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Interview

"20 Männer vor mir zu haben, ist noch besser als nur einen"

Als neuer "Prince Charming" geht Alexander Schäfer ab Montag auf Sendung. Wir sprachen mit ihm über seinen Traummann und wie er sich auf die schwule Kuppelshow vorbereitet hat.


Alexander Schäfer bei den Dreharbeiten auf Kreta (Bild: TVNOW / Arya Shirazi)

Alexander Schäfer ist 30 Jahre alt, Marketingmanager aus Frankfurt am Main – und sucht ab dem 12. Oktober bei TVNOW (und ab 30. Oktober bei Vox) als "Prince Charming" den Mann fürs Leben. Wir haben nach dem Ende der Dreharbeiten auf Kreta mit ihm telefoniert. Nur ob das mit der großen Liebe im Reality-TV genauso gut geklappt hat wie für seinen Vorgänger in der ersten, mit dem Grimme-Preis prämierten Staffel der Show, durfte uns Schäfer vor einigen Tagen am Telefon natürlich noch nicht verraten.

Alex, die erste Frage liegt nahe: Hast du letztes Jahr die erste Staffel von "Prince Charming" überhaupt verfolgt?

Na klar, die habe ich von vorne bis hinten geschaut und auch in meinen Instagram-Storys kommentiert. Immer gleich um Mitternacht, wenn die Folgen bei TVNOW online gingen.

Hast du damals schon gedacht: Das wäre etwas für mich?

Nee, daran habe ich damals noch gar nicht gedacht und mir auch nie träumen lassen, da mal dabei zu sein. Eine Freundin fragte irgendwann, ob ich nicht mal überlegen wolle, mich da zu bewerben. Und weil ich wieder Platz in meinem Leben und Herzen für einen Mann hatte, konnte ich mir das tatsächlich vorstellen. Also habe ich mich beworben. Einen Tag später kam ein Anruf mit der Frage, ob ich mich als Prinz beworben habe. Denn lustigerweise hatte ich – ganz unbewusst – in meinem Video ganz vergessen zu sagen, ob ich Prinz oder Kandidat sein will. Die Entscheidung fiel mir dann spontan aber sehr leicht. Denn 20 Männer vor mir zu haben, ist doch noch besser als nur einen!

Den Platz in deinem Herzen – hätte man den nicht auch auf anderen Wegen als über eine Fernsehshow füllen können?

Ich habe früher auch Dating-Apps benutzt, da sind auch Beziehungen draus hervorgegangen. Nach meiner letzten hatte ich darauf keine Lust mehr, aber bei den Männern, die ich im Alltag kennen gelernt habe, hat es einfach nicht richtig gepasst. Warum also nicht mal so einen unkonventionellen Weg ausprobieren? Ich war einfach bereit für dieses Abenteuer.


Hahn im Korb: Aus diesem virilen Haufen kann sich Alex einen aussuchen. Hinten v.l.: Erik, Arne, Sascha, David, Adrian, Flo; Mitte v.l.: Leon, Jan, Joachim, Bernhard, Benedetto, Michael; Vorne v.l.: Roman, Andrea, Vincent, Gino, Prince Alex, Lauritz, Jakob und Patrick(Bild: TVNOW)

Die Erwartungen nach der ersten Staffel waren sicherlich von allen Seiten groß, schließlich gab es nicht nur den Grimme-Preis, sondern für Nicholas Puschmann am Ende auch die große Liebe. Hast du dich als Prinz unter Druck gefühlt?

Nicht was irgendwelche Erwartungshaltungen angeht. Aber ich bin mir natürlich bewusst, dass ich in große Fußstapfen trete. Nicholas hat das wirklich ganz toll und souverän gemacht. Ich fand echt bewundernswert, wie eloquent er war und wie er allen gerecht wurde. Vor allem letzteres habe ich mir dann natürlich auch vorgenommen. Trotzdem musste ich natürlich vor allem ich selbst sein. Wenn ich versucht hätte, mir was bei ihm abzuschauen und Nicholas 2.0 zu werden, dann wäre das nur unauthentisch geworden.

Stichwort Authentizität: Wie leicht ist es dir denn gefallen, vor laufenden Kameras Du selbst zu sein?

Eigentlich ist es ja zum Glück ganz leicht, man selbst zu sein. Schließlich habe ich das 30 Jahre lang gelernt und kann es inzwischen ganz gut. Aber klar, man muss sich dann ein bisschen fallen lassen und die Kameras so gut wie möglich ausblenden. Das fällt leichter, wenn sie irgendwo fest installiert sind und schwerer, wenn ein Kamerateam direkt vor dir steht. Aber ich habe mich recht schnell daran gewöhnt. Ich hatte zwar vorher noch gar keine Kameraerfahrung, mich dann allerdings schnell recht wohl gefühlt und die Scheu abgebaut. Deswegen konnte ich mich dann auch einfach geben wie ich bin.

Selbst in den intimeren Momenten, wo es ans Knutschen und mehr geht?

Es ist durchaus gewöhnungsbedürftig zu wissen, dass die Kameras auf einen gerichtet sind, während man sich näherkommt. Aber mit dem richtigen Gegenüber klappt das Ausblenden tatsächlich umso besser.


Alexander Schäfer: "Groß geschrieben wird bei mir die Ehrlichkeit" (Bild: TVNOW / Arya Shirazi)

Bist du mit irgendwelchen Strategien oder Plänen an die Sendung herangegangen?

Nein, ich wollte das einfach auf mich zukommen lassen. Mental habe ich mich wirklich gar nicht auf "Prince Charming" vorbereitet, sondern bin überzeugt blauäugig an die Sache gegangen. Ich bin höchstens ein paar Mal öfter ins Fitnessstudio gegangen, das war alles an Vorbereitung.

Hattest du Sorgen, ob alle Kandidaten die Sache genauso ernst nehmen wie du oder doch aus anderen Motiven bei der Sendung mitmachen?

Die Bedenken hatte ich durchaus, sowohl im Vorfeld als auch nachdem ich die Männer kennen gelernt habe. Es ist immer schwierig zu sehen, mit welcher Motivation jemand da ist oder welches Interesse echt ist. Und da hat sich auch das eine oder andere aufgetan. Aber damit muss man immer rechnen, wenn man sich auf so etwas einlässt.

Wo wir gerade bei den Kandidaten sind: Wonach genau hast du eigentlich gesucht?

Heruntergebrochen auf die Optik, die zwar nicht alles, aber natürlich wichtig ist, würde ich sagen, ist mein Typ Mann ein großer, sportlicher, bärtiger Kerl, der nicht größer sein sollte als ich. Oder das Kontrastprogramm: der kleine bübische Blondie von nebenan. Allerdings bin ich da auch nicht festgefahren, und es gab durchaus schon Männer, die eigentlich optisch durchs Raster gefallen sind und trotzdem mein Herz erobert haben.

Und was macht jenseits vom Optischen den idealen Partner aus?

Für mich ist ganz wichtig, dass ich so sein kann wie ich wirklich bin und keinerlei Hemmschwelle mehr habe. Genauso will ich das Gefühl haben, dass mein Mann sich bei mir fallen lässt. Und ganz groß geschrieben wird bei mir die Ehrlichkeit, auch wenn schlimme Sachen gebeichtet werden müssen. Alles ist besser als Verschweigen, denn Vertrauen ist eine Grundvoraussetzung für eine Beziehung.

Kurz noch zu dir selbst, denn du arbeitest nicht nur als Marketingmanager, sondern bist auch Instagram-Influencer...

Da hat sich eher zufällig ergeben, da bin ich irgendwie reingerutscht. Das hatte auch mit meiner Sexualität zu tun, denn ich habe viel zu meinem Schwulsein und früher auch Bilder mit meinem Freund gepostet. Abgesehen davon reise ich sehr gerne und viel und nehme meine Follower durch die Fotos mit. Meine schwule Identität, meine Reisen und Mode – das sind zusammengefasst meine Themen auf Instagram, also der moderne Lifestyle eines jungen Mannes.

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Instagram / alexperiences | Der Prinz zeigt sich gern auf Instagram

Ist "Prince Charming" also auch ein Weg, mehr Aufmerksamkeit für dich und deinen Instagram-Account zu erzeugen?

Sicherlich war ich mir bewusst, dass ich damit Aufmerksamkeit auf mich ziehe. Aber das bedeutet ja nicht nur, dass ich bekannt werde. Sondern auch, dass ich nach diesem Schritt nie wieder zurück in das private Leben gehen kann, das ich bisher geführt habe. Darüber, ob ich was wirklich will, habe ich natürlich nachgedacht. Letztlich war es mir aber wichtiger, als Prinz jetzt auch eine gewisse öffentliche Rolle einzunehmen. Denn auch wenn wir als Schwule schon einen weiten Weg gegangen sind, haben wir trotzdem, was Sichtbarkeit, angeht auch noch einiges vor uns.

Wöchentliche Umfrage

» "Prince Charming" geht in die zweite Staffel: Bist du dabei?
    Ergebnis der Umfrage vom 05.10.2020 bis 12.10.2020


#1 Ralph
  • 10.10.2020, 10:59h
  • Voriges oder vorvergangenes Jahr hing in München an einem großen Modegeschäft ein Schild "Männerschlussverkauf". Daran muss ich gerade denken.
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#2 AFD-WatchAnonym
  • 10.10.2020, 11:28h
  • Und wenn die 20 plötzlich untereinander einen anderen, besseren finden? Das ist ja im Script gar nicht vorgesehen...
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#3 Prima4Anonym
  • 10.10.2020, 12:23h
  • Antwort auf #2 von AFD-Watch
  • Das ist in der letzten Staffel schon passiert, haben dann gemeinsam die Show verlassen.... Und je mehr rumgemache, liebeleien und Eifersucht desto besser für den Sender, die Sendezeit soll ja gefüllt werden und aus dem Rest machst du die Bonusclips und ggf exklusive content....
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#4 stephan
  • 12.10.2020, 09:21h
  • Sondern auch, dass ich nach diesem Schritt nie wieder zurück in das private Leben gehen kann, das ich bisher geführt habe.

    Keine Sorge! Ich habe Deinen Namen schon wieder vergessen ...
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