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- 31. Oktober 2005 3 Min.
Auf der Insel wird in Zukunft jeder aus dem Fußballstadion geworfen, der sich schwulenfeindlich äußert.
Von Dennis Klein
In England sind im Profifußball bereits seit längerem antischwule Äußerungen auf dem Feld verboten. Jetzt untersagt die Football Association (FA) auch den Fans, Spieler, Schiedsrichter oder gegnerische Schlachtenbummler als "Poofs" (Schwuchteln) zu beschimpfen.
Die FA hat angekündigt, dass jeder Fan, der sich schwulenfeindlich äußert oder verhält, aus dem Stadion verbannt wird. Außerdem sollen die Delinquenten wegen der Verbreitung von Hass angezeigt werden. "Wir haben ein Problem mit homophoben Schmähungen während des Spieles", so FA-Sprecherin Lucy Faulkner zum "Observer". "Dieses Verhalten ist widerlich und widerspricht unserem Anspruch, den Fußball familienfreundlicher und akzeptabel für alle Felder unserer Gesellschaft zu machen."
Auch in Deutschland gehen die Fans nicht gerade zimperlich mit Schwulen um. So berichtet Gerd Eiserbeck von den Berliner "Hertha Junxx", dem ersten Homo-Fanclub, dass Auswärtsfahrten für die schwulen Anhänger eher selten sind: "Da zeigen wir gar keine Flagge mehr, weil wir nicht wissen, wie reagiert wird", so der 36-Jährige zu "Spiegel Online".
Härter geht es auf dem Feld zu: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schwule Fußball spielen können", meinte der notorische Kölner Profi Paul Steiner im Jahr 1990. Nach der Kritik an Steiner sind die Kicker jetzt etwas vorsichtiger in ihren Aussagen geworden. "Ein heißes Eisen zu dem ich mich nicht äußern möchte", sagt Nationalspieler Christoph Metzelder von Borussia Dortmund in einem TV-Interview. "Ich kenne auch keine Fälle", schiebt er schnell nach.
Dabei gibt es mehrere schwule Bundesligaspieler, die allerdings alle ein Doppelleben führen. In Film und Fernsehen wird diese Bastion in letzter Zeit vermehrt behandelt: Im deutschen Spielfilm "Männer wie wir" (Amazon-Affiliate-Link ) wird der Gegensatz von Schwulen und Fußball zum letzten Tabu in unserer Gesellschaft erhoben. In England sind schwule Fußballer ein Thema in der TV-Serie "Footballer's Wives" (Amazon-Affiliate-Link ), mit sechs Millionen Zuschauern pro Folge einer der erfolgreichsten Sendungen im britischen Fernsehen. In der dritten Staffel kauft der fiktive Club "Earls Park" einen bisexuellen Kapitän, der äußerlich frappierend David Beckham ähnelt, und einen schwulen Mitspieler, dessen Zwangsouting die lesbische Vereins-Präsidentin mit aller Macht verhindern will.
In der wirklichen Fußballwelt hat sich bisher nur ein Profi geoutet - allerdings mit katastrophalen Folgen. Justin Fashanu war der erste schwarze Fußballer in England, für den eine Ablösesumme über eine Millionen Pfund bezahlt wurde - das war 1980. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein Trainer von Nottingham Forest, als er von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Daraufhin wechselte er mehrfach das Team und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik - seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord.
31. Oktober 2005
Links zum Thema:
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