Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37301

Köln

Trauer um Marlis Bredehorst

Mit der offen lesbischen Ex-Staatssekretärin im NRW-Gesundheitsministerium verliert Köln eine wichtige Streiterin für soziale Politik, Frauen- und LGBTI-Rechte.


Marlis Bredehorst war von 2010 bis 2013 Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (Bild: EKR)

Die Kölner Grünen-Politikerin und frühere NRW-Staatssekretärin Marlis Bredehorst ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Das teilten die Kölner Grünen am Mittwochabend mit.

"Als kritische Juristin, langjähriger Teil der autonomen Frauenbewegung und offen lesbisch lebende Frau war Marlis Bredehorst nicht nur eine Vorkämpferin für grüne Themen, sondern auch ein Vorbild und eine Motivation für andere", heißt es in der Mitteilung der Partei. "Zu den Grünen hat sie – in ihren eigenen Worten – ihre Lust am 'Weltverbessern' gebracht und diese Begeisterung für eine engagierte Politik hat sie über viele Jahre sichtbar zum Ausdruck gebracht."

Einsatz für LGBTI in Köln sowie auf Landesebene

Bredehorst war von 2003 bis 2010 die erste grüne Beigeordnete Kölns für die Bereiche Soziales, Umwelt, Integration, Inklusion, Gesundheit, Lesben, Schwule und Trans. 2010 wurde sie Staatssekretärin im Gesundheitsministerium von NRW und gab in dieser Funktion entscheidende Impulse für die Erstellung eines Landesaktionsplanes gegen Homo- und Transfeindlichkeit. Wegen hausinterner Differenzen wurde sie im Dezember 2013 in den Ruhestand versetzt.

Von 2014 bis 2015 war die im Hamburg geborene Juristin Kreisvorsitzende der Kölner Grünen (queer.de berichtete). 2017 wurde Bredehorst von Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland zum nebenamtlichen nichttheologischen Mitglied der Kirchenleitung gewählt. Aus gesundheitlichen Gründen legte sie im Mai ihr Amt nieder.

Bredehorst hinterlässt Frau und zwei gemeinsame Kinder

Für ihre Verdienste um die LGBTI-Community wurde Bredehorst im vergangenen Jahr von Kölns queerem Beratungszentrum rubicon mit der Ehrennadel ausgezeichnet (queer.de berichtete). Dass die Domstadt seit 2007 eine im rubicon angesiedelte lesbisch-schwule Senior*innen-Arbeit finanziert, sei eines ihrer Verdienste. Auch die Realisierung des bundesweit ersten queeren Wohnprojekts "villa anders" habe in ihrer Amtszeit als Beigeordnete deutlich Rückenwind erfahren.

"Wir haben Marlis als eine stets entschiedene und starke Streiterin für einen soziale Politik, für Frauenrechte und die LGBTIQ*-Bewegung erlebt", würdigten die beiden Kölner Grünen-Vorsitzenden Katja Trompeter und Frank Jablonski ihre Parteifreundin. "Wir behalten sie in guter Erinnerung als einen sehr offenen, begeisterungsfähigen und herzlichen Menschen. In Gedanken sind wir bei ihrer Familie und wünschen ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit."

Marlis Bredehorst hinterlässt ihre Frau, die Pastorin Eli Wolf-Bredehorst, sowie einen gemeinsamen Sohn und eine gemeinsame Tochter. (cw)