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Neue Initiative

Frankreich geht mit Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vor

Anders als Deutschland hat Frankreich einen Nationalen Aktionsplan gegen LGBTI-Diskriminierung vorgestellt – dabei werden konkret 42 Punkte benannt, die in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden sollen.


Staatssekretärin Élisabeth Moreno stellt den Aktionsplan vor (Bild: Twitter / Élisabeth Moreno)

Die französische Regierung will künftig stärker gegen LGBTI-feindliche Diskriminierung und Hass vorgehen. Die für Geschlechtergerechtigkeit zuständige Staatssekretärin Élisabeth Moreno stellte daher am Mittwoch in Paris den "Plan national d'actions pour l'égalité des droits, contre la haine et les discriminations anti-LGBT+" (Nationaler Aktionsplan für gleiche Rechte sowie gegen Hass und Anti-LGBT+-Diskriminierung, PDF) vor.

Der Plan sieht 42 konkrete Punkte vor, um Homo- und Transsexuellenfeindlichkeit im Bildungssystem, am Arbeitsplatz, im Gesundheitssystem, im Sport oder in den eigenen vier Wänden zu bekämpfen. Diese Punkte sollen bis 2023 umgesetzt werden. Vorgesehen ist unter anderem, homosexuellen Paaren den Zugang zur Adoption zu erleichtern, Schülerinnen und Schüler für LGBTI-Themen zu sensibilisieren und die gesellschaftliche Sichtbarkeit von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zu erhöhen.

Staatssekretärin Moreno betonte, dass Diskriminierung und Ungleichbehandlung oft auf Kindheitserfahrungen beruhten. Daher sei es besonders wichtig, bereits an Schulen "hartnäckige Klischees zu dekonstruieren."

Im Aktionsplan wird auch konkret der Kampf gegen "Konversionstherapien" erwähnt. Moreno sagte, die Regierung wolle diese "verachtenswerte und mittelalterliche Praxis" gesetzlich verbieten.

Twitter / Egal_FH

Frankreich meldete zuletzt Anstieg der Hasskriminalität

Eines der Hauptziele sei es, die Fälle von Hasskriminalität gegen LGBTI zu senken. Nach offiziellen Zahlen schnellten die Übergriffe aus Hass auf sexuelle und geschlechtliche Minderheiten letztes Jahr um 36 Prozent in die Höhe (queer.de berichtete). Immer wieder gibt es Berichte über brutale Übergriffe, zuletzt etwa aus Bordeaux (queer.de berichtete).

An dem Aktionsplan hatten auch LGBTI-Aktivist*innen mitgearbeitet. Die queere Organisation SOS Homophobie lobte den "konstruktiven" Austausch mit der Staatssekretärin.

Twitter / SOShomophobie

In Deutschland hatte die Bundesregierung bereits in der letzten Legislaturperiode im Koalitionsvertrag einen Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie angekündigt. 2017 wurde allerdings nur eine Erweiterung des "Nationalen Aktionsplans gegen Rassismus" vorgestellt, in dem jetzt auch Homo- und Transsexuelle erwähnt werden. LGBTI-Aktivist*innen kritisierten, dass es sich dabei um "keine ernsthafte Strategie für gleiche Rechte" handle (queer.de berichtete).

Immerhin: 15 von 16 Bundesländern haben bereits einen Landesaktionsplan gegen Homo- und Transphobie eingeführt oder auf den Weg gebracht (queer.de berichtete). Nur Bayern lehnt bislang eine derartiges Projekt ab. (dk)



#1 TimonAnonym
  • 15.10.2020, 14:03h
  • Das hatte die SPD im Wahlkampf auch für Deutschland versprochen. Und die fast täglichen Übergriffe zeigen ja auch, wie dringend notwendig das wäre.

    Aber leider ist die SPD auch bei diesem Thema vor der Union eingeknickt.
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#2 Ach jaAnonym
#3 Prima4Anonym
#4 TimonAnonym
#5 Ach jaAnonym
#6 Alexander_FAnonym
  • 15.10.2020, 17:35h
  • Die Regierung Macron hat einmal wieder bewiesen, dass sie echt die vernünftigste und beste ist, die derzeit in der EU an der macht ist.

    Und ich fühle mich mal wieder in der Entscheidung für meine Wahlheimat bestätigt. Vive la France!
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#8 56James35Anonym
  • 15.10.2020, 18:31h
  • Antwort auf #6 von Alexander_F
  • Das ist eine Meinung. Wer das schreibt, kennt Frankreich nicht. Die Wahrheit sieht nämlich anders aus. Wie kommt es denn, dass Tausende und Abertausende (junge und ältere) Franzosen auf die Straße gegangen sind, um gegen Macrons Stil und autoritäre Politik zu protestieren? Wie kommt es denn, dass die französische Polizei so brutal gegen die Demonstranten vorgegangen ist? Wie kommt es denn, dass der eine ein Auge, der andere eine Hand verloren hat?
    Wer Macrons hohle Versprechungen glaubt, der lügt sich in die eigene Tasche. Das alles ist Augenwischerei.
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#9 gayflecktarnhoseProfil
  • 15.10.2020, 19:21hBremen
  • Antwort auf #8 von 56James35
  • Hallo, ich habe das Gefühl das dieser Kommentar
    etwas am Thema LGBTI vorbei geht.
    Man kann doch allgemeine Probleme der Bevölkerung nicht mit der LGBTI Problematik
    vergleichen.
    Meine Meinung !
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#10 Alexander_FAnonym
  • 15.10.2020, 20:54h
  • Antwort auf #8 von 56James35
  • Ich mag Frankreich nur ausschnittsweise kennen und auch nur seit sieben Jahren mit einem Franzosen liiert sein, aber seit sechs Jahren lebe ich trotzdem dort, und wie ich meine doch ziemlich gut.
    Und was diese Proteste angeht:
    bei den Gelbwestlern handelt es sich überwiegend um querfrontlerische Krawallmacher und die Proteste gegen die Rentenreform gehen vor allem von ähnlich privilegierten Quenglern aus wie die Covidioten in Deutschland und nicht um Prekariatsangehörige wie mich, die von dieser Reform sehr profitiert haben.

    Die Polizei war hier in Frankreich schon immer etwas härter im Nehmen als in Deutschland, und das ist auch gut so; so eine Nummer wie in Berlin, wo das Parlament von nur drei Hanseln bewacht wird, wäre dort nicht möglich. Deshalb gibt es bei uns auch keine solche Covidioten, weil die ziemlich schnell einen auf die Mütze kriegen würden.

    Das Gesundheitssystem mag mit der derzeitigen Situation zwar überlastet sein, ansonsten aber ist es allgemein wesentlich günstiger, besser und kennt auch keine Zweiklassenmedizin wie in Deutschland.

    Ich weiß, ein "sozialer" Luftikus ist Bobos europaweit lieber als ein "Neoliberaler", der wirklich mal aktiv etwas tut, und das hat wohl auch mit einer gewissen gesinnungsethischen Tradition zu tun, die bei allen Möchtegernlinken sehr ausgeprägt ist. Ich bewerte Politiker nunmal lieber nach Taten.
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