Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37350

Transphobie

"I Love JK Rowling"-Werbeplakat auch in Deutschland

Die Liebeserklärung an die "Harry Potter"-Autorin ist bereits in Großbritannien kritisiert worden, weil sie geschlechtlichen Minderheiten codiert ihre Rechte abspreche.


Die Liebeserklärung in Frankfurt am Main kann als eine indirekte Hass-Deklaration gegen trans Menschen verstanden werden

"Ich bin bestürzt und werde mich auch an Ströer für eine Beschwerde wenden." So reagierte eine queer.de-Leserin, als sie am Mittwochmorgen am Frankfurter Hauptbahnhof ein Plakat mit der simplen Aufschrift "I Love JK Rowling" entdeckte. Derartige Plakate hatten bereits zuvor in Großbritannien für Aufregung gesorgt, weil das einzige Ziel dieser Werbebotschaften die Unterstützung der transphoben Positionen der "Harry Potter"-Autorin sei.

Rowling steht derzeit in der Kritik, weil sie die Anerkennung von trans Personen grundsätzlich ablehnt. So behauptete die 55-Jährige im Juni, dass trans Frauen keine echten Frauen seien (queer.de berichtete). LGBTI-Aktivisten kritisierten, es sei verwerflich von der Autorin, sich mit trans Menschen ausgerechnet eine besonders gefährdete Gruppe als mutmaßliches Hassobjekt auszusuchen. So litten geschlechtliche Minderheiten mehr als andere Mitglieder der LGBTI-Community unter Ausgrenzung, was sehr häufig zu Depressionen und sogar zu Selbstmordversuchen führe.

TERF-Plakat auch in Schottland

Erst vor wenigen Tagen führte ein ähnliches Werbeplakat an einem Bahnhof im schottischen Edinburgh zu Aufregung. Dort wurde laut der Zeitung "Daily Mirror" die umgerechnet 1.300 Euro teure Aktion nach wenigen Tagen beendet, weil es laut Bahngesellschaft gegen den internen Werbekodex verstoße. Die Entfernung der Werbebotschaft habe zu Hunderten Protestbriefen geführt.

Das schottische Poster war von einer transfeindlichen Feministin bezahlt worden, die bereits mehrfach gegen die Anerkennung von trans Menschen protestiert hatte. Diese lauter werdende Strömung wird als TERFs bezeichnet – die Abkürzung steht für "trans-exclusionary radical feminists", also für radikale Feminist*innen, die trans Menschen ausschließen wollen.

Auch in anderen Formen wird das Rowling-Herzchen verbreitet – und sorgt für Aufregung. So untersagte der Online-Shop Etsy laut "Daily Mail" den Verkauf derartiger Produkte.

"I Love JK Rowling" steht in der Tradition anderer harmlos klingender Sprüche, die codiert eine bestimmte Gruppe mit einer versteckten Bedeutung ansprechen (sogenannte Hundepfeifen-Politik). Beispiele sind Sprüche wie "All Lives Matter" (statt "Black Lives Matter") oder auch "It's okay to be white" (Es ist in Ordnung, weiß zu sein), mit denen Rechtsradikale und Neo-Nazis ihre Ideologie in die politische Mitte tragen wollen. (dk)



-w-

-w-


#1 KaiJAnonym
#2 Alexander_FAnonym
#3 KaiJAnonym
#4 dennis5Anonym
  • 21.10.2020, 15:54h
  • das sollte die bahn SCHNELLSTENS entfernen - und sich dafür entschuldigen.
    da bringt auch der scheinheilige csd-werbespot nichts.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 HyenadykeProfil
  • 21.10.2020, 16:23hKöln
  • Wer zahlt das eigentlich?
    Und ist es jetzt Zufall, dass das ungefähr zeitgleich mit einem trans-feindlichen Antrag einer notorischen Selbstdarstellerin (die glücklicherweise dann doch keine Sau kennt), die bei den Grünen herumspringt erscheint?

    Muss mich das jetzt jucken, oder reicht eine hochgezogene Augenbraue und ein gestreckter Mittelfinger?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Alexander_FAnonym
  • 21.10.2020, 17:46h
  • Antwort auf #3 von KaiJ
  • Damit wollte ich gar nicht erst anfangen. Diesen Plakaten will gar keine weitere Aufmerksamkeit schenken als die, die einem beschmierten Zugwagen, einem überfüllten Papierkorb oder Krümeln auf den Sitzen würdig sind, sprich zu entfernendem Unrat.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 KaiJAnonym
#8 geschocktAnonym
  • 21.10.2020, 18:20h
  • Was soll das???
    Diese ekelhafte Transfeindlichkeit jetzt auch in Deutschland???
    Erst diese grüne Hasspredigerin und jetzt das??

    Wieso erlaubt die Bahn so vioel Hass??
  • Antworten » | Direktlink »
#9 East_of_EdenAnonym
  • 21.10.2020, 19:28h
  • Also wenn ich das Patriachat wäre und ich meine
    Macht erodieren sehe, würde ich auch ein spaltendes
    Narrativ in jenen feministischen Diskurs einbringen,
    den ich bisher über mein konstituierendes Sein
    kontrolliert habe. Was wäre Alice Schwarzer ohne
    die ´Männer´, nicht wahr?

    Ich würde einfach so tun, als wäre ich der gerechte
    Feminismus. Ich würde mir Internetseiten machen
    wo steht, dass Männer Vergewaltiger sind, Frauen und
    Kinder in Gefahr wären. Das mit den Frauen und
    Kindern funktioniert besonders gut, weil es den
    Intellekt ganz gut umgeht. So bekomme ich direkten
    Zugang zum Affekthaushalt des designierten Mobs.

    Als Beigabe erhalte ich so auch noch die Figur
    eines Sündenbocks für spätere Gelegenheiten.
    Sündenböcke sind wichtig, um dem Mob innere
    Kohärenz und ein Gefühl von Überlegenheit zu
    verleihen.

    Mal im Ernst: Diese ganze transphobe Kackscheiße,
    die im Moment propagiert wird, ist nichts weiter als
    die Inszenierung einer Hegemonie, die ihre Privilegien
    schwinden sieht.
    Und ich schäme mich doll fremd für die ganzen Pseudo-
    Feministinnen, die iwie den Schuß nicht gehört haben
    bzw. überhaupt nicht durchblicken, wie sie ihre eigenen
    ´Ziele´ sabotieren und sich so zum Kapo des Patriachats
    machen, dass sie ja angeblich so sehr bekämpfen und
    verachten. Nun ja, was wäre der Knecht ohne seinen
    Herren, nicht wahr?

    Frau*- Sein? Zuallererst einmal solidarische Praxis.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Alexander_FAnonym
  • 21.10.2020, 22:12h
  • Antwort auf #7 von KaiJ
  • Nein, ich habe wie gesagt diese Plakate als Unrat bezeichnet und fordere entsprechend ihre Entfernung. Sie sind kein Schmuck für einen Bahnhof, und auch sonst nicht für irgendeine Öffentlichkeit.
    Natürlich ist das Ganze eine perfide Provokation transfeindlicher Kreise, aber eine, auf die man sein Pulver auch nicht weiter verschießen muss.
    Ich habe den Kult um diese Harald-Töpfer-Reihe nie verstanden, halte die Äußerungen ihrer Verfasserin für ebenso abscheulich wie einer drittklassigen Kinderbuchautorin würdig und halte meine Zeit tatsächlich für zu kostbar, um mich weiter mit dieser Person auseinanderzusetzen.
  • Antworten » | Direktlink »