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Hochzeit von Patrick Lindner

"Ich habe diese Ringe so gesegnet, wie ich auch schon einen Hund gesegnet habe"

Eigentlich verbietet die katholische Kirche ja die Segnung homosexueller Paare, da sie derartige Beziehungen grundsätzlich für sündhaft hält. Trotzdem segnete ein liberaler Münchner Pfarrer die Eheringe von Schlagerstar Patrick Lindner und seinem Mann.


Patrick Lindner gehört zu den ganz wenigen schwulen katholischen Ehemännern, die kirchlichen Segen erhalten (Bild: © Olaf KosinskyOlaf Kosinsky    / wikipedia)

Der 60-jährige Schlagersänger Patrick Lindner und sein langjähriger Freund Peter Schäfer haben ihre Eheringe in einer katholischen Kirche segnen lassen – nicht allen gefällt das. Das Paar ließ sich am Wochenende nicht nur standesamtlich trauen, sondern die Ringe auch in München von einem Pfarrer segnen, wie der Bayerische Rundfunk am Mittwoch berichtete. Das Erzbistum München und Freising erklärte, man werde den Sachverhalt einer Prüfung unterziehen.

Es habe sich um einen Gottesdienst für Lindners verstorbene Mutter gehandelt, sagte der Pfarrer der Kirchengemeinde St. Maximilian, Rainer Maria Schießler, auf Anfrage. "Ich habe diese Ringe so gesegnet, wie ich auch schon einen Hund gesegnet habe oder ein Auto. Man hat nichts gemacht, was nicht erlaubt ist."

Offiziell verbietet die katholische Kirche die Eheschließung von Schwulen und Lesben – selbst die Segnung homosexueller Partnerschaften ist untersagt. In konservativen katholischen Foren sorgte die Ring-Segnung für Ärger.

Um eine Trauung habe es sich nicht gehandelt, betonte Pfarrer Schießler. "Es war einfach ein ganz persönliches Zeugnis dieser beiden Menschen, und die hat bei uns stattgefunden. Und da gehört sie auch hin, überall dort, wo Menschen füreinander da sind", so Schießler.

Über Anfeindungen in Internetforen zeigte er sich erschrocken. "Die Gewalttätigkeit des Denkens und des Redens kenne ich aus meiner Jugend nicht", sagte er. Zur Diskussion um die Segnung wollten sich Lindner und Schäfer auf dpa-Anfrage nicht äußern.

Lindner und Schäfer sind bereits seit zehn Jahren ein Paar. Der Schlagerstar machte seinem Lebensgefährten schließlich 2018 bei einem Urlaub in der Dominikanischen Republik einen Heiratsantrag (queer.de berichtete). (dpa/cw)



#1 OhneWorteAnonym
  • 14.10.2020, 17:57h
  • Wie ein Hund oder ein Auto also? Wie wertschätzend! Soviel zählt also für die Kotholiken das Versprechen zweier sich Liebender füreinander einzustehen. Man kann sich nur fremdschämen.

    Wer sich derart demütigen lässt und das noch als Ehrung verbucht, muss entweder extrem masochistisch oder gründlich gebrainwasht sein. (Nix für ungut, liebe Masos! ;-) )

    Gleichwohl wünsche ich Patrick Lindner und seinem Mann natürlich alles Gute und eine glückliche gemeinsame Zukunft!
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#2 Nichts_für_ungutAnonym
  • 14.10.2020, 19:58h
  • "Die Gewalttätigkeit des Denkens und des Redens kenne ich aus meiner Jugend nicht"
    Die katholische Lehre der Minderwertigkeit oder sollte ich besser Wertlosigkeit schreiben? - gleichgeschlechtlicher Partnerschaften hat natürlich nullkommanichts damit zu tun, dass Menschen in diesen Partnerschaften zur Zielscheibe von Gewalt werden.
    Und die Tatsache, dass er diese Gewalt aus seiner Jugend nicht kennt, könnte vermutlich weniger damit zu tun haben, dass es diese vor hundert Jahren noch nicht gab, sondern dass er sie aufgrund fehlender direkter Betroffenheit - schlicht nicht bemerkt hat (oder bemerken wollte).
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#3 Homonklin_NZAnonym
  • 14.10.2020, 20:45h
  • Wie einen Hund, oder ein Auto? Nun ja, wenn das eine Botschaft aussendet, dass sich Katholiken so sehen, oder ihre Mitmenschen so betrachten, als wären sie Hunde, oder Autos, ist das vielleicht Wahrheitstreue.
    Auch Inuit sehen auf bestimmte Gruppen anderer Natives, als wären die Hunde.
    Ob es da Ähnlichkeiten in der Werteinstufung gibt?
    Katholiken haben gern ein gewisses Konzept über Wertunterschiede. Aber das strahlt auch auf sie zurück.
    Letztlich spiegelt sich ihr Weltbild in ihren Aussagen.

    Tja, wenn man Gewalt in der Rede ausblendet, denkt man auch, sie sei nicht da, obschon sie allgegenwärtig wirkt.

    Fraglich, wofür man diesen Segen braucht. Letztendlich spricht da nur einer Worte, und alle denken sich dabei irgendwas Feierliches.
    Siechen und Skifahrer...
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#4 Peck_SProfil
  • 14.10.2020, 21:13hFrankenthal
  • Ich stelle mir vor, ich wäre Lindner und läse nach meiner Trauung dieses Statement: ICH würde mich vor mir selbst ekeln, der Kirche, deren Meinung vorher schon klar definiert war, überhaupt die Möglichkeit gegeben zu haben, die Symbole meiner Ehe zu schänden und mit Tieren und Fortbewegungsmitteln verglichen zu werden. Allerdings bezweifele ich, dass ICH jemals meine Selbstachtung und Würde dermaßen entkerne, dass mir jemals auch nur der Gedanke käme, mich kirchlich trauen zu wollen oder segnen zu lassen.
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#5 Peck_SProfil
  • 14.10.2020, 21:46hFrankenthal
  • Antwort auf #4 von Peck_S
  • NACHTRAG, bevor mich jemand der Kirchenphobie bezichtigt: das Gegenteil ist der Fall. Ich habe Bauchschmerzen vor Lachen, bei der Vorstellung, Gott, wenn es ihn denn gäbe, bräuchte eine kostümierte Flitzpiepe und je nach Entstehungszeit, ein dem Steuerzahler abgepresstes Gebäude oder eines, dass nur durch Fronarbeit und Sklaverei im Faudalismus enstehen konnte, um seinen Segen zu geben... Das ist an Lächerlichkeit unüberbietbar für mich.
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#6 Alexander_FAnonym
  • 14.10.2020, 21:59h
  • "Über Anfeindungen in Internetforen zeigte er sich erschrocken. "Die Gewalttätigkeit des Denkens und des Redens kenne ich aus meiner Jugend nicht", sagte er."

    Sowas von jemandem zu hören, der im Bayern der 60er Jahre aufgewachsen ist, ist, vorsichtig ausgedrückt, etwas überraschend. Möglicherweise mag es aber auch daran liegen, dass Herr Lindner die meiste Zeit seines Lebens seine wahre Natur verborgen und gleichzeitig wohl auch Augen und Ohren fest verschlossen gehalten hat. Außerdem waren in den bayrischen Stammtischen seiner Jugend keine Mikrofone aufgestellt, sonst würden Aufzeichnungen noch weit Schlimmeres enthüllen als das, was sich an zugebenermaßen Unappetitlichem in mancher Kommentarspalte tummelt.

    Ein bisschen Realitätsverleugnung gehört wohl einfach dazu, um Patrick Lindner zu sein. Dennoch gönne ich ihm sein Eheglück von ganzem Herzen.
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#7 TuckDavisProfil
  • 15.10.2020, 00:01hBad Kreuznach
  • Antwort auf #3 von Homonklin_NZ
  • Das ironische dabei ist, dass der Pfarrer das vermutlich im aufwertenden Sinne gemeint hat, denn gemäß der Lehre des trinitären Segens soll die Segnung eines Gegenstands oder Tieres dafür sorgen dass jenes den Menschen dem es gehört schützt und behütet im Namen Gottes.
    Kirchlich betrachtet ist das also ein völlig anderer Segen als der, den die Ehe als Sakrament bekommt.

    Ich gehe einfach mal davon aus, dass das dem Paar dennoch was genutzt hat, sonst hätten sie es ja nicht angefragt.
    Kann mich dann für die beiden freuen obwohl ich lieber mit einem Gott zu tun habe, der mich nicht als Unkraut in seinem Garten sieht.
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#8 Rabauke76Anonym
  • 15.10.2020, 06:09h
  • Also ich habe es jetzt auch mal " begriffen". Wenn auch nur schwer- jedoch gut, liebe kathl:.kirche. Ich trete aus und melde mich beim Tierschutz an. Super fein. Danke.
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#9 GronkelAnonym
  • 15.10.2020, 08:08h
  • Antwort auf #1 von OhneWorte
  • "Wie ein Hund oder ein Auto also? Wie wertschätzend! Soviel zählt also für die Kotholiken das Versprechen zweier sich Liebender füreinander einzustehen. Man kann sich nur fremdschämen. "

    Der Pfarrer hat ja auch nur die Ringe gesegnet. Weder die Ehe noch das Versprechen füreinander. Also ist der Vergleich schon treffend und sollte man ihm nicht ankreiden. Immerhin lehnt er sich in seiner Hirachie schon aus dem Fenster.
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