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EU-Menschenrechtsauszeichnung

Sacharow-Preis: Belarussische Opposition siegt über polnische LGBTI-Aktivist*innen

Nach der Kontroverse über die Nominierung eines Homo-Hassers für den EU-Menschenrechtspreis stehen die Sieger*innen fest.


Der Sacharow-Preis soll im Dezember feierlich in Brüssel überreicht werden (Bild: NakNakNak / pixabay)

Die Frauen und Männer der belarussichen Opposition werden den Sacharow-Preis 2020 erhalten. Das teilte das Europaparlament am Donnerstag mit. Nominiert worden war diese Gruppe von der Europäischen Volkspartei, den Sozialdemokraten und den Liberalen.

Der sozialdemokratische Parlamentspräsident David Sassoli sprach der belarussischen Opposition Mut zu: "Sie haben die Wahrheit auf ihrer Seite, die mit roher Gewalt niemals bezwungen werden kann. Bleiben Sie stark. Wir sind an Eurer Seite."

Twitter / Europarl_DE

Die Nominierung war im Vorfeld auf Kritik gestoßen, weil einer der zehn genannten Oppositionellen als Homo-Hasser gilt: Der belarussische Christdemokrat Pawel Sewjarynez hatte Homosexuellen vorgeworfen, unbiblisch zu sein – daher verdienten sie nicht die gleichen Rechte (queer.de berichtete). Nach Protesten wurde der Name schließlich von der Liste der Nominierten gestrichen (queer.de berichtete).

Auch "Atlas des Hasses" war nominiert

Neben den Oppositionellen aus Belarus ebenfalls nominiert waren vier queere Aktivist*innen aus Polen, die sich mit ihrem "Atlas des Hasses" gegen die Errichtung "LGBT-freier Zonen" wehren (queer.de berichtete). Die Aktivist*innen wurden von der überparteilichen Abgeordnetengruppe LGBTI Intergroup nominiert, die sich für queere Rechte engagiert.

Außerdem waren die honoduranischen Umwelt-Aktivist*innen und Berta Cáceres nominiert, die nach einem friedlichen Protest gegen ein Bergbauunternehmen inhaftiert worden waren. Sie waren von Grünen und Linken vorgeschlagen worden. Zudem gab es zwei weitere Nominierungen von rechtspopulistischen Fraktionen. Die siegreiche Nominierung ausgewählt hatte die "Konferenz der Präsidenten", die aus dem Parlamentspräsidenten und den Fraktionsvorsitzenden besteht.

Der Sacharow-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und ehrt seit 1988 Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise für die Menschenrechte eingesetzt haben. Übergeben werden soll der Preis im Dezember im Brüsseler Europaparlament. (dk)



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#1 Miguel53deProfil
  • 22.10.2020, 19:42hOttawa
  • Mir gefällt die Überschrift gar nicht. Das liest sich so, als habe es einen Wettkampf gegeben und die polnischen LGBT-Aktivist*innen seien Verlierer.

    Richtig ist aber, dass sie allein durch die Nominierung gewonnen haben und nun mal nur eine Organisation den Preis erhalten kann.

    Alle nominierten Organisationen sind wichtig und verdienen allerhöchsten Respekt. So auch die Preisträger, die allen Gefahren für Leib und Leben mutig trotzen.
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