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Transfeindlicher Antrag

Grüne TERFs wollen Selbstbestimmungsgesetz verhindern

Geht es nach der grünen Bundestagsfraktion, soll jede Person über ihr Geschlecht selbst unbürokratisch bestimmen dürfen. Basis-Mitglieder der Ökopartei wollen dies verhindern.


Vor dem Bundestag wurde im Juni für ein Selbtbestimmungsrecht für trans und inter Menschen demonstriert (Bild: Twitter / ChangeGER)

Innerhalb der Grünen formiert sich Widerstand gegen den Einsatz der eigenen Bundestagsfraktion für trans Rechte. So fordert ein Antrag auf der 45. Bundesdelegiertenkonferenz, die vom 20. bis 22. November digital stattfinden wird, eine kritische Debatte über den im Juni ins Parlament eingebrachten Entwurf eines Selbstbestimmungsgesetzes, der es jeder Person erlauben soll, über ihr Geschlecht selbst zu bestimmen.


Für Eva Engelken vom Grünen-Kreisverband Mönchengladbach geht das Selbstbestimmungsgesetz "zulasten von Frauen" (Bild: Isabella Raupold)

Für die Antragsteller*innen rund um die Juristin und Autorin Eva Engelken vom Kreisverband Mönchengladbach verletzt der Gesetzentwurf die Rechte von Frauen und trans Kindern. "Männer, die sich als Frau identifizieren, können so missbräuchlich in Schutzräume eindringen, Frauenförderungen und Ämter beanspruchen, ohne dass Frauen sich dagegen wehren können", heißt es in der Antragsbegründung.

"Der Zutritt von Menschen mit männlichem Körper könnte religiöse Frauen ausschließen, durch Männergewalt traumatisierte Frauen in Frauenhäusern retraumatisieren und Sportlerinnen den Sieg und die Gesundheit kosten", warnen Engelken und 24 weitere Antragsteller*innen. Bei trans Kindern und Jugendlichen sehen sie bei einer Genderselbstidentifikation gar "hohe Risiken für ihre soziale und körperliche Gesundheit".

Auf den Spuren von J.K. Rowling

Mit dem transfeindlichen Antrag formieren sich erstmals sogenannte TERFs bei den Grünen – die Abkürzung steht für "trans-exclusionary radical feminists", also für radikale Feminist*innen, die trans Frauen nicht als Frauen anerkennen wollen. Diese Strömung hat in Großbritannien in den letzten Wochen an Fahrt aufgenommen, seit "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling ihre Abneigung gegen trans Menschen zunehmend in die Öffentlichkeit trägt (queer.de berichtete).


Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann mit dem Entwurf des Selbstbestimmungsgesetzes (Bild: Fraktion Bündnis 90/Die Grünen)

Auch Engelken beruft sich in einem Blog-Beitrag auf Rowling, die ihr die Augen geöffnet habe. Sie argumentiert dabei ebenso wie die britische Schriftstellerin mit Ängsten, stellt trans Menschen unter den Generalverdacht des Missbrauchs, misgendert sie, empört sich dann über scharfe Kritik und spricht sich selbst vom Vorwurf der Transfeindlichkeit frei. "Natürlich kann das Unwohlsein weggehen, sobald klar wird, dass kein Risiko besteht", schreibt das grüne Basismitglied über trans Frauen in Frauenräumen. "Aber derartige Gefühle von Frauen pauschal als transfeindlich zu bezeichnen, ist letztlich nichts anderes als frauenfeindlich."

Große Chancen werden Engelkes Antrag nicht eingeräumt, schließlich fiel der Entwurf der grünen Bundestagsfraktion für ein Selbstbestimmungsgesetz nicht aus heiterem Himmel. Im vergangenen November hatte sich die 44. Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen, immerhin das oberste Beschlussorgan der Partei, in einem Beschluss für einen "selbstbestimmten Personenstand, der ohne Pathologisierung auskommt", ausgesprochen. Gefordert wurde "nicht zuletzt der Weg in ein Staatswesen und eine Gesellschaft, die anerkennen, dass nicht alle Menschen Mann oder Frau sind und diese Identität nicht von Geburt an auf Lebenszeit fremdbestimmt werden kann". (cw)



#1 FinnAnonym
  • 18.10.2020, 14:41h
  • Diese schrille Gruppe innerhalb der Grünen (die sich hoffentlich nicht durchsetzen wird) kommt mit genau demselben esoterischen Blabla wie J.K. Rowling daher:

    --- ZITAT ---
    "Männer, die sich als Frau identifizieren, können so missbräuchlich in Schutzräume eindringen, Frauenförderungen und Ämter beanspruchen, ohne dass Frauen sich dagegen wehren können"
    --- ZITAT ENDE ---

    Würde man auch erst mal nachdenken, statt unreflketiert Sprüche aus der Emanzen-Mottenkiste nachzubeten, wüsste man, dass es bei diesen Trans-Personen nicht um Männer geht, die sich als Frauen idenzifizieren. Sondern das SIND Frauen, die halt nur in einem Männerkörper geboren wurden.

    Wieso sollen sie keine Schutzräume benötigen? Wieso sollen sie keine Frauenförderung erhalten? Wieso sollen sie nicht als Frauen Ämter wahrnehmen dürfen?

    --- ZITAT ---
    "Der Zutritt von Menschen mit männlichem Körper könnte religiöse Frauen ausschließen, durch Männergewalt traumatisierte Frauen in Frauenhäusern retraumatisieren und Sportlerinnen den Sieg und die Gesundheit kosten"
    --- ZITAT ENDE ---

    1. Wenn eine Frau sich in ihren religiösen Gefühlen gestört fühlt, weil andere Frauen vielleicht anders aussehen als sie selbst, sollte diese Frau als erstes mal über ihre Gefühle in diesem Punkt nachdenken.

    Das religiöse Argument hört man sonst nur aus der Union und Religion darf niemals ein Grund sein, Menschen ihre Rechte zu nehmen oder sie auszuschließen.

    2. Wieso sollen Frauen, die Opfer von männlicher Gewalt wurden, durch Trans-Frauen (die oft selbst traumatisiert sind) traumatisiert werden?

    Gerade traumatisierte Frauen, wie wahrlich genug durchgemacht haben, für einen Kampf gegen Transmenschen zu instrumentalisieren, ist unterste Schublade.

    3. Stehen Siege bei sportlichen Wettbewerben jetzt schon über Grundrechten?

    --- ZITAT ---
    Bei trans Kindern und Jugendlichen sehen sie bei einer Genderselbstidentifikation gar "hohe Risiken für ihre soziale und körperliche Gesundheit".
    --- ZITAT ENDE ---

    Die Wissenschaft sagt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist. Aber offenbar wollen manche Leute Transmenschen weiterhin bevormunden, statt wissenschaftliche Erkenntnisse zu akzeptieren.

    Übrigens auch interessant, dass dort nur Trans-Frauen thematisiert werden. Trans-Männer, also Männer, die in einem Frauenkörper geboren wurden, kommen nicht vor. Das zeigt schon wieder die einseitige Sichtweise.

    Auf solche kruden Thesen a la J.K. Rowling hört die Mehrheit der Grünen hoffentlich nicht.
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#2 AbdriftenAnonym
  • 18.10.2020, 14:53h
  • Verschwörungstheorien scheinen immer mehr um sich zu greifen.

    Das Abdriften der Urheber ist erfahrungsgemäß nicht aufzuhalten. Aber das macht sie nicht weniger gefährlich. Die Grünen sollten auch überlegen, ob sie Leute mit solch transfeindlichen Positionen noch in ihren Reihen haben wollen.
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#3 HyenadykeProfil
  • 18.10.2020, 15:27hKöln
  • Es war ja nur eine Frage der Zeit, bis das jetzt auch hier losgehen würde. Und siehe da, jetzt kommen sie immer mehr und laut und verlogen wie immer aus ihren Löchern gekrochen.

    Die vergebene Mühe, auf die vorgeblichen "Argumente" einzugehen, spar' ich mir. Diese sind eh' nur vorgeschoben - in Wirklichkeit geht es dieser Person (und allen Anderen) nur um folgende Aussage:
    "Ich finde trans Frauen ekelig und möchte mich nicht ekeln. Darum muss sich jetzt die ganze Welt nach meinem Willen richten. Wenn sie das nicht tut, werfe ich mich auf den Boden und schreie so lange, bis ich meinen Willen bekommen."

    Solchen Personen muss eins ganz klar gemacht werden: Ihr habt kein Recht, anderen Menschen vorzuschreiben, wie sie sich selber sehen und empfinden zu haben. Ihr könnt es sowieso nicht beeinflussen. Und auch wenn euch die Existenz von trans (und inter) Personen noch so gegen den Strich geht, sie existieren trotzdem.

    Ach ja, wenn Frauen, trans oder cis oder wie auch immer, übergriffig werden sollten, dann müssen diese dafür auch die Konsequenzen tragen - wie immer und überall!
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#4 Braungrün-WatchAnonym
  • 18.10.2020, 15:36h
  • Antwort auf #2 von Abdriften
  • Nicht nur diese Urheber*innen sind rechtsaußen-auffällig, die gesamten Grünen sind längst in großen Teilen abgedriftet, und sei es, weil sie gegen solche Leute eben nicht per Parteiausschlussverfahren vorgehen.

    Im Gegenteil: Vielmehr lassen die Grünen ihre Palmers, Kretschmanns und Engelkes gewähren, weil sie ihnen entsprechende rechte Wähler*innenstimmen zuspülen. "Mutter Erde" hat eben nicht nur einen grünen Anklang ...

    Braun ist das neue Grün.
    Unwählbar für mich.
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#5 WahrheitIstRelativAnonym
  • 18.10.2020, 15:38h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Es führt zu nichts, einfach alle Argumente für Schwachsinn zu erklären. Das ist einfach nur stur und bewirkt das Gegenteil. Es müssen Lösungen für Sportwettkämpfe gefunden werden und es gibt etliches, was traumatisierend für Menschen sein kann, die Gewalt erlebt haben. Das können Farben, Rituale, Orte... oder eben auch Geschlechtsteile sein- auch wenn der Eigentümer da nichts für kann. Dies zu Gunsten von Transrechten zu ignorieren wird Menschen gegen Transmenschen aufstacheln. Besser ist es, nach Lösungen zu suchen, das alle Frauen in Frauenhäuser können, aber auch auf alle traumatischen Erlebnisse Rücksicht genommen wird.
    Und dann nochmal mein Verweis auf das kürzliche Thema mit dem Transmann, der an einem Schönheitswettbewerb teilnehmen wollte und wo dann diskutiert wurde, was schwule Transmänner in Darkrooms zu suchen hätten und wie das schwule Cismänner "traumatisierten" würde, wenn sie dort auf eine Vagina stoßen...... Also, wer A sagt, muss auch B sagen!
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#6 frankausmucAnonym
#7 NachfrageAnonym
  • 18.10.2020, 16:14h
  • Antwort auf #5 von WahrheitIstRelativ
  • "Das können Farben, Rituale, Orte... oder eben auch Geschlechtsteile sein-"

    Es kann gut sein, dass manche traumatisierten Frauen z. B. von grünen Kleidungsstücken getriggert werden. Besteht die Lösung jetzt darin, grüne Kleidung in allen Frauenhäusern zu verbieten? Oder besser noch, im ganzen öffentlichen Raum? Und dann natürlich auch alle anderen Farben, schwarz und weiß, und dann alle Gerüche? Wird schwierig...

    Und was genau stellst du dir eigentlich vor, was trans Frauen tun, wenn sie in ein Frauenhaus gehen müssen? Dass sie da ihren Penis herumzeigen (sofern überhaupt vorhanden)?

    Sorry, das sind keine echten Probleme und auch keine Sorge um Traumatisierte. Das ist total realitätsferner Bullshit, nur um irgendein Angst-Szenario an die Wand zu malen. Auf Kosten von Frauen, deren Rechte hier auf infame Weise zur Disposition gestellt werden.
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#8 PeteAnonym
  • 18.10.2020, 16:18h
  • Antwort auf #4 von Braungrün-Watch
  • So ein Quatsch. Das ist die einzige Partei, die überhaupt und immer wieder für Selbstbestimmung und unsere Rechte kämpft. Einzelne Personen zu kritisieren, ist ja in Ordnung, aber so ein Gerede von "Braungrünen" oder dass einer wie Palmer repräsentativ für die Partei sei ist einfach nur völlig realitätsfremdes Propagandageschwurbel.
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#9 DorfkircheAnonym
  • 18.10.2020, 16:23h
  • Antwort auf #5 von WahrheitIstRelativ
  • Hallo!
    Es geht hier nicht um traumatisierte Cissen weil im Darkroom eine Vagina war.
    Traumatisiert werden wird eher der arme Transmann ohne Penis.
    Er sollte sich den Aufenthalt dort ersparen.
    Wenn schwule Männer auf Vaginas treffen, werden wohl die Wenigsten deswegen einen Aufstand machen, aber die meisten werde sofort jegliche sexuelle Handlung abbrechen.
    Und dann kommen im Nachgang die die hier erhobenen Vorwürfe, man wäre ja in der Schwulenszene transfeindlich.
    Abneigung vor einem Geschlechtsorgan, dass man unerotisch findet, ist keine Transfeindlichkeit.
    Die Frauen im Frauenhaus, die verständlicherweise Angst vor Männern haben, da muss man vielleicht ein wenig Rücksicht nehmen und viel aufklären.
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#10 Vic1Anonym
  • 18.10.2020, 16:52h
  • Ich habe mir den Antrag von Frau Engelken durchgelesen und muss sagen, dass sie wirklich recht hat. Ich fand die Vorlage für das SelbstBestG früher auch erst mal gut, dann hab ich sie mir aber genauer durchgelesen und da wird ziemlich viel durcheinandergeworfen und vieles bleibt ungeklärt.
    Wenn wir Toleranz und Akzeptanz für Trans*personen in der Gesellschaft wollen, dann müssen solche Gesetze besser durchdacht werden. Sonst können wir wirklicher Transfeindlichkeit nicht entgegentreten.
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