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USA

Schwule Porno-Vergangenheit eines demokratischen Kandidaten empört Republikaner

Die Republikaner wollen einen politischen Gegner canceln, weil dieser vor knapp 40 Jahren in schwulen Pornofilmchen mitspielte.


Im linken Bild genießt "Joe Savage" die Nippel-Züngeleien von Jeff Converse, mit dem rechten Bild bewirbt sich Roger Montoya um einen Sitz im Landesparlament von New Mexico (Bild: Falcon Studios / Roger Montoya for New Mexico)

Ein offen homosexueller Kandidat für das Repräsentantenhaus des US-Bundesstaates New Mexico steht in der Kritik, weil er in den Achtzigerjahren als Student in schwulen Bareback-Filmen mitgewirkt hatte. Doch der 60-jährige Demokrat Roger Montoya will von einem Rückzug nichts wissen – und wirft den Republikanern eine Schmutzkampagne vor. Montoya war Anfang der Achtzigerjahre unter dem Pseudonym Joe Savage ein Model für das noch heute populäre Studio Falcon. Er will am 3. November erstmals ins 70 Abgeordnete umfassende Landesparlament in Santa Fe einziehen.

Zuerst berichtet über die Pornovergangenheit Montoyas hatte der konservative Blog Piñon Post Ende September. Daraufhin empörten sich die Landes-Republikaner über den Demokraten: "Diese Art von riskantem und leichtsinnigem Verhalten ist nicht akzeptabel", so der republikanische Landesverband. Landesparteichef Steve Pearce ergänzte: "Bei einem Porno dabei zu sein, ob heute oder vor vielen Jahren, ist eines Kandidaten oder Abgeordneten unwürdig."

Letzten Montag gab Montoya auf Facebook zu, dass er als "22-jähriger sich mühender Student" seine Brötchen als moderner Tänzer und Performer verdienen musste. Dabei habe er auch zugestimmt, in zwei "Erwachsenenfilmen" mitzuwirken. "Ich bin nicht stolz auf diese Entscheidung, ich war jung und naiv, aber diese Erfahrungen haben mir geholfen, die Ausbeutung von jungen Menschen zu verstehen." Die Filme seien in Anbetracht dessen, was er in seinem Leben erreicht habe, "unbedeutend".

STATEMENT: Roger Montoya, Democratic candidate for House District 40, addresses his past When I was asked to run for...

Gepostet von Roger Montoya for NM State Rep. Dist 40 am Montag, 5. Oktober 2020
Facebook / Roger Montoya for NM State Rep. Dist 40

Tatsächlich hatte sich Montoya in den letzten Jahrzehnten mit gemeinnützigen Initiativen einen Namen gemacht. Nach einem positiven HIV-Test 1989 arbeitete er etwa in der Aids-Prävention. Außerdem gründete er die Organisation Moving Arts Española, die tausenden sozial schwachen jungen Menschen Kunstseminare, kostenloses Essen und weitere Hilfen anbietet. Für dieses Engagement hatte er vergangenes Jahr den Preis "CNN Hero" (CNN-Held) erhalten.

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Montoya und seine Partei kritisieren Republikaner-Kampagne

In seinem Facebook-Eintrag übte Montoya scharfe Kritik an den Kampagne der Republikaner gegen seine Person: "Wenn die Republikanische Partei lieber über etwas sprechen will, das ich vor vier Jahrzehnten getan habe, als darüber, wie hart ich dafür arbeiten will, unsere am Boden liegende Wirtschaft wieder zum Laufen zu bringen, Gesundheitsfürsorge sicherzustellen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, unser öffentliches Schulsystem zu verbessern, unsere bröckelnde Infrastruktur zu verbessern sowie unser Land, unsere Wasserkanäle und unsere Art zu leben zu schützen, dann ist das ihre Sache", so der 60-Jährige. "Ich vertraue darauf, dass die Wähler schlauer sind, weil diesen November so viel auf dem Spiel steht."

Seine eigene demokratische Partei stellt sich unterdessen hinter Montoya. Die Landesparteivorsitzende Marg Elliston erklärte, dass die Rückzugsforderung der Republikaner dazu führen müsste, dass sie auch Präsident Donald Trump zum Rückzug auffordern. Sie spielte dabei auf eine mutmaßliche Affäre des verheirateten Trump mit Pornosternchen Stormy Daniels an, die der Republikaner vor ein paar Jahren für 130.000 Dollar Schweigegeld unter den Tisch kehren wollte.

We stand with Roger Montoya https://nmdemocrats.org/news/democratic-response-to-nm-gops-double-standard-regarding-candidates-pasts/

Gepostet von Democratic Party of New Mexico am Dienstag, 6. Oktober 2020
Facebook / Democratic Party of New Mexico

Montoya hatte im Juni die Vorwahlen der Demokraten für den Repräsentantenhaus-Sitz im Wahlkreis 40 knapp für sich entscheiden können. Seine Wahl gilt in dem stramm demokratischen Wahlkreis mit mehr als 70 Prozent Latino-Anteil als sehr wahrscheinlich. Vor zwei Jahren hatte der damalige demokratische Kandidat mehr als 80 Prozent der Stimmen geholt.

Am 3. November werden nicht nur US-Landesparlamente und elf von 50 Gouverneursposten neu vergeben, sondern es finden auch bundesweite Wahlen zum US-Repräsentantenhaus und einem Drittel des US-Senats statt. Am meisten Beachtung findet die Präsidentschaftswahl zwischen dem umstrittenen Amtsinhaber Donald Trump und seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. (cw)

Wöchentliche Umfrage

» Was hältst du von Pornos?
    Ergebnis der Umfrage vom 12.10.2020 bis 19.10.2020


#1 Ralph
  • 12.10.2020, 15:00h
  • Klar, da ist es doch moralisch viel eher vertretbar, wenn der eigene Präsident(schaftskandidat) bewaffnete Banden aufruftt, sich für einen Bürgerkrieg bereit zu halten.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 PetterAnonym
  • 12.10.2020, 15:00h
  • Aha, wenn Trump über Fragen sagt "You have to grab them by the pussy" ist das OK.

    Aber wenn ein anderer vor über 40 Jahren etwas gemacht hat, was weder illegal ist, noch wo irgendwer zu etwas gezwungen wurde, dann ist die Empörung plötzlich groß.

    Heuchelei pur.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 PetterAnonym
  • 12.10.2020, 15:11h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Ja, der Präsident eines (noch) demokratischen Rechtsstaats:

    - sagt, dass er das Wahlergebnis nur akzeptiert, wenn er gewinnt

    - ruft Milizen auf, sich "bereit zu halten"

    - trennt Kinder von ihren Eltern

    - leugnet wissenschaftliche Fakten

    - gefährdet die Gesundheit vieler Menschen

    - hat in den letzten Jahren tausende Male nachweisbar gelogen

    - etc. etc.

    Und dann beschweren die sich über jemanden, der mal einen legalen Beruf ausgeübt hat.

    Bigott.
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#4 Miguel53deProfil
#5 andreAnonym
  • 12.10.2020, 20:46h
  • Antwort auf #4 von Miguel53de
  • Schöne ästhetische, aber bekannt, Fotos. Was eben ein bekanntes Ex-Model so gemacht hat. Porno-Filmchen mit der Dame sind mir nicht bekannt. Wobei der Typ machen kann was er will. Im Wahlkampf bewirft man sich eben, gegenseitig, mit Dreck in den USA. Nicht der Rede wert. Bei uns, in der heißen Wahlkampf-Phase, verteilt man Kugelschreiber und Flyer am Eingang vom Supermarkt.
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#6 Alexander_FAnonym
  • 13.10.2020, 01:47h
  • Eine zur faschistisch-theokratischen Sekte mutierte Partei verurteilt einen Politiker der Gegenseite für eine Rolle in einem Filmchen. Was soll man auf so ein Urteil geben?
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#7 DramaQueen24Profil
#8 alibiXLAnonym
  • 13.10.2020, 19:08h
  • Mich überzeugt das heuchlerische Statement von Roger Montoya alias Joe Savage nicht.

    Anstatt dazu zu stehen, dass er mal im Schwulen-Porno freiwillig gegen Bezahlung mitgewirkt hat, wirft der aufstrebende "ich war jung und naiv"-Lokalpolitiker jetzt Dreck auf die "ausbeuterische" Porno-Branche.

    Die Bezahlung war sicherlich anders als in einer Fast-Wood-Kette oder im Supermarkt, wo er sich auch ausbeuten lassen konnte.
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#9 PiakAnonym
#10 alibiXLAnonym
  • 14.10.2020, 14:13h
  • Antwort auf #9 von Piak
  • Im Internet-Zeitalter, wo fast jeder Porno schaut, kann eine Mitwirkung im Porno kaum eine politische Karriere ruinieren. Und er kandidiert für die Demokraten, deren Wähler diesbezüglich sowieso etwas aufgeschlossener sind.

    Meiner Meinung nach hat ihm diese scheinheilg zur Schau gestellte Scham eher geschadet als geholfen.
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