinbar sind, ist allerdings auch klar. Da lügt er sich was in die Tasche.
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#2 IckeAnonym
  • 09.10.2020, 11:59h
  • Man sollte immer Bedenken dass nicht jeder seine Sexualität als Hauptbezugspunkt im Leben sieht. Wenn man nun also in allen anderen Bereichen 100% mit der CDU übereinstimmt nur nicht bei ihrem Umgang mit der homosexuellen Minderheit. Muss man es halt mit sich selbst ausmachen und man kann dann ja auch versuchen von innen etwas zu verändern. Den Leuten in der eigenen Partei zeigen wie unglaublich banal die sexuelle Orientierung ist. Das ist ja nun nix wo man sich groß drüber aufregen muss.
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#3 Prima4Anonym
#4 SoSoAnonym
  • 09.10.2020, 13:12h
  • Antwort auf #2 von Icke
  • Die sexuelle Orientierung ist weit mehr als das was landläufig als "Sexualität" bezeichnet wird und betrifft NATÜRLICH den ganzen Menschen, selbst den der noch nie sexuell aktiv war.
    Das kann man im Allgemeinen nicht einfach ausblenden und dann aus den "restlichen" Gründen Teil von Gruppen sein, die einen aufgrund eines unveränderlichen Merkmals einfach ablehnen.
    Da gehört schon ein größerer Teil von Selbstaufgabe dazu.
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#5 Prima4Anonym
  • 09.10.2020, 14:13h
  • Antwort auf #4 von SoSo
  • Der Typ ist Minister, steht in der Öffentlichkeit, ist offen schwul und zeigt sich auch mit seinem Mann....

    Wenn das Selbstaufgabe ist dann immer her damit, klingt aber eher nach Neid weil der Dude des Leben führt was viele für erstrebenswert halten uns halt sein Ding durchgezogen hat....
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#6 Alexander_FAnonym
  • 09.10.2020, 14:26h
  • Antwort auf #4 von SoSo
  • Ich selbst würde mich auch lieber nicht in der CDU engagieren und bin aus der Kirche ausgetreten. Dennoch würde ich meinen, dass es auch irgendwo wichtig ist, dass es Leute wie Jens Spahn gibt.
    Abgesehen davon, dass er der wählbarste Angehörige der CDU ist (was nicht viel heißt, wenn man sich den Rest der Partei so ansieht), gehört er doch auch wie beispielsweise viele queere Militärangehörige zu jenen Vorkämpfern, die unsereinen auch beim konservativeren Spektrum der Gesellschaft zur Normalität machen bzw. seine Engagement in dieser Partei zeugt auch davon, wie weit es mit der Akzeptanz schon gediehen ist. Insofern haben Leute wie er eine gewisse historische Rolle, auch wenn sie einem nicht gefallen müssen.
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#7 saltgay_nlProfil
  • 09.10.2020, 15:04hZutphen
  • Ach ja, der Jens Spahn, er hat sich das Schwulsein nicht ausgesucht - aber man macht eben das Beste daraus. Nicht wahr? Wenn es der eigenen Karriere nützt, spielt man den Schwulenversteher, biedert sich an "auch einer von uns" zu sein. in der Hoffnung, dass man aus der Community noch ein paar Stimmen den Grenzdebilen, die CDU wählen, abluchsen kann.

    Zusammen mit seinen heißgeliebten Stammtischbrüdern von der Werte-Union beschwört er die Werte, die typisch für die alten Säcke im Münsterland und anderswo sind. Deren Lebensinhalt bestehend aus "Bumsen und Besoffensein ist des "...länders" Sonnenschein" wobei für die "..." regional durch "Münster" oder "Sauer" ersetzt werden können. Bumsen natürlich nur im Puff mit Minderjährigen aus dem Ostblock, denn eine Alte haben diese ehrwürdigen Parteifreunde selbst zu Hause. Da gibt Jens Spahn den Konservativen, ganz der Sparkassenjüngling von Ahaus.

    Ach ja, und da ist der arrivierte Jens Spahn, der mit seinem Ehemann von der Regenbogen-Presse à la Frauke Ludewig, zuständig für Hofberichterstattung zur gehobenen Unterhaltung inkontinenter alter Damen, standesgemäß eine Villa in Dahlem kaufte. So fällt ein wenig adeliger Abglanz auch auf diese Zwei niederer Herkunft, so dass sich in diesem Ambiente auch eine Beatrix von Storch bei dem five o' clock tea zeigen kann.

    Wozu berichtet man eigentlich über so jemand? Will queer.de hier Wahlkampf für diesen Hambummel machen? Für jemand, der die Frechheit besitzt zu behaupten, es gäbe keine keine Rentnerarmut in der BRD? Jemand, der offenbar geistig so begrenzt ist, dass er nicht einmal die Lebensverhältnisse der Bevölkerung in der einzigen größeren Stadt in seinem Landkreis mit etwas über 70 000 Einwohnern, Bocholt, kennt? Offenbar ist er in seinem Beruf auch nicht mit großer Sorgfalt tätig gewesen, denn dann hätte er einen Überblick über die Zahlungskräftigkeit seiner Sparkassenkunden, die zum Beispiel bei den Sklaventreibern Euregio, Sovea, Siemens-Zeitarbeit, Adecco, und dgl. malochen. Diese Daten zeigen nur zu genau, dass diese Bürger nicht aus der Armutsfalle kommen, selbst wenn sie bis zum Lebensende dort arbeiten. Ihre Mickerrente wird dann aber dahingehend interpretiert, dass ja die Lebenshaltungskosten in dieser Region sehr niedrig seien. Schließlich würden ja nur Asoziale in einer Mietwohnung leben, anstatt im gepflegten abbezahlten Okal-Haus mit weißem Kies und Chiletanne im Vorgarten umgeben von der Kirschlorbeerhecke - so die feste Überzeugung der CDU-Parteifreunde von Jens Spahn, die er ja so schätzt.

    Was lernen wir daraus? Auch unter Schwulen gibt es Egomane, Menschenverächter, Karrieregeile, Leute die über Leichen gehen. Man sollte sie selbst verachten und nicht interviewen und über sie berichten.
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#8 Taemin
  • 09.10.2020, 15:20h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • Gut, dass Du nicht die Arbeit von Queer.de steuerst. Ein Pressemedium berichtet über alles, was relevant ist. Ein LSBTI-Medium über alles, was für seine Klientel relevant ist. Dazu gehören auch Äußerungen eines schwulen Ministers zum Schwulsein. Kein verantwortungsbewusster Journalist berichtet nur von Leuten und Vorgängen, die ihm sympathisch sind oder die er persönlich billigt.
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#9 Peck_SEhemaliges Profil
  • 09.10.2020, 15:29h
  • Ich finde Spahns Geschwurbel unerträglich. Erstens als Erwachsener, zweitens als Minister und Person öffentlichen Lebens.

    Dass man die glasklare Umdeutung von Homosexualität als gewählte Lebensart (egal von welcher Seite oder Partei) nicht ebenso glaskar zurückweist und als das brandmarkt was es ist, nämlich homophobes Gedankengut und sprachliche Legitimation von Konversionstherapien, finde ich absolut erschreckend, fahrlässig und gefährlich. "Ich tue mir schwer" reicht da einfach nicht! Einen Lebensentwurf kann man verändern, Schwulsein nicht.
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#10 Prima4Anonym
  • 09.10.2020, 15:39h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • Naja, wenn man sich teils die Kommentare hier durchliest betreffend Politik, Glaube, Urlaubsland, Musikgeschmack, Kleidungsstil, Ernährung und Medienkonsum ist es doch wirklich nicht verwunderlich das sich Leute aktiv von den "community" lossagen bzw abtrennen... das hat aber nichts mit verleugnung oder "das beste draus machen" zu tun sondern lediglich damit die Eier zu haben das Leben nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten....

    Ich mag Spahn ja genausowenig wie jeden anderen Politiker, aber er macht sein Ding und das schon gut so... das er die Partei nicht im Alleingang ändert, geschenkt, wenn mir das wichtige wäre würde ich eher selbst in die Partei eintreten um Änderungen anzustoßen... (was ich türlich nie machen würde)

    Einfach nicht wählen und gut is, diese ständigen "aber als schwuler Mann hat man x zu vertreten/glauben/denken" Vorwürfe sind... naja, doch egtl ne Methodik der rechten oO
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#11 sapiensAnonym
#12 sapiensAnonym
#13 SoSoAnonym
  • 09.10.2020, 17:40h
  • Antwort auf #5 von Prima4
  • Du missverstehst mich.
    Es ging mir nicht darum Jens Spahn zu kritisieren, sondern ich wies zurück, dass die sexuelle Orientierung keinen solch großen Einfluss auf das gesamte Leben haben soll, und dementsprechend sie bei der Wahl von Parteien und Vereinen nur eine untergeordnete Rolle spiele.
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#14 SoSoAnonym
#15 IchversteheesnichtAnonym
#16 LarsAnonym
#17 Peck_SEhemaliges Profil
  • 09.10.2020, 22:13h
  • Vll würde es einigen Kommentatoren helfen, wenn sie verstünden, dass die Community nur einen einzigen großen Nenner hat: nämlich nicht hetero zu sein.

    Abseits davon sind "wir" ebenso fragmentiert, wie der Rest der Gesellschaft und bestehen innerhalb "unserer" Minderheit wiederum aus unendlich vielen Minderheiten und Gruppen - vegane, frutarische, fleischessende, politische, unpolitische, linke, rechte, monogame, promiskuitive, gläubige, nichtgläubige, reiche, arme, weisse und farbige Menschen. Die Liste lässt sich unendlich erweitern.
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#18 SoSoAnonym
#19 LarsAnonym
  • 10.10.2020, 09:20h
  • Antwort auf #18 von SoSo
  • Deine Auffassung von Community teile ich nicht und halte sie - entschuldige den harten Ausdruck - für übergriffig bzw. anmaßend. Homosexualität ist ein biologisches Merkmal und bedingt keine gesellschaftliche Gruppenzugehörigkeit.

    Communities sind Netzwerke, Organisationen von Menschen. Im Bereich der Belange von queeren Menschen gibt es davon viele, mit unterschiedlicher demokratischer Verfasstheit und Legitimation, mit unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Zielen und Belangen. Sich in einer oder mehreren dieser Organisationen zu engagieren, oder von ohnen vertreten zu lassen, ist freiwillig.

    Die Idee, dass ein. geouteter Mensch automatisch Teil einer "LGBT-Community" ist, zu der mehr oder weniger alle anderen mit dem gleichen biologischen Merkmal gehören, kommt aus der Zeit, als Homosexualität illegal war und zwangsweise einen Ausschluss aus anderen gesellschaftlichen Systemen bedeutete.
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#20 Taemin
  • 10.10.2020, 11:21h
  • Antwort auf #19 von Lars
  • Seltsam... Es mag ja richtig sein, dass die sexuelle Orientierung -ähnlich wie die Hautfarbe- ein biologisch bestimmtes Merkmal ist. Aber -wiederum ähnlich wie bei der Hautfarbe- leitet sich daraus sehr wohl gesellschafts(-politische) und rechtliche Konsequenz ab, in der deutschen Gegenwart sogar deutlich stärker als bei anderen sozialen Gruppen. Und natürlich ist das Ausleben der eigenen sexuellen Orientierung eine Entscheidung, die sich sehr wohl auf die Stellung des/der Einzelnen in den Gemeinschaften, denen er/sie angehört, auswirkt. Deine biologistische Betrachtungsweise erscheint mir deshalb realitätsblind und scheint mir eine Variante von "das ist privat und geht niemanden was an" zu sein. Rückzug auf Homosexualität als rein biologisches Phänomen führt letztlich zur Negation der sexuellen Orientierung als Wesensmerkmal. Der/die Homosexuelle als Mensch wie alle anderen auch (der Unterschied ist aufs Bett begrenzt) - das ist in letzter Konsequenz Selbstaufgabe und Anbiederung an rechtskonservative Grundeinstellung. So biegen sich wohl Frau Weidel und Herr Berger ihre Homosexualität zurecht. Mir ist das fremd - aber ich bin ja auch nicht homosexuell, sondern schwul.
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#21 LarsAnonym
  • 10.10.2020, 12:15h
  • Antwort auf #20 von Taemin
  • Sich einer bestimmten Community nicht zugehörig zu fühlen, bedeutet weder, sich an "Rechtskonservative" anzubiedern, noch die eigene Homosexualität zu verdrängen, noch darauf zu verzichten, sie "auszuleben."

    Genau so wie die Heteros sind mit der gleichen Art von sexueller Orientierung eine Vielzahl von Lebensentwürfen und Arten, die eigene Sexualität auszuleben, möglich.

    Je nach Temperament, Rollenverständnis, Lebensentwurf können die Schnittmengen zu Hetero-Communities größer sein, als die zu schwulen oder queeren Communities. Das hat nichts mit Anbiederung oder Entsolidarisierung zu tun, sondern mit den unterschiedlichen Fragestellungen, die sich in verschiedenen Situationen ergeben (z.B. als Single, als Paar, als Regenbogenfamilie, als Mensch mit "weiblichen" "männlichen" ,"fluiden" Interessen / Eigenschaften / Identitäten, als Mensch mit Migrationshintergrund, als Mensch mit Diskriminierungserfahrungen etc.)

    Ob man sich von Jens Spahn, Olivia Jones, Alice Weidel, Volker Beck, Hape Kerkeling, Thomas Hitzlsperger, oder wem auch immer repräsentieren lässt, ist und bleibt eine persönliche Entscheidung und Verantwortung. Umgekehrt sollte sich jeder Repräsentant einer Gruppe oder Community sich rückversichern, wen er oder sie aus der Gruppe der Homosexuellen repräsentieren will und kann.

    Wenn Du mit Deiner Identität eine Community gefunden hast, die zu dir passt und die dich im großen und ganzen authentisch repräsentiert, dann freut mich das.
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#22 TheDadProfil
  • 10.10.2020, 12:45hHannover
  • Antwort auf #16 von Lars
  • ""Und gehört Spahn "dazu"?""..

    Der Satz der in sich ein Utopie beschreibt läßt da gar keinen Raum für Deine Spekulation, denn er ist klar und deutlich formuliert..

    Widerspricht aber eben der Realität, denn ein Mensch wie Spahn separiert sich selbst aus dieser Community heraus, er will gar nicht dazu gehören, und gehört auch deshalb gar nicht dazu..

    Der gegebene Ausblick auf
    "was wäre denn, wenn man beim Gegner Spione oder Agenten lancieren könnte"
    ist auch weiterhin einfach unsinnig, denn damit löst man keine Fragen nach Gleichstellung&Gleichberechtigung..

    Diese Lösungen finden sich nämlich nach wie vor nicht auf der gleichen Tischseite unter den Gegnern selbst, sondern auch weiterhin über diesen Tisch hinweg, indem man daran arbeitet den Gegnern deutlich zu machen das ihre Position die gesellschaftlich falsche Antwort darstellt..
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#23 TheDadProfil
  • 10.10.2020, 12:55hHannover
  • Antwort auf #20 von Taemin
  • ""Deine biologistische Betrachtungsweise erscheint mir deshalb realitätsblind und scheint mir eine Variante von "das ist privat und geht niemanden was an" zu sein. Rückzug auf Homosexualität als rein biologisches Phänomen führt letztlich zur Negation der sexuellen Orientierung als Wesensmerkmal.""..

    Diese Sichtweisen sind aber für Menschen zwingend notwendig um sich dann selbst als "strukturkonservativ" oder "katholisch" sehen zu können, ohne bei jedem Ansehen im Spiegel zu erbrechen..

    Denn wenn man erkennen würde das die Sexuelle Identität mit einer recht eindeutigen Position, ob nun politisch, "religiös", einem Verhalten im Engagement wie Ehrenamtliches oder auch beruflichen Affinitäten einherginge, dann müßte man sich ja von seinen indoktrinierten Verhaltensweisen, und mit ihnen aus der aufgesogenen Heteronormativität verabschieden, und das ginge sowohl "Lars" als auch Herrn Spahn dann deutlich zu weit..

    Man braucht dringend diese Idee
    "die sexualität bestimmt aber nicht alles"
    um sich selber einzureden das man an der selbst-gewählten Position im Leben richtig stünde..
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#24 TheDadProfil
  • 10.10.2020, 13:47hHannover
  • Antwort auf #21 von Lars
  • ""Sich einer bestimmten Community nicht zugehörig zu fühlen, bedeutet weder, sich an "Rechtskonservative" anzubiedern, noch die eigene Homosexualität zu verdrängen, noch darauf zu verzichten, sie "auszuleben." ""..

    Um Rechtskonservativ zu sein bedarf es auch keiner Anbiederung mehr !

    Was Rechtskonservativ ist, der kann auch nicht Teil einer Community sein die aus einer ziemlich linken Ecke des politischen Spektrums entstanden ist..

    ""Je nach Temperament, Rollenverständnis, Lebensentwurf können die Schnittmengen zu Hetero-Communities größer sein, als die zu schwulen oder queeren Communities.""..

    Gesellschaftlich gesehen gibt es kein solches "Rollenverständnis eines Homosexuellen Mannes" denn das Gesellschaftliche Rollenverständnis eines Mannes IST Heteronormativ festgelegt !

    Exakt deshalb weicht auch JEDE*R Nicht-Hetero von den Heteros einfach ab !
    Exakt der Grund weshalb weshalb Nicht-Hetero-Lebensentwürfe dann auch einer Hetero-Lebensweise diametral gegenüber stehen müssten !

    Doch Menschen wie Jans Spahn und viele Andere versuche immer noch das Rad neu zu erfinden, indem sie sich einer Hetero-Lebensweise "annähern" wollen, und damit sich auch anbiedern, anstatt laut und klar zu konstatieren, man sei kein Hetero, Punkt..

    Erst mit dieser Aussage wäre dann nämlich klar das "Homosexualität" kein "Lebensentwurf" wäre, wie es die Dummen unter den Konservativen immer noch behaupten um ihre Pläne zur Entrechtung umzusetzen..

    Komm doch bitte endlich mal von dieser heteronormativen Sichtweise herunter, die Du unablässig nutzt um die Sachlage zu erklären..

    Ein andere Blickwinkel auf die Sache kann al die Fragen die Du hier aufwirfst überflüssig machen, denn es ist eigentlich selbst erklärend..
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#25 SoSoAnonym
  • 10.10.2020, 13:57h
  • Antwort auf #19 von Lars
  • Meine Auffassung von Community?
    Damit meine ich keinen Verein.
    Keinen LVSD oder eine anderweitige Vertretung.
    Mit Community meinte ich in diesem Fall die faktische Zugehörigkeit zu einer marginalisierten und diskriminierten Minderheit unabhängig davon welche "Lebensentwürfe" man sich dann unter den gegebenen Umständen daraus strickt.
    Und dazu gehört Jens Spahn auch.
    Das ist nicht übergriffig, das ist einfach objektiv.
    Ich stieß mich in meinem Eingangskommentar an der Bemerkung, dass Sexualität nicht das ganze Leben bestimme.
    Denn Sexualität bestimmt das ganze Leben, wenn auch nicht in der sprachlich zu kurz gegriffenen Variante des eigentlichen Aktes.
    Was dann das Individuum im Verlauf des Lebens aus seiner Situation macht hängt von vielen Faktoren ab.
    Unter anderem natürlich auch von der persönlichen Bereitschaft zum Erkenntnisgewinn.
    Z.B. dass es Gruppen und Personen gibt, die einem das Leben als beispielsweise schwuler Mann leichter oder schwerer machen können.
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#26 LarsAnonym
  • 10.10.2020, 14:31h
  • Antwort auf #25 von SoSo
  • "Zugehörigkeit zu einer marginalisierten und diskriminierten Minderheit"

    Das Problem an dieser Definition ist, dass sie die Erfahrung der Marginalisierung und Diskriminierung braucht, um Zugehörigkeit zu schaffen.

    Für die Zukunft ist das kein gutes Konzept. Ich bin froh, dass sich z.B. nationale Minderheiten wie die Dänen oder Sorben nicht durch ihre Marginalisierung oder Diskriminierung definieren, sondern durch ihre positiven Eigenheiten, welche die Gesellschaft als ganzes bereichern. Der Kampf gegen Diskriminierung und Marginalisierung gehört sicher zur Aufgabe jeder Minderheit, aber er ist nicht notwendigerweise das bestimmende Merkmal.

    Übrigens: Auch in der Gruppe (nicht der Community) der queeren Menschen gibt es Mehrheiten und Minderheiten. Gerade viele Schwule, die früher unsichtbar waren, werden jetzt sichtbar. Leute wie Spahn gehören dazu.
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#27 Taemin
#28 Taemin
  • 10.10.2020, 17:15h
  • Antwort auf #26 von Lars
  • Die Erfahrung der Marginalisierung und Diskriminierung haben die meisten Minderheiten, s. Juden, Sinti und Roma, indigene Völker, PoC, Menschen mit Beeinträchtigung und und und... Dem lassen sich das Bewusstsein der Gleichwertigkeit und der Engagement um die eigene Befreiung entgegensetzen. Ich selbst habe mich nie in der Opferrolle gesehen, aber ich weiß um die Opferrolle, die uns durch die Jahrhundert zugewiesen wurde und von manchen heute noch zugeschrieben wird. Diese Erfahrung hat für mich nichts Negatives, sondern in ihr wurzelt mein ganzes politisches Denken.
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#29 LarsAnonym
  • 10.10.2020, 17:50h
  • Antwort auf #27 von Taemin
  • Ich stelle fest: Die einen sagen, Herr Spahn gehört (ungefragt) zur Community, andere sagen, er schließt sich selber aus.

    Ich finde, Herr Spahn ist ein unabhängiger Mensch, der auf eine sehr rationale Weise etwas für sich und die Emanzipation schwuler Menschen tut.

    Ich vermute, der Segen der "Community" ist ihm dabei egal.
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#30 LarsAnonym
  • 10.10.2020, 18:03h
  • Antwort auf #28 von Taemin
  • "Diese Erfahrung hat für mich nichts Negatives, sondern in ihr wurzelt mein ganzes politisches Denken."

    Das respektiere ich auch. Das ist eine sehr "linke" Sichtweise und daraus schöpfst du sicher auch Kraft und Motivation.

    Es gibt aber eben auch andere Motivationen für politische Arbeit. Man kann den Akzent auch auf Selbstermächtigung, gesellschaftlichen Dialog, Aufklärung, pragmatische Lösungen im Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen setzen, uvm. Auch diese, wenn du willst, "Strategien" gab es schon immer bei Minderheiten.

    Dass queere Menschen auch in Parteien in Erscheinung treten, deren politische Ausrichtung man nicht teilt oder ablehnt,, halte ich insgesamt für einen Fortschritt. Es entspricht einfach der Gleichheit der queeren Menschen mit der übrigen Bevölkerung.
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#31 LarsAnonym
  • 10.10.2020, 20:01h
  • Antwort auf #28 von Taemin
  • "Diese Erfahrung hat für mich nichts Negatives, sondern in ihr wurzelt mein ganzes politisches Denken."

    Das mag ja sein, aber wenn man z.B. den hier besprochenen Film Futur 3 ansieht, wird klar: Es braucht auch Verständnis für die unterschiedlichen sozialen Welten, in denen andere queere Menschen leben und man sollte nicht alles mit der eigenen moralischen Messlatte bewerten, sonst verhält man sich sehr schnell selber diskriminierend und marginalisierend. Das gilt letztlich auch für das Milieu eines Herrn Spahn.
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#32 TheDadProfil
  • 10.10.2020, 22:24hHannover
  • Antwort auf #26 von Lars
  • ""Das Problem an dieser Definition ist, dass sie die Erfahrung der Marginalisierung und Diskriminierung braucht, um Zugehörigkeit zu schaffen.

    Für die Zukunft ist das kein gutes Konzept. Ich bin froh, dass sich z.B. nationale Minderheiten wie die Dänen oder Sorben nicht durch ihre Marginalisierung oder Diskriminierung definieren, sondern durch ihre positiven Eigenheiten, welche die Gesellschaft als ganzes bereichern.""..

    Das missachtet das sich die Minderheiten-Vertretungen der beispielsweise Dänen in S.-H. und der Sorben in Sachsen, aber eben auch der Jüdischen Bevölkerung exakt aus dieser
    "Erfahrung der Marginalisierung und Diskriminierung"
    heraus gegründet haben, und das unterscheidet sie dann auch keinen einzigen Jota von anderen "Landsmannschaften" die sich Landauf, landab nach 1945 in der BRD gründeten, deren Intentionen sich aber bis Heute signifikant unterscheiden, was die Politische Arbeit betrifft..

    ""Übrigens: Auch in der Gruppe (nicht der Community) der queeren Menschen gibt es Mehrheiten und Minderheiten. Gerade viele Schwule, die früher unsichtbar waren, werden jetzt sichtbar. Leute wie Spahn gehören dazu.""..

    Für Menschen wie Jens Spahn gilt, was schon für Guido Westerwelle galt :
    Sie sind "Homosexuelle", aber keine stolzen und selbstbestimmt lebenden und für die Gleichberechtigung&Gleichstellung kämpfenden Schwulen Männer..

    Diese Sichtbarkeit die sie haben, und auch sicher irgendwie "fördern", fördert eben nicht die Sichtbarkeit einer "marginalisierten und diskriminierten Minderheit" der LGBTTIQ*-Menschen, sondern dient nur noch dem Zweck, die Existenz der "Homosexuellen außerhalb der Community" zu einer Sichtbarkeit zu verhelfen..

    Das aber ist nichts weiter als das Guckloch in der Waschmaschine, quasi ein Fenster in den 4-Zimmer-Wohn-Schrank, in dem dieser "Homosexuelle" sich dann prima eingerichtet hat..

    Für dieses Fenster in der Waschmaschine gibt es keinen praktischen Sinn, es erfüllt keine für das Waschen der Wäsche unabdingbare Aufgabe, es ist einfach nur vorhanden..
    Und damit ebenso einfach auch überflüssig..
    Beleg :
    So genannte Toplader-Waschmaschinen besitzen dieses Fenster nicht, und trotzdem wird die Wäsche gewaschen und auch sauber..
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#33 LarsAnonym
  • 11.10.2020, 08:36h
  • Antwort auf #32 von TheDad
  • "Sie sind "Homosexuelle", aber keine stolzen und selbstbestimmt lebenden und für die Gleichberechtigung&Gleichstellung kämpfenden Schwulen Männer.."

    Das ist eine altbackene Fremd-Klassifizierung aus dem letzten Jahrhundert. Heute, wo von asexuell bis pansexuell jede Identität möglich und lebbar ist, sollte man einfach mal zuhören, wie Menschen sich selbst empfinden und welche Ziele sie sich selber setzen.
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#34 Taemin
#35 Taemin
  • 11.10.2020, 10:19h
  • zu Lars #29 und # 30

    Der Punkt ist, dass Jens Spahn einer Partei angehört, die mehrheitlich eine LSBTI-feindliche Politik macht. Ich kann nachvollziehen, dass viele darin einen Selbstausschluss aus der Community sehen. Der Punkt ist aber auch, dass er trotz politischer Verortung in einem Lager, in dem Schwulsein am liebsten in die eigenen vier Wänder verlagert wird, seine sexuelle Orientierung nicht versteckt und dass er sogar (allerdings unbefriedigend) queere Politik zu machen versucht, wenn wir's mal zurückhaltend formulieren. Dass da andere ihn als Teil der Community sehen, kann ich auch nachvollziehen. Kommt halt immer drauf an, was man unter diesem Begriff versteht, die Gemeinschaft aller Schwulen und Lesben, die "offen" leben - oder eine Gemeinschaft, deren Mitglieder besonderes Selbstbewusstsein an den Tag legen und sich massiv engagieren. Jens Spahn liegt nach meiner Einschätzung irgendwo zwischen beiden Definitionen. Guido Westerwelle lebte auf jeden Fall nicht in der Community, egal wie weit oder wie eng man deren Grenzen zieht. Natürlich gibt es bei der Frage, ob wer "dazugehört", immer Meinungsverschiedenheiten. So ist das halt bei einer sozialen Gruppe, die nicht amtlich registriert ist und keine Mitgliedsausweise verteilt.
  • Antworten » | Direktlink »
#36 LarsAnonym
  • 11.10.2020, 10:24h
  • Antwort auf #34 von Taemin
  • Jeder Hetero, aber auch jeder queere Mensch hat die Möglichkeit und das Recht, Fragen nach dem eigenen Körper bzw. Sexualleben nicht zu beantworten, ein Recht auf Privatheit etc. Die Gründe dafür sind zu respektieren. Alles andere ist, man muss es nochmal betonen, übergriffig. Soweit sollten wir 2020 eigentlich sein.

    Nicht alles beantworten zu wollen, was andere von einem wissen wollen, ist nicht automatisch ein Sichverstecken.

    Jens Spahn versteckt sich im übrigen nicht. Er lebt offiziell in einer Ehe mit einem Mann, hat auch seine sexuelle Orientierung öffentlich gemacht und setzt sich als Gesundheitsminister u.a dafür ein, Konversionstherapien verboten werden uvm.

    Das ist nunmal ein konsequenter, politisch sehr erfolgreicher Weg, der u.a. zur "Sichtbarkeit" von Schwulen in hohen politischen Führungspositionen geführt hat.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #34 springen »
#37 Lucky123Anonym
  • 11.10.2020, 13:15h
  • Antwort auf #7 von saltgay_nl
  • Da hat er vollkommen Recht! Nur das der Queer ist schließt nicht auf den Menschen! Meißt ist das sogar so das gerade solche die Gay sind und der CDU angehören Dreck am stecken haben! Sind solche die nicht Teilen können da nie Geschwister! Predigen nur Wirtschaft und Kapital. Schaffen nur Billiglohnsektor und wiegen alles in der Gesellschaft gegeneinander aus um an der Macht zu bleiben durch deren Stimmen bei der Wahl!

    Abwärts geht es ganz Schnell und dann landet man als Obdachloser auf der Straße egal ob man Beruf gelernt hat! Vielleicht sollten gerade solche wie die CDU-Wählerschaft das mal Durchmachen und dann Urteil machen!
  • Antworten » | Direktlink » | zu #7 springen »
#38 TheDadProfil
  • 11.10.2020, 13:49hHannover
  • Antwort auf #33 von Lars
  • ""Das ist eine altbackene Fremd-Klassifizierung aus dem letzten Jahrhundert.""..

    Das ist es nicht, auch wenn diese "Fremd-Klassifizierung" schon recht alt ist, sie gilt bis Heute..
    Und dabei ist sie weder "fremd" noch eine Klassifizierung die von der Schwulen Community ausginge, im Gegenteil, sie dient exakt diesen "4-Zimmer-Wohn-Schrank-Homosexuellen" um sich bloß nicht mit dieser Schwulen Community abgeben zu müssen, nach ihrer eigenen Auffassung gar "vereinnahmen" zu lassen, denn wie erwähnt sind Menschen wie Spahn kein Teil dieser Schwulen Community, weil sie es nicht wollen !

    Und nicht etwa weil diese Schwule Community es nicht wollte..
    Doch diese Gründe finden dann auch bei Dir mal wieder keinen Widerhall, weil Deine Wahrnehmung dieser Schwulen Community wie bei Herrn Spahn deutlich verschoben ist..
    Und das hat nur vermeintlich unterschiedliche Gründe..

    ""Das ist eine altbackene Fremd-Klassifizierung aus dem letzten Jahrhundert. Heute, wo von asexuell bis pansexuell jede Identität möglich und lebbar ist, sollte man einfach mal zuhören, wie Menschen sich selbst empfinden und welche Ziele sie sich selber setzen.""..

    Eine schöne Auffassung..
    Die leider nur nichts mit den Gründen zu tun hat weshalb sich dann "konservative katholiken" wie Jens Spahn nicht in eine solche Schwule Community einfinden wollen, denn man wird ihm sogar abnehmen wollen im Grundsatz die gleichen Ziele zu verfolgen wie diese, er hält aber den Weg über den "bürgerrechtlichen Protest" für nicht gangbar..

    Jens Spahn ist ein Prototyp des Menschen, der sich in Organisationen wie der "HuK" selbst einredet, man könne solche Systeme "von innen heraus" "reformieren", und dabei weder verstanden hat was "Reform" am Ende des Prozesses bedeutete, noch begriffen hat das "Reformen aus dem Innerem" noch niemals in der Geschichte geglückt sind..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#39 TheDadProfil
  • 11.10.2020, 14:03hHannover
  • Antwort auf #36 von Lars
  • ""Jeder Hetero, aber auch jeder queere Mensch hat die Möglichkeit und das Recht, Fragen nach dem eigenen Körper bzw. Sexualleben nicht zu beantworten, ein Recht auf Privatheit etc.""..

    Wenn es ein solches "Recht" gäbe, dann könnte man es irgendwo nachlesen..
    Das muß nicht einmal ein Gesetzestext sein, aber irgendein Pamphlet in dem dieses "Recht" dann irgendwann mal veröffentlicht wurde..

    Die Kommentare und Äußerungen von Usern beispielsweise hier sind NICHT dieses Pamphlet !

    Denn es handelt sich bei Licht besehen IMMER nur um "Einzelmeinungen" derer, die dieses "Recht" für sich selbst proklamieren, und es dann auch noch ungeniert auf "alle anderen" auszuweiten suchen, und sich damit quasi eine "imaginäre Rückendeckung" für ihre Argumentation geben, frei nach dem Motto
    "schaut her, wir sind aber viele"..

    Und so lange die absolute Mehrheit der Bevölkerung mit ihrem Outing ihrer Sexuellen Identität frei hausieren geht, kann es auch ein solches "Recht auf Privatheit" gar nicht wirklich geben, denn z.B. in den Aussagen der Heteros steckt auch ein Angriff auf die Minderheiten, der einen Druck ausübt, der all die Folgen zeitigt die hinlänglich bekannt sind, angefangen von Mobbing bis hin zu signifikant erhöhten Suizidraten vor allem unter LGBTTIQ*-Kindern-und Jugendlichen, aber auch LGBTTIQ*-Erwachsenen..

    Damit könnte man also erst in einer wirklich gleichberchtigten und gleichgestellten Gesellschaft ein solches "Recht" überhaupt erst formulieren..
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#40 SoSoAnonym
#41 EgalAnonym
#42 LarsAnonym
  • 11.10.2020, 15:41h
  • ""Jeder Hetero, aber auch jeder queere Mensch hat die Möglichkeit und das Recht, Fragen nach dem eigenen Körper bzw. Sexualleben nicht zu beantworten, ein Recht auf Privatheit etc.""..

    "Wenn es ein solches "Recht" gäbe, dann könnte man es irgendwo nachlesen.."

    Normalerweise beantworte ich Posts von bestimmten Usern nicht, manche Sachen muss man aber wirklich klarstellen.

    Jeder seriöse Comingout-Ratgeber unterstreicht: Was "schwul" für dich bedeutet, das bestimmst Du und kein anderer. Wann und wie und vor wem Du Dich outest, bestimmst Du und kein anderer.

    Zum Recht auf freie Meinungsäußerung und freier Entfaltung der Persönlichkeit, zum Schutz der Privatsphäre gehört es auch, zu bestimmen, was man über seinen Körper und seine Privatsphäre mitteilt.

    Wem das nicht einleuchtet, mit dem will ich nichts zu tun haben.
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#43 nix egalAnonym
#44 AFD-WatchAnonym
  • 11.10.2020, 16:24h
  • Antwort auf #42 von Lars
  • Das Problem sind aber die unterschiedlichen Maßstäbe. Beim heterosexuellen Politiker steht der Familienstand selbstverständlich in der Vita, oft direkt in der ersten Zeile. Da spricht keiner von "Privatsphäre" oder vom Preisgeben sexueller Präferenzen.
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#45 LarsAnonym
  • 11.10.2020, 16:31h
  • Antwort auf #43 von nix egal
  • Das sind Diskussionen aus dem letzten Jahrhundert. Tatsächlich gab es Entscheidungen, ob das Wort "schwul" in wissenschaftlichen oder "bürgerlichen" Kontexten verwendet werden sollte, oder nicht.

    Mittlerweile wird das Wort "schwul" unabhängig von seinen früheren Konnotationen auch in amtlichen Stellen verwendet und bezeichnet allgemein männliche Homosexualität und nicht eine bestimmte Haltung. Das war eine emanzipatorische Errungenschaft, die man nicht einfach zurückdrehen kann, weil einem bestimmte schwule Menschen von der Haltung nicht passen.

    Der Sinn dahinter war, Menschen nicht auf ihre Sexualität zu reduzieren. Ein zweiter Grund war, dass das Wort "Homosexualität" ein Kunstwort war, dass diese Veranlagung in den Bereich der Krankheit rückte.

    Es wäre absolut unfair, Menschen, deren Umgang mit Sexualität nicht den eigenen Maximen entspricht, mit den gleichen Methoden und Bezeichnungen abzuwerten, die man ehemals bekämpft hat.

    Sprache ist kreativ. Wenn man sich den unbedingt von anderen Schwulen abgrenzen will, dann kann man ja eine neue, zeitgemäße Bezeichnung erfinden.
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#46 so issesAnonym
  • 11.10.2020, 16:41h
  • Antwort auf #44 von AFD-Watch
  • Exakt. Und ich möchte noch einen Schritt weitergehen. Wenn ein*e Politiker*in oder z.B. christliche Anführer*in aus der jeweiligen Position heraus die rechtliche oder soziale Ungleichbehandlung von LGBT*IQ betreibt, selbst aber ("im Schrank") homosexuell ist, dann ist ein Zwangs-Outing nicht nur vertretbar, sondern sogar erforderlich. Denn dann hat der*Diejenige sein*ihr Recht auf Privatheit verwirkt.
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#47 Keine Lesbe weit und breitAnonym
#48 EgalAnonym
#49 RigolettoAnonym
  • 11.10.2020, 19:13h
  • Diese Diskusion zeigt ganz deutlich, dass auch die queere "Community" nur ein Spiegel der Gesellschaft ist. Genau so, wie Heteros sind. Die von Heteros (nicht von allen) in eine Schublade gesteckt werden und deshalb nicht dazugehören, weil es ja die unterste Schublade ist. Und was machen die, die in der untersten Schublade sind (auch hier nicht alle)? Sie stecken ihresgleichen wieder in Schubladen, die, die sich verstecken (habt ihr euch mal gefragt, warum die sich immer noch verstecken?), "angepasst" leben (was ist das eigentlich, wer bestimmt das?), die nicht ihren Lebensinhalt darin sehen, sich für den Kampf für Gleichstellung zu engagieren, kommen in die unterste, gehören nicht dazu. Dabei will die "Community" doch so sein wie Heteros: gleichgestellt! Und was die Schubladen angeht, ist sie das schon lange.

    Ich lasse mir jedenfalls von Niemandem sagen, wie ich als Schwuler zu leben habe, weder vom Staat, noch von der Gesellschaft und auch nicht von einer so genannten "Community". Ich hänge mir auch kein Schild um den Hals, auf dem steht: Ich bin schwul! Ich unterstütze aber alles, was zur rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung queerer Menschen beiträgt. Und so ähnlich sehe ich es bei Herrn Spahn (er tut es natürlich nach seiner Überzeugung), dessen politische Überzeugung ich meißt nicht teile. Als Mensch kenne ich ihn nicht, weshalb sich darüber jede Beurteilung verbietet.
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#50 Homonklin_NZAnonym
  • 11.10.2020, 19:24h
  • Antwort auf #39 von TheDad
  • Das Recht auf Privatsphäre gehört sogar zu den Menschenrechten. Als es damals vorm Gericht gegen meinen Bruder ging, spielte das neben anderen Auszügen, wie Menschenwürde oder Briefgeheimnis eine Rolle. Ein Teil davon wird, wenn ich mich recht erinnere, mit dem Artikel 13 im GG geregelt. Im Weiteren findet sich das an:

    ""Der Schutz der Privatsphäre ist im deutschen Grundgesetz aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG)[7] abzuleiten. Das besondere Persönlichkeitsrecht dient dem Schutz eines abgeschirmten Bereichs persönlicher Entfaltung. Dem Menschen soll dadurch ein spezifischer Bereich verbleiben, in dem er sich frei und ungezwungen verhalten kann, ohne befürchten zu müssen, dass Dritte von seinem Verhalten Kenntnis erlangen oder ihn sogar beobachten bzw. abhören können""

    de.wikipedia.org/wiki/Privatsph%C3%A4re#Deutschland

    Das kann dann durchaus ein Teil des "Lebensentwurfs" sein, wenn man diese Dinge für sich behält, oder maximal anonym weitergibt, wo es unbedenklich erscheint.

    Von einer Pflicht, alles und jedes preisgeben zu müssen, wo das nicht Gegenstand eines polizeilichen Verhörs ist, oder einer Gerichtsverhandlung, hätte ich noch nichts gehört. Und davon, dass immer alle Menschen unverrückbar ehrlich sind, noch nicht mal auf einem Autisten-Kongress.
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#51 Homonklin_NZAnonym
  • 11.10.2020, 19:49h
  • Dass natürliche Eigenschaften kein "Lebensentwurf" sein können, müsste an sich so klar sein, wie es bei der Länge von Fingern oder bei Talent für Mathematik auch ist.

    Vegan zu leben oder religiös zu sein, sind eher schon Dinge, die da hinein gehören. Für Entwürfe kann man sich in der Regel entscheiden, für natürliche Eigenheiten nicht.

    Schwul, konservativ und katholisch kann es geben, sieht man ja. Nur ob die Kombination auf Dauer psychisch gesund belässt, ist fraglich, denn etwas wie Jude, rassistisch und PoC wäre eine ähnlich fragwürdige Kombination.
    Das Verbleiben in Organisationen, die einen ablehnen und fortwährend niederschätzen, ist mit der besten Psychohygiene nur schwer zu ertragen. Der Mann muss sich halt schon fragen, ob er Don Quixote ein bisschen zu sehr verinnerlicht hat, Windmühlen, und so.

    Okay, eine Community in dem Sinne habe ich da auch nie vorgefunden. Auf einer Seite eben die ganzen Aktivisten und Szenetreffpunkte, Paraden und Hilfen und was es nicht alles gibt, wodurch das wohl zusammengesetzt wird, was Community bedeutet. Dann aber eine ganze Menge Leute, die einen so, wie man tatsächlich ist, nicht unter sich dulden. Es ist so ähnlich, wie beim Trachtenverein auch, der eine Knopf, der nicht so aussieht wie Tradition es verlangt, und man ist unten durch.

    Keine Böcke darauf zu haben - darf auch Jeder. Toter Fisch schwimmt mit dem Strom.
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#52 HurtigFanAnonym
  • 11.10.2020, 21:41h
  • Was verbindet Homosexuelle und was unterscheidet Homosexuelle von Heterosexuellen?

    Heterosexuelle teilen sich "Tisch und Bett" mit Menschen des anderen Geschlechts, Homosexuelle mit Menschen des gleichen Geschlechts. Nicht mehr und nicht weniger.

    Der Rest: Beruf, politische Weltanschauung, Verhalten, Hobbies, Interessen, Freundschaften, Ehe (Ja?/Nein?), Nachwuchs (Ja?/Nein?), Reisen, etc. etc. hat alles nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun. Wie man lebt sollte man sich von niemandem vorschreiben lassen: Weder vom Staat, der "Gesellschaft" noch von irgendeiner "Community".

    Mir widerstrebt, wenn Menschen wie mir, von irgendwelchen Communityvertretern vorgeschrieben wird, wie "schwul" ich zu sein habe. Oder mir vorgeworfen wird, ich sei heteronormativ und lebe nicht so, wie ich es sollte.
    Meine Erfahrungen sind nicht repräsentativ, aber was ich in der Zeit, in der ich in diese sogenannte "Szene" schnupperte an negativen Reaktionen erfahren hab, hatten mich erschüttert.
    Einerseits Toleranz und Akzeptanz fordern, andererseits andere schwule für deren Lebensentwurf kritisieren passt für mich nicht zusammen. Sollte manchem mal zum Nachdenken stimmen.

    Glücklicherweise erlebe ich aber die jüngere Generation in der Hinsicht wesentlich entspannter und weniger ideologisch-verbissen wie so manch Ü50-Vertreter, der in der Zeit stehen geblieben scheint.
    Da werden Freundschaften gepflegt, unabhängig von der sexuellen Orientierung. Bei älteren Vertretern höre ich oft "Ich kann mit Heteros einfach nichts anfangen, und die mit "uns" ja auch nichts. Wer ist uns?

    Dieses "wir" und "die/ihr" empfinde ich als unsäglich. Ebenso das Vorurteil, Heteros (insebesondere Männer) hätten etwas gegen Schwule und wären per sei eine Art "Feind".
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#53 Taemin
#54 Taemin
#55 Taemin
#56 Taemin
  • 12.10.2020, 08:37h
  • Antwort auf #52 von HurtigFan
  • Dass der Beruf nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun habe, kann nur behaupten, wer das Glück hatte, nie Diskrimninierung erleben zu müssen. Dass sie nichts mit Freundschaften zu tun habe, kann nur behaupten, wer das Glück hatte, dass sich nie vermeintliche Freunde von ihm zurückzogen und Menschen, mit denen er Freundschaft schließen wollte, ihn nicht abwiesen.
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#57 EgalAnonym
#58 LarsAnonym
  • 13.10.2020, 07:57h
  • Antwort auf #55 von Taemin
  • Gern noch einmal: "Schwul" bezeichnet heute die sexuelle Orientierung und keine Haltung zur eigenen sexuellen Orientierung. Die Schwulenberatung z.B. ist ein Angebot für Schwule und keine Anleitung, wie man korrekt schwul wird.

    Westerwelle war nach heutigem Verständnis schwul. Er lebte mit einem Partner zusammen, den er des öfteren auch offiziell auf Reisen als Außenminister mitgenommen hat. Ich finde es absolut unfair, ihm von außen ein gestörtes Verhältnis zu seiner sexuelien Orientierung vorwerfen zu wollen. Solche Fremddiagnosen sind doch genau die Methoden, gegen die queere Menschen sich wehren, wenn sie von Seiten der Kirche oder anderen Stellen kommen.

    Wie "schwul" (oder "bi" oder "hetero" man nach außen wirken und rüberkommen will, liegt ganz allein in der Freiheit und Verantwortung jedes einzelnen. Entscheidend ist lediglich, dass man ANDERE nicht verunglimpft, wenn sie - als Schwule, als Bisexuelle, als Heteros, etc. einen anderen Lebensstil führen als man selbst.
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#59 Taemin
  • 13.10.2020, 12:08h
  • Antwort auf #58 von Lars
  • So leid mir's tut - ich kann Dir nicht folgen. Ein Mann, der wie Westerwelle jahrzehntelang einen Eiertanz aufführt, was er denn nun ist, ohne jemals selbst öffentlich dazu zu stehen, ist nicht schwul. Dass er mit seinem Lebensgefährten öffentlich auftrat, ähnelt lediglich der Attitüde katholischer Amtsträger, die gern ihren angeblichen Cousin oder Sekretär mit sich führen. Als er bei einem Besuch in Weißrussland von Lukaschenko wegen seiner Homosexualität beleidigt wurde, fand er keine Worte, so dass ein nichtdeutscher Politiker, der an der Reise teilnahm, Lukaschenko übers Maul fahren musste. Westerwelle bekämpfte die Aufnahme der sexuellen Orientierung in Art. 3 III GG mit der famosen Begründung, Brillenträger werden dort ja auch nicht erwähnt. Er lehnte nicht nur die Ehe, sondern sogar schon die Lebenspartnerschaft ab - und ging sie später selbst ein (welch eine elende Figur!). Unter seinem Vorsitz sorgte seine Partei überall, wo sie die Macht dazu hatte, für den Ausschluss der Lebenspartnerschaft vom Standesamt. Nein, so einer verdient nicht die Bezeichnung schwul. Es wurde mal zutreffend gesagt, dass man zwar homosexuell, nicht aber schwul geboren werde. Schwulsein müsse man sich hart erarbeiten. (Wer wie ich in den frühen 80ern schwul sozialisiert wurde, weiß das noch.) Westerwelle hat diese harte Arbeit stets gescheut. Es tut mir sehr leid, dass er so früh sterben musste; ich hätte ihm längeres Leben gewünscht. Aber die Wahrheit muss die Wahrheit bleiben. Westerwelle war immer das schlechte Beispiel für einen Homophilen, der nie schwul sein wollte. Ähnlich war es mit Ole von Beust - der schickte seinen Vater (!) vor, öffentlich die Homosexualität des Sohnes zu erklären. Von anderen Ministern will ich gar nicht erst reden. Da kommt man nicht umhin, Jens Spahn zuzugestehen, dass er zumindest insoweit Rückgrat bewiesen hat.
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#60 LarsAnonym
  • 13.10.2020, 14:11h
  • Antwort auf #59 von Taemin
  • Du verwendest das Wort schwul, so wie man das Wort "Feministin" für eine Frau verwenden könnte, aber das Wort bezeichnet nunmal heute allgemein die sexuelle Orientierung - und das war eine gewollte Entscheidung der Schwulenbewegung, das Wort aus der Szeneecke herauszuholen und es - bis in den Bundestag hinein als neutralen Begriff salonfähig zu machen.

    Deshalb stehen Angebote für "Schwule" allen offen - unabhängig davon, wie offen oder kämpferisch sie ihr Schwulsein leben. Das halte ich für eine Errungenschaft. Es bedeutet nämlich auch, dass kein Druck ausgeübt wird, mit der sexuellen Identität einen bestimmten Lebensstil annehmen zu sollen. Denn genau diese Sorge hielt - das weiß ich aus Erfahrung - viele junge Schwule davon ab, Angebote der Schwulenberatung zu nutzen.

    Es gibt, unabhängig von der sexuellen Orientierung Kämpfer und Diplomaten und Taktierer, es gibt wagemutige, mutige, ängstliche und auch feige Menschen. Sie alle haben Schutz vor Diskriminierung verdient, denn Schutz geht von den wirklich Starken aus.

    Wenn es homosexeulle Menschen gibt, die als Politiker durchaus viel Schneid und Mut bewiesen haben und trotzdem nicht in der Weise offen gelebt haben, wie du dir das vorstellst, dann sollte sich die Schwulenbewegung auch kritisch die Frage stellen, warum es ihr nicht gelang, mehr Leute zu ermutigen, aktiver für ihre Rechte einzustehen.

    Je mehr Schwule und queere Menschen in hohe Positionen kommen, in denen sie Verantwortung tragen, je dringender wird diese Frage, sich der eigenen Macht und Strärke bewusst zu werden und sie verantwortungsvoll zu nutzen.
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#61 SarkastikerAnonym
#62 LarsAnonym
  • 13.10.2020, 15:59h
  • Antwort auf #61 von Sarkastiker
  • Man kann über Westerwelle sagen, was man will (und ich selber finde seine Ära, in der die wertorientierten, humanistischen Liberalen zugunsten einer gesichtslosen Yuppie-Spaß-Generation abgesägt wurden, katastrophal) , aber natürlich war er ein Mensch, der sich in der Politik durchsetzen konnte und das beruht auch auf Mut und nicht nur auf Zufall.

    Auch queer.de würdigt ihn als "ersten offen schwulen Bundesminister" und nicht als ersten offen homosexuellen Bundesminister.

    www.queer.de/detail.php?article_id=28431

    Lesenswert auch sein Buch "Zwischen zwei Leben", in dem er, zu einem Zeitpunkt, wo er nichts mehr zu verlieren hat, auch über sich und die Menschen, die für ihn da waren, reflektiert.
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#63 SchwurbelwatchAnonym
  • 13.10.2020, 16:26h
  • Antwort auf #60 von Lars
  • "dann sollte sich die Schwulenbewegung auch kritisch die Frage stellen, warum es ihr nicht gelang, mehr Leute zu ermutigen, aktiver für ihre Rechte einzustehen."

    Könnte was mit Apologeten der Feigheit zu tun haben, die das klare Ideal eines unverklemmten schwulen Leben für "übergriffig" erklären und erzwungenes Schrankschwestertum zu einem Ausdruck individueller Freiheit zurechtlügen.
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#64 Taemin
  • 13.10.2020, 17:56h
  • Antwort auf #60 von Lars
  • Da kann ich ja viel als zutreffend einräumen - eines aber auf keinen Fall: Westerwelle hat selbst massiv Diskriminierung von Schwulen und Lesben betrieben. Der war "keiner von uns" (egal, wie man "uns" definieren will). Westerwelle hat sich nie für, sondern immer gegen Schwule und Lesben eingesetzt.
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#65 Taemin
#66 AFD-WatchAnonym
  • 13.10.2020, 18:08h
  • Antwort auf #60 von Lars
  • "dann sollte sich die Schwulenbewegung auch kritisch die Frage stellen, warum es ihr nicht gelang, mehr Leute zu ermutigen, aktiver für ihre Rechte einzustehen."

    Wieso müssen die Leute sich das fragen? Es kommt immer wieder von Konservativen die Beteuerung, weshalb man sich nicht oder nicht offen für die Rechte eingesetzt hat. Angehängt die Klage, dass ja nicht alle "links-grün" seien. Schön und gut, aber wenn sie sich jetzt in die Öffentlichkeit trauen und die Lorbeeren ernten wollen, dann müssen sie sich auch die Frage bzw. den Vorwurf gefallen lassen, dass es ihnen in der Zeit frei stand, selber für diese Rechte einzutreten. Wozu sollten sie von der Bewegung dazu auch noch ermutigt werden müssen?
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#67 Untertan-WatchAnonym
  • 13.10.2020, 23:17h
  • Antwort auf #60 von Lars
  • "dann sollte sich die Schwulenbewegung auch kritisch die Frage stellen, warum es ihr nicht gelang, mehr Leute zu ermutigen, aktiver für ihre Rechte einzustehen."

    Das fragt der Richtige, der hier immer und immer wieder herumkeift, "die Schwulen" sollten lieber leisetreten, nicht "zu viel" fordern, die Mehrheit nicht mit Forderung nach Rechtsgleichheit verärgern und einfach mal schön dankbar sein, überhaupt leben zu dürfen.
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#68 LarsAnonym
  • 14.10.2020, 08:06h
  • Antwort auf #67 von Untertan-Watch
  • Wo hast Du diese Zitate her? Wo habe ich geschrieben, man solle "nicht zu viel" fordern, wo fordere ich andere zum "leisetreten" auf?

    Ich fordere nur das ein, was in jedem Comingout Ratgeber steht, nämlich, dass jeder die Art, das Tempo, den Stil und den Inhalt seines "Comingouts" (als schwul, Bisexuell, asexuell, trans, hetero etc.) selber bestimmen darf.

    Und ich erinnere daran, dass es soziale, psychische und emotionale Gründe gibt, wenn Menschen "verklemmt" erscheinen. Diese Gründe muss man kennen und sich mit ihnen auseinandersetzen, wenn man erfolgreich Aufklärungsarbeit betreiben will. Wenn man das ernst nimmt, dann wird man nicht wie ein Bully auf solche Leute losgehen.
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#69 Taemin
  • 14.10.2020, 10:19h
  • Antwort auf #68 von Lars
  • Das Tempo des Coming-outs ja, aber wir reden doch hier schon die ganze Zeit von Leuten, die sich bewusst dagegen entscheiden, überhaupt aus dem Schrank zu kommen, oder bestenfalls mit ihrer sexuellen Orientierung ein wenig zu kokettieren, während sie sich gleichzeitig von allem, was schwul ist, fernhalten oder gar dagegen auftreten. Das war für mich der Sinn, den Namen Westerwelle überhaupt zu erwähnen. Die Schlimmsten sind diejenigen,die sich politisch um jedes Thema kümmern, aber sobald es um die Rechte von Schwulen und Lesben geht abtauchen oder sich gar zu den Gegnern gesellen.
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#70 LarsAnonym
  • 14.10.2020, 14:43h
  • Antwort auf #69 von Taemin
  • Ich finde, dass man berücksichtigen muss, in welchem Umfeld jemand agiert.

    Bei Westerwelle ist mir tatsächlich nicht recht verständlich, wieso er als liberaler Politiker gegen das Partnerschaftsgesetz gestimmt hat, obwohl er es später in Anspruch genommen hat.

    Ein schwuler CDU-Politiker hätte bei diesem Thema dickere Bretter zu bohren gehabt, wobei Spahn allerdings schon zu einer anderen Generation von Schwulen gehört.

    Schwule Politiker in anderen Ländern, in denen Homosexualität z.B. illegal (und die gibt es mit Sicherheit) muss man sicher noch einmal anders beurteilen, weil ihre Möglichkeiten begrenzt sind.

    Dass jemand für die Öffentlichkeit "im Schrank" lebt, würde ich allerdings einem Politiker nicht vorwerfen, solange er keine für Schwule "schädliche" Politik betreibt und niemanden hintergeht. Es gibt verklemmte oder in ihrer Sexualität unsichere Menschen, die trotzdem auf anderen Gebieten gute Politik machen. (da muss man nicht unbedingt an Westerwelle denken).

    Ich erinnere mich aber ein Bild von Westerwelle aus seiner ungeouteten Zeit, wo er vor einem Gemälde von dem schwulen Künstler Norbert Bisky posiert - auf dem Boden hockend, wie ein verunsicherter pickliger Teenager. Ich habe das Bild damals als ein Outing verstanden, und zwar eines, in dem Westerwelle auch seine innere Unsicherheit dargestellt hat. Das hat mir gefallen, weil es auf eine andere Art "ehrlich" war, als ein auftrumpfendes Outing, als "selbstbewusster schwuler Mann".

    Und ich finde übrigens auch nicht, dass jeder geoutete Politiker selbstsicher in seiner Sexualität ist.

    Generell würde ich sagen, dass introvertierte Menschen, die nach langfristigen, gefühlsmäßigen Bindungen suchen, sich mit dem Outing mehr Zeit lassen.
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#71 AFD-WatchAnonym
  • 14.10.2020, 19:09h
  • Antwort auf #70 von Lars
  • "Bei Westerwelle ist mir tatsächlich nicht recht verständlich, wieso er als liberaler Politiker gegen das Partnerschaftsgesetz gestimmt hat, obwohl er es später in Anspruch genommen hat."

    Das war das typische Stimmverhalten der FDP, die selbst dann mit der CDU gestimmt hat, auch wenn sie nicht in einer Koalition mit ihr war und es auch kein Koalitionszwang gab, Was ein gewisser User früher immer abgestritten hat.
    Zu diesem Abstimmungsverhalten gehörte übrigens auch die Weigerung, die Opfer des §175 der NS-Zeit anzuerkennen. Das war 2002.
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#72 LarsAnonym
#73 AFD-WatchAnonym
#74 TheDadProfil
  • 15.10.2020, 11:03hHannover
  • Antwort auf #70 von Lars
  • ""Ich finde, dass man berücksichtigen muss, in welchem Umfeld jemand agiert.""..

    Du suchst immer noch nach Ausreden für "Argumente", die keine sind..
    Auch irgendwelche "Hinweise" auf im Ausland lebende können hier nicht begründen, wieso sich in der BRD lebende Mitglieder politischer Parteien gegen die Ziele der eigenen Minderheit einsetzen, oder eingesetzt haben..
    Derlei Fakten lassen sich auch nicht mit noch so absonderlichen "Umweg-Argumenten" aus dem Weg schaffen..

    Jens Spahn ist kein "Mitglied der Community, weil er es nach eigener Aussage nicht sein will, daran kommt man dann auch selbst dann nicht vorbei, wenn man ihm, so wie Du, beiseite springen will..

    ""Dass jemand für die Öffentlichkeit "im Schrank" lebt, würde ich allerdings einem Politiker nicht vorwerfen, solange er keine für Schwule "schädliche" Politik betreibt und niemanden hintergeht.""..

    Das muß man gar nicht auf Politiker allein verengen..
    Bloß dann wird ziemlich schnell gewahr, wie dünn das Argument hier ist, denn wer im Schrank lebt, der beteiligt sich NICHT "öffentlich" an der Sache, und begeht damit schon mal den Irrtum, er könne sich auch "im Verborgenem" für die Sache einsetzen..

    Kann er nicht, und damit begeht er dann auch den "Verrat an der Minderheit", die sich exakt durch diese "Menschen im Schrank" deutlich kleiner präsentiert, als sie in Wirklichkeit ist..

    Und sich dann vorgeblich sogar in "bestimmten Bereichen einer Gesellschaft" gar nicht aufhält, wie etwa im Profi-Fußball, offensichtlich dem einzigem Habitat in der BRD in der "Schwule Männer" angeblich nicht vorkommen sollen..

    Das war auch mal im Bundestag so, und einer der daran mit-gestrickt hat war Herr Westerwelle, der trotzdem sich schon mehr als 10 Jahre zuvor ein Grüner Politiker als "Schwul" geoutet hatte, immer noch den Eindruck erwecken wollte, er hätte als Politiker ein Recht darauf im Schrank zu bleiben..

    Hat er nicht..
    Denn im GG steht der Auftrag an die Abgeordneten der Parlamente klar beschrieben :
    Die Vertretung von ALLEN Angehörigen der Bevölkerung..

    Dieser Auftrag bestimmt dann auch Maß und Inhalt des immer wieder beschriebenen "Gewissens" in Artikel 38 GG, in welchem Abgeordnete dann "frei" sein sollen..

    Doch man KANN nirgendwo "frei" sein, wenn man sich selbst in einen Schrank einsperrt..
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#75 TheDadProfil
#76 TheDadProfil
  • 15.10.2020, 11:20hHannover
  • Antwort auf #72 von Lars
  • ""Wenn ich FDP-Watch betreibe sehe ich allerdings auch: In den 80er und 90er Jahren haben FDP-Politiker wie Gerhard Baum und andere aktiv Politik zur Abschaffung des §175 gemacht.""..

    Gerhard Ludwig Baum ist nach der verstorbenen Hildegard Hamm-Brücher das letzte Mitglied der FDP mit einem "universellem Gewissen"..

    Leider hat das keinen wirklichen Einfluß mehr auf diese Partei..
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#77 LarsAnonym
  • 15.10.2020, 14:20h
  • Antwort auf #73 von AFD-Watch
  • Nein, wieso?

    Ich interessiere mich lediglich für verschiedene Positionen innerhalb von Parteien, egal ob es sich um Grüne, Linke, SPD, FDP, CDU oder sonstige handelt. Ein Post ist doch keine Wahlempfehlung.

    Ich bin zum Beispiel kein Freund der Leihmutterschaft, konstatiere aber, dass es in der FDP Initiativen dazu gibt, das zu legalisieren, während die CDU (und wahrscheinlich auch Spahn) dagegen sein dürften.

    Das sind doch spannende Diskussionen.
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#78 vielsagendAnonym
  • 15.10.2020, 15:34h
  • Antwort auf #77 von Lars
  • es ist vielsagend, dass du diskussionen um fragen wie leihmutterschaft, die dich als lebensentwürfe anderer menschen schlichtweg überhaupt nichts angehen, "spannend" findest - so als ob deine meinung ein gewicht haben sollte für die entscheidungen oder persönlichsten handlungen anderer menschen.

    so was nennt man hybris oder selbstüberschätzung.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #77 springen »
#79 LarsAnonym
  • 15.10.2020, 16:29h
  • Antwort auf #78 von vielsagend
  • Jeder Politiker muss auch Fragen entscheiden, die ihn oder sie persönlich nichts angehen. Genauso geht es uns als Wählern - mit der Leihmutterschaft und allen anderen gesellschaftlichen Fragen, weil wir als WählerInnen und Wähler indirekt eben auch darüber entscheiden.

    Ich weiß nicht, wie man zu Entscheidungen kommen kann, wenn man sich nicht für die Argumente im Einzelnen interessiert.

    Politische Entscheidungen sind oft Abwägungen, nicht selten 51:49 Entscheidungen. Deshalb kann es durchaus sein, dass sich ein Paar, dass ein Kind über Leihmutterschaft adoptieren will, sich im Moment von der FDP besser vertreten fühlten mag, als von der CDU (trotz Jens Spahn) oder von den Linken oder Grünen. Ein solches Paar muss also abwägen.

    Für mich sind solche Diskussionen gelebte Demokratie. Diskussionen gehen der Entscheidungsfindung voraus und gehören dazu. Was bitteschön ist daran "vielsagend"?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #78 springen »

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