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Katholische Kirche

Papst spricht sich für eingetragene Partnerschaften aus

Die katholische Kirche geht offenbar auf Schwule und Lesben zu: Papst Franziskus gab erstmals öffentlich zu erkennen, dass er zumindest eine Ehe zweiter Klasse für gleichgeschlechtliche Paare akzeptieren werde.


Leitet Papst Franziskus eine Reform der Kirche gegenüber Homosexuellen ein? (Bild: Long Thiên / flickr)

Papst Franziskus hat sich laut "La Repubblica" im Dokumentarfilm "Francesco" für eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen. Der Film von Jewgeni Afinejewski ist am Mittwoch in Rom uraufgeführt worden.

"Homosexuelle haben ein Recht darauf, Teil der Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes und haben ein Recht auf eine Familie. Niemand sollte hinausgeworfen werden oder deswegen unglücklich gemacht werden", so der Papst in dem Film. Zu homosexuellen Paaren sagte der 83-Jährige: "Was wir brauchen, ist ein Gesetz zur eingetragenen Lebenspartnerschaft. Auf diese Weise sind sie rechtlich abgesichert."

Direktlink | Trailer des Films, der nicht die Zitate enthält. Der sowjetisch-israelisch-amerikanische Regisseur Jewgeni Afinejewski drehte u.a. 2009 die Komödie "Oy Vey! My Son Is Gay!!" und wurde für den Dokumentarfilm "Winter on Fire: Ukraine's Fight for Freedom" (2015) für den Oscar nominiert

Auch die katholische Nachrichtenagentur CNA verbreitete diese Zitate aus dem Film, der die Haltung des Papstes zu aktuellen Themen beleuchten soll. Bislang hat sich die katholische Kirche stets gegen eine staatliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften ausgesprochen. 2016 hatte sich die Kirche etwa noch kategorisch gegen die Einführung von "Unioni Civili" in Italien ausgesprochen (queer.de berichtete).

"Großer Schritt nach vorne"

"Das ist riesig", so ein erster Kommentar des US-Kirchenexperten David Gibson, dem Chef des Center on Religion and Culture an der Fordham University in New York City. Franziskus sage damit, dass sich die Kirche nicht als Kulturkrieger profilieren wolle. "Wir wollen keine Kämpfe. Wir wollen eine Familie aufbauen", so beurteilt Gibson die Äußerungen gegenüber der "Washington Post". Auch der LGBTI-freundliche Jesuiten-Pater James Martin begrüßte die Äußerung als "großen Schritt nach vorne". Es sei das erste Mal, dass sich der Papst so deutlich äußere.

Allerdings dürfte die neue Äußerung auf Widerstand aus konservativen Regionen führen. Immerhin werben nationale Kirchen in einigen Ländern sogar noch dafür, dass Homosexuelle staatlich verfolgt werden. In Gabun kritisierte die Bischofskonferenz etwa die Legalisierung von Homosexualität (queer.de berichtete). Auch in Europa ist Homophobie in der Kirche weit verbreitet. Die polnische Kirche will Homosexuelle sogar "heilen" (queer.de berichtete).

Franziskus hat sich bislang widersprüchlich über Schwule und Lesben geäußert: So hatte er bereits Homosexualität als Modeerscheinung abgetan oder ausgeführt, dass Homosexuelle grundsätzlich keine Familien bilden könnten. Immer wieder zeigte er sich aber auch offen gegenüber sexuellen Minderheiten, etwa letzten Monat bei einer Audienz mit Eltern homosexueller Kinder (queer.de berichtete).

Bereits im Jahr 2010 gab es Berichte, dass der damalige argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio die Einführung von eingetragenen Partnerschaften befürwortet habe – um die Gleichstellung im Eherecht doch noch zu verhindern, die kurze Zeit später beschlossen wurde. Allerdings heißt es aus dem Umfeld des Papstes immer wieder, dass er damals auch die Anerkennung von Lebenspartnerschaften abgelehnt habe und er in der argentinischen und amerikanischen Presse falsch zitiert worden sei.

Auch die deutsche katholische Kirche stemmt sich seit Jahren gegen die staatliche Anerkennung Homosexueller: So hat sie Mitarbeiter*innen in Kindergärten oder Schulen immer wieder gefeuert, wenn sie sich verpartnert oder geheiratet haben (queer.de berichtete). (dk)



#1 KaiJAnonym
  • 21.10.2020, 17:35h
  • Jetzt fehlt noch das Recht auf Ehe und kirchliche Trauung für alle. Drunter geht's nicht in der Gleichberechtigung. Darauf muss der Papst überall auch hinwirken.
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#2 anonymAnonym
  • 21.10.2020, 18:02h
  • Antwort auf #1 von KaiJ
  • Bergoglio taktiert nur. Seinen afrikanischen "Bischöfen", also seinen Untergebenen, lässt er ungestraft Mordaufrufe gegen Schwule durchgehen. Was Bergoglio macht, ist reines Taktieren, um nicht allzu viele Mitgliedbeiträge zahlende Schafe in Europa zu verlieren.
    www.kirchenaustritt.de
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  • Anm. d. Red.: Nick nachträglich verändert.
#3 tchantchesProfil
  • 21.10.2020, 18:23hSonstwo
  • "Paafe sin nit wie se klaafe und Bejinne sin nit wie se schinge", sagt der Kölner.

    Pfaffen sind nicht, wie sie schwatzen, und Nonnen sind nicht, wie sie scheinen.

    Das gilt auch hier.
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#4 NevermindAnonym
  • 21.10.2020, 18:49h
  • Hallo! Für mich ist das eine super Nachricht. Die Konservativen in der katholischen Kirche werden schäumen. Für die afrikanische Kirche dürfte es geradezu revolutionär sein. Vielleicht spalten sie sich.
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#5 goddamn liberalAnonym
  • 21.10.2020, 19:00h
  • Antwort auf #3 von tchantches
  • Vielleicht geht ja auch noch was im Lütticher Dialekt...

    Aber:

    Spaß beiseite.

    Jeder Papst ist konservativ. Der Fortschritt ist in 2000 Jahren NIE aus Rom gekommen. Er ist bestenfalls eine Schnecke.

    Dennoch wird dieser Sinneswandel viele zum Rotieren bringen.

    Bei uns betrifft das nur den äußersten rechten Rand der Gesellschaft: Thurn und Taxis, Kuby, Kardinal Müller etc..

    Auch Ratzinger und Gänswein müssen jetzt ganz stark sein.

    Aber: In unserem kirchentreuen Nachbarland Polen zieht es der faschistischen PIS als fanatisch homophober Regierungpartei endgültig den ideologischen Teppich unter den Füßen weg: Die fromme Tarnung funktioniert nicht mehr, weil es eben der Papst ist der definiert, was katholisch ist und niemand sonst.

    Und da folgt nun der allmähliche Abschied von der klerikalen Homophobie in ihrer mörderischen Variante auf den allmählichen Abschied vom klerikalen Antisemitismus in seiner mörderischen Variante in der Nachkriegszeit.

    Politisch-taktisch soll es mir nur recht sein.
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#6 Peck_SEhemaliges Profil
  • 21.10.2020, 19:06h
  • Antwort auf #2 von anonym
  • Danke. Genau so ist es. Beihilfe zur Kriminalisierung, Verfolgung und Ermordung Homosexueller nenne ICH das. Dazu kommen noch die Umpolungs-Menschenversuche durch katholische Vereine überall auf der Welt, die zur selben Zeit, während er dieses doppelmoralverseuchte Blendwerk absondert, Jugendliche und Erwachsene psychisisch krank machen und in Teilen in den Suizid treiben.
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#7 KatsukiAnonym
  • 21.10.2020, 19:39h
  • Die Kirche ist eine absolute Lachnummer. Sieht man schon beim Papst. Zuerst heißt es, man "müsse bei Kindern mit homosexuellen Neigungen zum Psychiater, um zu sehen was sich machen lässt", dann heißt es "Wir alle sind Gottes Kinder", fünf Minuten später sagt er "Homosexualität ist nichts zum jubeln" & jetzt wieder das. Können die sich jetzt mal entscheiden, was die wollen?
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#8 KaiJAnonym
#9 VerständnislosAnonym
  • 21.10.2020, 19:53h
  • Ich verstehe nicht ganz, inwiefern jemand auf mich zugeht, indem er sich dafür ausspricht, mich als zweitklassig anzuerkennen. War ich vorher drittklassig und darf mich jetzt großartig fühlen, weil ich eine Klasse aufgerückt bin?
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#10 DarielAnonym
  • 21.10.2020, 20:00h
  • Heute so, morgen so...
    Abwarten. Ist noch zu früh um den Sekt aus dem Kühlschrank zu holen...
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