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Skandalurteil

Bisexueller Spanier muss Ex-Frau 3.000 Euro Entschädigung zahlen

Empörung über ein Gerichturteil in Spanien: Weil er seiner früheren Ehefrau verschwiegen haben soll, dass er auch auf Männer steht, wurde Javier Vilalta nach einem Paragrafen aus dem Jahr 1889 verurteilt.


Der verurteilte Ex-Ehemann Javier Vilalta will gegen das Urteil Berufung einlegen (Bild: Hermann / pixabay)

Ein Gerichtsurteil löst in Spanien große Empörung aus: Ein Mann wurde in Valencia zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 3.000 Euro an seine frühere Ehefrau verurteilt, weil er ihr seine angebliche Homosexualität verschwiegen haben soll. Die zuständige Richterin habe aus diesem Grund auch die bereits im Jahr 2011 geschiedene Ehe für nichtig erklärt, berichteten Medien am Dienstagabend unter Berufung auf Justizkreise.

Der verurteilte Anwalt Javier Vilalta, der sich während des Verfahrens als bisexuell bezeichnet und eingeräumt hatte, er habe vor der Ehe "gleichgeschlechtliche Affären" gehabt, bezeichnete das Urteil laut der Zeitung "El Mundo" als "schrecklich". Seine Anwälte kündigten Berufung an.

Queer-Verband kritisiert "moralischen Prozess"

Der spanische Queer-Verband FELGTB kritisierte das Urteil als reaktionär. In einem "moralischen Prozess" sei ein "besorgniserregender und gefährlicher Präzedenzfall geschaffen" worden. FELGTB-Präsidentin Uge Sangil erklärte in einer Pressemitteilung: "Die sexuelle Orientierung einer Person wurde öffentlich auf die Anklagebank gesetzt." Das sei verfassungswidrig.

Twitter / bicombat | Unterstützung für Javier Vilalta aus der Bi-Community

Auch die stellvertretende Ministerpräsidentin der Region Valencia, Mónica Oltra, kritisierte das Verfahren scharf: Es sei an der Zeit, dass "längst überholte gesetzliche Regeln, die gegen die von der Verfassung garantierten Grundrechte verstoßen, abgeschafft werden".

Sogar der Staatsanwalt hatte sich für die Verwerfung der Anklage ausgesprochen. Die Richterin berief sich bei ihrem Urteil aber auf das Zivilgesetzbuch von 1889. Das sieht die Annullierung einer Ehe vor, wenn diese durch "Betrug" zustande kommt. Vilalta habe seine sexuelle Orientierung vorsätzlich verschwiegen, so die Richterin.

Vilalta: "Ich habe meine Frau nie betrogen"

"Ich habe meine Frau nie betrogen. Ich war verliebt, als ich sie geheiratet habe", sagte der Verurteilte zu "El Mundo". "Meine Frau weiß, dass ich während der Ehe total heterosexuell war." Die Trennung war 2011 im gemeinsamen Einvernehmen erfolgt, die sexuelle Orientierung des Mannes spielte dabei keine Rolle. Nach der Scheidung seien er und seine Frau gute Freunde geblieben, erklärte Vilalta – auch nachdem er ihr 2016 einen männlichen Partner vorgestellt habe, den sie "sehr nett gefunden" habe. (cw/dpa)



#1 Ith_Anonym
#2 ElfolfProfil
  • 21.10.2020, 09:37hHamburg
  • Wenn diese Richterin ihre Homophobie hinter einem Gesetz aus dem vorletzten Jahrhundert versteckt, dann sollte es in Spanien doch sicher möglich sein, das Urteil aufzuheben, weil zu der Zeit keine Frau dort Recht sprechen durfte.
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#3 WisdomkingAnonym
  • 21.10.2020, 09:37h
  • Man sollte immer die Wahrheit sagen, erst recht gegenüber dem partner/der Partnerin.
    Aus lügen entsteht nie etwas gutes
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#4 Ralph
  • 21.10.2020, 09:50h
  • Antwort auf #3 von Wisdomking
  • Damit machst Du Dir aber ungeprüft die Behauptung dieser Richterin zu eigen, die sexuelle Orientierung (bisexuell) des Mannes sei ursächlich für das Scheitern der Ehe. Was ist die Konsequenz aus diesem Urteil für die Ehe als solche? Lebt ein Mann nach der Scheidung mit einer anderen Frau zusammen, ist das in Ordnung. Lebt er mit einem Mann zusammen, dann ist er ein Betrüger und muss seiner Exfrau "Entschädigung" zahlen (nebenbei: Was soll eigentlich das geschädigte Rechtsgut sein? Die Unantastbarkeit der lebenslangen Ehe?).
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#5 AltoAnonym
  • 21.10.2020, 09:51h
  • Seinen/e Ehepartner/in zu betrügen ist vielleicht keine Straftat (mehr) moralisch verwerflich aber schon. Hier muss man dem Partner gegenüber reinen Tisch machen, auch wenn es unangenehm ist und etwas aus der Vergangenheit ist. Sonst ist eine ehrliche Beziehung nicht möglich.
    Bisexualität ist nichts schlimmes, da braucht man nichts zu verheimlichen
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#6 Ralph
#7 Prima4Anonym
  • 21.10.2020, 10:27h
  • Antwort auf #5 von Alto
  • Einen scheiß muss man, was fürs dich moralisch verwerflich ist für andere nicht mal n achselzucken wert..... Und n Gericht hat sich da n Dreck rum zu scheren, der Fall hier ist doch einfach völlig Panne....
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#8 StaffelbergblickAnonym
  • 21.10.2020, 11:25h
  • Aus dem Bericht wird mir nicht klar, weshalb hier überhaupt ein Prozeß durchgeführt wurde. Hier wird berichtet, daß die Trennung/Scheidung im freundschaftlichen Sinne vollzogen wurde. Selbst der neue Lebensgefährte wurde akzeptiert. Zumindest ist das hier so lesbar. Also, warum kam es zum Prozeß. Ich kenne das spanische Familienrecht nicht, aber warum wurde geklagt? Ist diese Klage womöglich begründet auf der Grundlage eines vollkommen überholten Paragrafen, also als Mittel zum Zeck .. für was????
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#9 WisdomkingAnonym
  • 21.10.2020, 11:47h
  • Antwort auf #4 von Ralph
  • Ich habe nichts weiter getan als zu sagen, dass man nicht lügen sollte, Da auf Basis von Lügen nichts Gutes entstehen kann.
    Und ich habe mir wieder die Meinung einer Richterin zu Eigen gemacht, noch stehen meine Worte in irgendeinem Zusammenhang zu den hier geschilderten Prozess.
    Integrität, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sind universelle Werte, Auch wenn Das für einige nicht mal ein Achselzucken wert ist. Aber wie sage ich immer, einen Scheiß können die: when they go low, I go high!
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#10 WhataboutAnonym
  • 21.10.2020, 11:49h
  • Antwort auf #7 von Prima4
  • Dann darf sich das Gericht in Zukunft auch einen Scheiß darum scheren, ob jemand Hooosexualität moralisch richtig oder falsch ist. Diejenigen die es betrifft, den sollte es kein Achselzucken wert sein.
    Interessanterweise sind es aber gerade diejenigen, die in solchen fällen permanent nach einem Bericht schreien Und von einem Gericht dann durch aus eine Haltung erwarten, die sie hier im Gegensatz dazu aber infrage stellen...
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