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Transphobie

Erster trans Finalist bei Mr. Gay England: Hass aus der Community

So tief sitzt im Reich J.K. Rowlings der Hass auf trans Menschen, selbst innerhalb der Community: Homo-Aktivist*innen sind sauer, weil ein trans Mann an einem schwulen Schönheitswettbewerb teilnimmt.


Wer Chiyos Männlichkeit in Frage stellt, erhält einen erhobenen Mittelfinger (Bild: Instagram / prinxchiyo)

In Großbritannien ist eine diskriminierende Diskussion darüber ausgebrochen, ob ein trans Mann als schwuler Mann anerkannt werden dürfe. Anlass ist, dass es der 24-jährige Londoner Dragkünstler Chiyo Gomes bereits im August ins Finale des Schönheitswettbewerbs Mr. Gay England geschafft hat – als erster trans Mann in der Geschichte des Wettbewerbs. Coronabedingt soll erst im kommenden April ein Sieger in Newcastle Upon Tyne gewählt werden.

Am Wochenende kritisierte die schwul-lesbisch-bisexuelle Organisation LGB Alliance die Teilnahme des trans Mannes auf Twitter: "Schwule Männer verdienen ihre eigenen Räume. Wir leugnen nicht die Existenz einer weiblichen Person, wenn wir sagen, sie kann kein schwuler Mann sein. Diejenigen, die das anders sehen, schaden LGB-Rechten – und sie helfen nicht der Person, die es betrifft."

Twitter / ALLIANCELGB

Als Reaktion kam einige Zustimmung für die transfeindlichen Äußerungen der LGB Alliance, aber auch viel Unterstützung für Gomes' Teilnahme am schwulen Wettbewerb. Zu den Fürsprecherinnen gehörte etwa Dragqueen Crystal, die an der ersten Staffel von "RuPaul's Drag Race UK" teilgenommen hat. Sie erklärte: "Ihr liegt falsch. Und ihr könnt euch glücklich schätzen, dass unsere Community nicht meinungsbasiert ist, oder man würde euch eure Mitgliedskarte abnehmen."

Twitter / crystalwillseeu

Die Veranstalter des Schönheitswettbewerbs haben bereits vergangenen Monat auf Twitter deutlich gemacht, dass sie "stolz" auf den trans Kandidaten seien. "Wenn du ein trans Mann bist, dann BIST du ein Mann. So einfach ist das."

Twitter / mrgayengland

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Die vergangenes Jahr gegründete LGB Alliance sorgt in der britischen Community wegen ihrer transfeindlichen Haltungen immer wieder für Kritik. Die Organisation sieht ihre Mission darin, "ein Gegengewicht zur Verwirrung zwischen dem biologischen Geschlecht [Sex] und dem sozialen Geschlecht [Gender] darzustellen".

Erst vergangene Woche beklagte Gomes gegenüber dem schwulen Lifestylemagazin "Attitude", dass TERF-Gruppen ihn auslöschen möchten. "Jedes Mal, wenn ich etwas Großes erreiche, kommt eine Herde TERFs um die Ecke, die nur darauf warten, mich zu töten. Ich sage 'töten', weil TERFs ja wirklich meine trans Existenz auslöschen wollen", so der 24-Jährige. TERF steht für "trans-exclusionary radical feminists", also für radikale Feminist*innen, die Transfrauen nicht als Frauen anerkennen wollen. Diese Strömung hat in Großbritannien in den letzten Wochen an Fahrt aufgenommen, seit "Harry Potter"-Autorin ihre Abneigung gegen trans Menschen in die Öffentlichkeit trägt (queer.de berichtete).

Gegenüber dem BBC-Radio hatte Gomes bereits vor mehreren Wochen erklärt, ihm sei bewusst, dass seine Teilnahme kontrovers sein könnte. Schließlich sei er anders als die anderen Kandidaten, die "eine Art von Schönheit und Sexyness repräsentieren, die von den Medien – besonders den schwulen Medien – akzeptiert" werde. "Trans zu sein und einfach zu existieren ist radikal – unabhängig vom Zeitpunkt oder Zusammenhang", so Gomes weiter. "Man betet einfach, dass die Welt netter zu einem ist, weil – was weiß ich – ein trans Mann bei Mr. Gay England mitmacht." Die Welt sei aber noch nicht besser geworden. (dk)



#1 MitgliedskarteAnonym
  • 14.10.2020, 10:57h
  • Völlig vernagelt, diese LGB Alliance. Leider sind solche Ansichten auch hier in Deutschland noch sehr weit verbreitet. Ich wünsche mir, dass es mehr queere, bi und schwule cis Männer gibt, die sich offen und deutlich gegen die Transfeindlichkeit in ihren Communitys positionieren und Männern wie Gomes den Rücken stärken. Eine Community, die trans Männer egal welcher sex. Orientierung - ausschließt, ist nicht meine Community.
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#2 TrekieAnonym
  • 14.10.2020, 11:21h
  • Diese LGB und Terf Leute beunruhigen mich auch ziemlich. Es ist, als ob sich innerhalb der LGBT Community ein eckliger rechter Pilz ausbreitet - ähnlich wie damals die AFD als dreckiger brauner Pilz aus dem verrottenden Körper der FDP rausgammelte. Man hat bei diesen widerlichen "aber manche sind gleicher als andere"- Bewegungen echt das Gefühl, das die irgendwie sehr ansteckend sind und sich in den letzten Jahren einfach nurnoch ausbreiten, sogar bei uns, wo Akzeptanz doch eigentlich die default Einstellung sein sollte...
    Mir wird bange darüber, was uns noch so erwartet
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 14.10.2020, 12:05h
  • Community heißt auf Deutsch Gemeinschaft. Von da ist der Weg zur Volksgemeinschaft nicht allzu weit.

    Gemeinschaften neigen zu Stallwärme nach Innen und ausschließender Kälte nach außen.

    Sie sind die Folge von ausschließender kollektivistischer Selbst- und v.a. Fremdklassifizierung, wenn nicht Rassifizierung. Das geht auch pseudo-linke Maskerade.

    Der Ausweg ist hier wie anderswo auch ein Recht auf Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung. Mit dem Ziel eines emanzipierten Selbst.

    Das kann dann natürlich auch ein schwules männliches Selbst sein, das "selbst"-verständlich auch an einem Wettbewerb teilnehmen kann.

    Was für eine Anmaßung über die Identität von anderen bestimmen zu wollen.

    Nicht nur sexualpolitisch:

    de.wikipedia.org/wiki/Hans_F._K._G%C3%BCnther
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#4 KenshiroProfil
  • 14.10.2020, 12:48hBerlin
  • Ich verstehe das nicht, warum jetzt so etwas. Wie in der Queer-gemeinschaft sollten uns gegenseitig unterstützen und nicht ausgrenzen. Ist das etwa so schwer? Zum Glück habe ich das nie erlebt und meine Erfahrungen war nur positiv, da stand man füreinander ein.
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#5 Ith_Anonym
  • 14.10.2020, 12:59h
  • Antwort auf #3 von goddamn liberal
  • Ganz offensicht der Kommentar von jemandem, der*die total solidarisch ist und niemals selbst gegenüber besagter Minderheit sticheln und damit zum höllenartigen Online-Alltag beitragen würde, nicht wahr?

    Außer... wait. Not.

    www.queer.de/detail.php?article_id=36529&kommeinzel=5784
    35


    Und ja, das "nicht schon wieder" ist gerechtfertigt, aber ich seh es jetzt nicht ein, stundenlang Belege für Dinge rauszusuchen, die allen, die es wirklich interessiert, offensichtlich sind, und vom Rest entweder vergessen oder "vergessen" werden, wann immer die Gelegenheit gerade günstig ist.

    Eure stetige Spekulation darauf, dass gerade niemand da sein könnte, der*die sich an zurückliegende Kämpfe gegen die Wände erinnert, die ihr wieder und wieder und wieder mit errichtet und verteidigt, ist derart niederträchtige Heuchelei.
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#6 Ith_Anonym
  • 14.10.2020, 13:11h
  • Antwort auf #4 von Kenshiro
  • Und das war für dich als schwulen Trans-Mann jetzt schon pre-OP und -HRT so, dass es selbstverständlich war, in sonne Sauna zu dürfen, oder einen Darkroom, ohne sich bei irgendwem vergewissern zu müssen, dass man nicht rausfliegen wird, auch nicht bei ggf. Beschwerden?

    Die Zeiten, in denen man ohne VÄ sogar bei den blauen Seiten rausgeflogen ist, hast du dann offenkundig nicht erlebt.
    Wobei ich echt fragwürdig finde, dass dir nie jemand auf die Nase gebunden hat, dass du dich gefälligst outen sollst, ehe du einen schwulen Cis-Mann datest, weil das sonst unfair wäre. Wenn ich mich oute und über Dating rede, hab ich bei ner Gruppengröße von 2-3 Cissen mit mir als einziger Trans-Person meistens nach kaum zehn Sätzen nen Treffer.
    Und da du als trans* immer alleine bist, kannst du nur verlieren, wenn du einem Cis-Mann widersprichst, weil die heilige Regel des Patriarchats lautet, dass die anderen Cissen ihm zu Hilfe eilen müssen. Seid ihr also beide in der Diskussion etwas erschöpft, aber von der Argumentation her du dabei, zu gewinnen, mit Verweis auf Grundgesetz und WasWeißIchNichtAlles, wird kurz vor dem Ende, bei dem du gewinnen könntest, die nächste Cisse übernehmen.

    Dann bist du allein gegen erst einen, dann noch mal eben noch einen, dann mal eben noch einen.. und weil da ja niemand sonst ist, der sich auf deine Seite schlagen könnte oder würde, sofern du ERNSTHAFT die dreiste und radikale Position vertrittst, vollwertig zu sein, ist das Ergebnis regelmäßig deine eigene Niederlage aus Erschöpfung.

    Ich find es seltsam, dass du dergleichen nicht kennen willst. Ich hab irgendwie noch nie nen Trans-Mann getroffen, der diese Erfahrung nicht macht.

    Kannst mir also gern mal schreiben, wo genau du lebst, und wem du all ausgewichen bist, und wann in etwa dein Outing sich abgespielt hat.
    Transmännlich sein in der schwulen Szene ohne Ausgrenzung zu erleben. Ich glaub nicht dran.

    Freuen würd ich mich übrigens wirklich sehr über deine Solidaritäts-Stories. Ich würd gern mal was von den Cissen hören, die die Radikalität nicht bloß akzeptieren und zwar VOLLSTÄNDIG, sondern selbst bis zur Erschöpfung den Kampf übernehmen, wenn man mal platt ist.

    In einer Hinsicht muss ich dem für gewöhnlich durch mittelgradige Transfeindlichkeit auffallenden liberal zustimmen: Community ist, wenn's ein "wir" gibt.
    Ich sehe nicht, dass das für mich der Fall wäre, sobald es um schwule Cis-Typen geht.
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#7 AnHeAnonym
  • 14.10.2020, 13:26h
  • Was mich wundert und mir immer wieder leid tut, dass Selbstfindung so häufig zu Ausgrenzung von irgendeiner Seite führt... wann wird man endlich einfach als Mensch wahrgenommen. Wen stört es eigentlich, wer sich wie wo präsentiert, wenn da ein Angebot besteht und es passt? Solange es mir niemand übel nimmt heterogen zu sein und ein altmodisches Familienleben zu führen, kann ich auch einverstanden sein damit, dass jeder sein eigenes ganz individuelles Lebensmodell lebt. Kurz: "leben und leben lassen" oder "die Freiheit eines jeden geht soweit wie er die Freiheit des anderen nicht einschränkt".
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#8 Hit_Anonym
  • 14.10.2020, 13:52h
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • Na das ist ja auch wieder eine Aussage. Erstmal per se allen hier vorwerfen transphob zu sein, aber "keine Lust" Belege vorbringen zu wollen.
    Mir sind hier jedenfalls keine transphoben Äußerungen aufgefallen.
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#9 goddamn liberalAnonym
  • 14.10.2020, 13:59h
  • Antwort auf #5 von Ith_
  • Da gibt es keinen Widerspruch.

    Wenn ein Hetero-Schauspieler klischeefrei einen Schwulen spielt, dann gehört das zu seiner beruflichen Selbstbestimmung.

    Wenn ein Trans-Mann bei einem schwulen Schönheitswettbewerb mitmacht, dann gehört das zur seiner persönlichen Selbstbestimmung.

    Das betrifft die Freiheit der Persönlichkeit.

    Und die funktioniert am Besten empörungsfrei und ohne Verbote.
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#10 swimniAnonym