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Belize

Katholische Kirche feiert gewonnene Schlacht im "Krieg" gegen LGBTI-Rechte

Die Legalisierung von Homosexualität in Belize konnte die Kirche zwar nicht verhindern. Jetzt feiert die Glaubensgemeinschaft aber einen Sieg gegen ein Gleichbehandlungsgesetz.


Bischof Lawrence Nicasio sieht LGBTI-Rechte als kolonialistisch an

  • 20. Oktober 2020, 13:26h 12 2 Min.

Die katholische Kirche in Belize begrüßt das Scheitern des "Equal Opportunities Bill", eines umfassenden Gleich­behandlungs­gesetzes. Dieser Entwurf sah unter anderem vor, eine Anti­diskriminierungs­stelle und ein Anti­diskriminierungsgericht im mittelamerikanischen Land einzurichten. In der Liste von verbotenen Diskriminierungen im Arbeitsrecht und beim Zugang zu Dienstleistungen war auch ausdrücklich das Merkmal "sexuelle Orientierung" enthalten. Der Entwurf wurde aber letzten Monat von der Regierung wegen scharfen Widerstands christlicher Glaubensgemeinschaften fallengelassen, bevor er überhaupt im Parlament behandelt wurde.

"Ich denke, das war ein wichtiger Kampf", so zitierte die katholische Nachrichtenagentur CNA Pastor John Robinson. "Wenn das Gesetz durchgekommen wäre, hätte es schlimme Folge für die Zukunft von Belize gehabt." Einschränkend fügte er an: "Ich mache mir jedoch keine Illusionen darüber, dass der Krieg gewonnen wurde. Es gibt auf allen Ebenen einen Druck in der Bildung, die neue Gender-Theorie zu akzeptieren und den LGBT-Lebensstil zu normalisieren und zu fördern. Ich bin sicher, dass es in Zukunft ähnliche Vorschläge geben wird". Der Gesetzentwurf sei Teil einer Bewegung für "social engineering", also für soziale Manipulation der Bevölkerung. Diese Bewegung werde von "ausländischen Organisationen" befeuert.

Katholische Kirche bezeichnet Gesetz als "neuen Kolonialismus"

Bereits letzten Monat hatte Bischof Lawrence Nicasio davor gewarnt, dass es sich bei dem Gesetz um "neuen Kolonialismus" handle. Hintergrund ist, dass Belize bis 1981 eine britische Kolonie war und Königin Elisabeth II. bis heute als Staatschefin Belizes anerkannt wird.

Ironischerweise hatte die römische Kirche vor vier Jahren noch ein Relikt der Kolonialherren verteidigt: Damals wehrten sich katholische Vertreter gegen die Aufhebung des kolonialen Homo-Verbots, das Haftstrafen von bis zu zehn Jahren vorsah (queer.de berichtete).

Belize ist ein Land von der Größe Mecklenburg-Vorpommerns mit 400.000 Einwohner*innen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist katholisch. Auch andere Kirchen – insbesondere evangelikale Gemeinden – wehrten sich gegen den Entwurf, weil darin auch LGBTI erwähnt werden. Premierminister Dean Barrow erklärte daraufhin: "Wir werden das nicht gegen alle Kirchen durchsetzen." (dk)

-w-

#1 clesAnonym
  • 20.10.2020, 15:40h
  • Ist nicht eigentlich eher die katholische Kirche der lange Arm der Kolonialisierung, nachdem dort sicher die einheimischen Kulturen zurückgedrängt wurde. Diese Menschen sind wirklich schlimm. Ein so fortschrittliches Gesetz hätte dem Land sicher gut getan. Der Kampf für eine bessere Gesellschaft ist sicher auch dort noch nicht vorbei.
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#2 Peck_SEhemaliges Profil
  • 20.10.2020, 16:14h
  • Die katholische Kirche feiert keinen Sieg gegen LBGTQ Rechte, sondern gegen Menschenrechte!
    Teile dieses hasserfüllten Vereins und ranghohe Vertreter stehen Diktaturen, Unrechtsstaaten, Terrororganisationen und Rassenidiologien inhaltlich sehr viel näher, als dem europäischen Wertekonsens. Sie ist nicht nur der Erzfeind jedes selbstbestimmten, freien menschlichen Lebens, sondern wirkt auch wie in Afrika aktiv an der Kriminalisierung, Verfolgung, Folter und Vernichtung dieses Lebens mit.
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#3 realitischAnonym