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Neue Maßnahmen

TikTok verspricht Entfernung von queerfeindlichen Inhalten

Die Videoplattform will verstärkt gegen Hass und Hetze vorgehen. Die Befürwortung von "Homo-Heilung" und die "Behauptung, dass niemand 'LGBTQ+' geboren werde", sind nicht mehr erlaubt.


Mit der TikTok-App können Benutzer*innen Musikclips ansehen sowie kurze Clips aufnehmen und bearbeiten (Bild: nikuga / pixabay)

  • 22. Oktober 2020, 06:36h, noch kein Kommentar

Die Videoplattform TikTok verschärft ihr Vorgehen gegen Hass und Hetze. Der Online-Dienst erklärte am Mittwoch, während bereits Videos mit Hassrede und Ideologien des Hasses wie Neonazismus und Rassismus gelöscht würden, werde dies nun auch auf "verwandte Ideologien" ausgeweitet. Als Beispiele nannte TikTok den "weißen Nationalismus", die Theorie von einem "Genozid an Weißen", die Identitäre Bewegung und Theorien von einer Überlegenheit von Männern gegenüber Frauen.

"Darüber hinaus entfernen wir LGBTQ+feindliche Inhalte", heißt es in der Pressemitteilung. "Hierzu gehört auch das Befürworten der 'Konversionstherapie' und die Behauptung, dass niemand 'LGBTQ+' geboren werde."

Moderator*innen sollen geschult werden

TikTok kündigte zudem an, "Falschinformationen und verletzende Stereotype über Juden, Muslime und andere Gruppen" löschen zu wollen. Das umfasse unter anderem Falschinformationen über bekannte jüdische Persönlichkeiten oder Familien, die genutzt würden, um Antisemitismus zu verbreiten. Das Leugnen des Holocaust ist auf TikTok bereits verboten.

Darüber hinaus sollen die Content-Moderator*innen besser sensibiliert werden, kündigte die Videoplattform an. "Unsere Moderationsteams sollen erkennen, wenn Mitglieder beispielsweise der LGBTQ+ Community, POC, jüdischen Glaubens, Roma- oder Menschen einer anderen ethnischen Gemeinschaft einen Begriff als Selbstbezeichnung und zur Ermächtigung verwenden. Sie müssen den Zusammenhang verstehen, um den Inhalt nicht fälschlicherweise zu löschen", heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. "Wenn ein verunglimpfendes Wort hingegen als Ausdruck von Hass verwendet wird, hat dieses auf TikTok nichts zu suchen."

Zensur von queeren Inhalten auf TikTok

In den vergangenen Jahren stand die Videoplattform wegen der Zensur von queeren Inhalten mehrfach in der Kritik. So zitierte der britische "Guardian" noch 2019 aus aktuellen Richtlinien für lokale Moderator*innen der App, nach denen die Verbreitung von Inhalten mit Homosexualität oder deren Befürwortung auf TikTok verboten sind – auch in Ländern, wo Homosexualität straffrei ist.

Im vergangenen Monat enthüllten australische Wissenschaftler*innen, dass TikTok in mindestens acht Sprachen, darunter Arabisch oder Russisch, Hashtags wie "schwul", "lesbisch" oder "transgender" aus der Suche entfernt. Das heißt, die Inhalte sind eigentlich noch vorhanden, aber nicht mehr auffindbar. TikTok begründete diesen sogenannten Shadowban mit lokalen Gesetzen, gab jedoch zu, dass bei der Sperrung Fehler unterlaufen seien. Das Unternehmen steht auch wegen der Zensur regierungskritischer Inhalte in manchen Ländern und Daten- und Jugendschutzbedenken in der Kritik.

TikTok gehört dem chinesischen Onlinekonzern ByteDance. US-Präsident Donald Trump hat ein Verbot der beliebten Videoplattform angedroht, sollte die Kontrolle über das US-Geschäft nicht bis zum 12. November an ein US-Unternehmen übergehen. Derzeit verhandelt ByteDance mit dem Softwarekonzern Oracle und dem Einzelhandelsriesen Walmart über einen solchen Deal. (cw/AFP)