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Weitere Kandidatur

Trans Sturm auf den Bundestag

In einem Jahr wird ein neuer Bundestag gewählt – mit dem Hamburger Grünen-Politiker Adrian Hector bringt sich nach vier trans Frauen nun auch ein trans Mann in Stellung.


Der trans Aktivist Adrian Hector ist seit Mai 2019 Abgeordneter der Bezirksversammlung Hamburg-Altona (Bild: Adrian Hector / twitter)

Der Hamburger Grünen-Politiker und trans Aktivist Adrian Hector könnte der erste trans Mann im Deutschen Bundestag werden. Wie das "Hamburger Abendblatt" (Paywall-Artikel) berichtete, hofft das 36-jährige Mitglied der Bezirksversammlung Altona auf eine Nominierung seiner Partei für das Direktmandat in Hamburg-Altona. Ein Termin für die Aufstellung gebe es noch nicht, Hector baue jedoch auf die Unterstützung seiner Fraktion.

Mit seiner Transition vor vier Jahren begann sich der Physiker politisch zu engagieren. Hector war bis vergangenen Herbst Vorstandsmitglied im Bundesverband Trans*. In seiner Partei engagiert er sich als Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft QueerGrün sowie als stellvertretender Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik. In der Bezirksversammlung ist er Sprecher der Grünen für Sport und Gleichstellung. Im Februar verpasste er den Einzug in die Hamburger Bürgerschaft (queer.de berichtete).

Für Selbstbestimmungsgesetz und Mobilitätswende

Als Bundestagsabgeordneter will der IT-Projektleiter die "diskriminierenden, menschenrechtsverletzenden, trans- und interfeindlichen Gesetze" abschaffen, erklärte er gegenüber dem "Abendblatt". Allerdings stellte Hector klar: "Ich bin viel mehr als nur trans Mann. Das ist ein Thema, mit dem ich mich manchmal mehr beschäftige, als ich Lust drauf habe. Ich bin kein Genderwissenschaftler." So wolle er in Berlin auch für die Mobilitätswende kämpfen.

In der Bezirksversammlung konnte er bereits queerpolitisch punkten und setzte einen Antrag zur gendergerechten Sprache durch. Seither gendern laut "Abendblatt" viele Kolleg*nnen. "Das liegt sicher auch daran, dass mit mir jemand im Raum ist, der direkt davon betroffen ist", so der 36-Jährige.

Auch vier trans Frauen wollen nach Berlin

Adrian Hector ist bereits die vierte trans Person, die ihre Kandidatur für den Bundestag angekündigt hat. Bereits im Juli hatte die bayerische Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne) erklärt, dass sie sich um ein Mandat bewerben möchte (queer.de berichtete). Als erste trans Frau bei den Sozialdemokrat*innen zieht es die Polizistin und Gewerkschafterin Ria Cybill Geyer nach Berlin (queer.de berichtete).

Darüber hinaus will sich die Grünen-Politikerin Nyke Slawik in Leverkusen um ein Bundestagsmandat bewerben, berichtete u.a. die "Rheinische Post". Die 26-Jährige ist offizielle Spitzenkandidatin der Grünen Jugend NRW. Vor vier Jahren hatte sie bereits für den Landtag kandidiert, verpasste jedoch den Einzug (queer.de berichtete). In Rosenheim wiederum wurde am Samstag Victoria Broßart als Direktkandidatin der Grünen in Rosenheim aufgestellt. Die 28-jährige Ingeneurin ist auch Sprecherin der LAG Queer.Grün.Bayern.

Bislang gab es im Bundestag noch keine offen trans Politiker*innen. Christian Schenk, der zwischen 1990 und 2002 zunächst für die Grünen und später die PDS im Bundestag saß, nahm erst nach dem Ausscheiden aus dem Parlament eine Geschlechtsanpassung vor (queer.de berichtete).

Ein Termin für die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag steht noch nicht fest. Gemäß Artikel 39 des Grundgesetzes muss sie spätestens am 24. Oktober 2021 stattfinden. (cw)

Die Kandidaturen von Nyke Slawik und Victoria Broßart wurden im Bericht nachträglich ergänzt.



#1 Ralph
  • 25.10.2020, 10:20h
  • Mit dieser Aussage ("... Thema, mit dem ich mich manchmal mehr beschäftige, als ich Lust drauf habe...") kann ich mich nur schwer anfreunden. Es gilt als selbstverständlich, dass der persönliche Hintergrund von Abgeordneten (Kirche, Gewerkschaft, Einwanderung, Behinderung, Arbeitgeberverband usw. usf.) sich schwerpunktmäßig und/oder richtungsweisend für die politische Tätigkeit auswirkt. Ich halte es für gut und richtig, wenn sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität da keine Ausnahme machen. Klaus Wowereit sagte mal, er mache als Schwuler Politik, aber er mache keine schwule Politik. Das hielt ich in dieser Formulierung für ein falsches Signal. Heute ist es erst recht falsch. Es gibt keinen Grund zu der Annahme, man müsse Wähler(innen), die einen Schreck kriegen, wenn da ein Transmensch kandidiert, beruhigen.
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#2 AltoAnonym
  • 25.10.2020, 11:31h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Finde ich jetzt überhaupt nicht. Nur weil man schwul, trans, queer etc., ist und Politiker, muss man sich doch nicht automatisch nur mit LGBT Themen verfassen. Kann man klar, muss man aber nicht. Jens Spahn ist ja auch Gesundheitsminister und nicht LGBT Sprecher. Alice Weidell redet darüber z.B. gar nicht.
    Und wenn einer auf dem Dorf wohnt und pendelt ist klar, dass das Thema da präsenter ist als Trans* sein und die rechtlichen Sspekte, weil man täglich damit zu tun hat.
    Dazu kommt nach dass Homosexualität und Kirche in einem Spannungsfeld sind. Wer beides ist, schwul und gläubig, landet automatisch in einem inneren Zwiespalt.
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#3 gayflecktarnhoseProfil
  • 25.10.2020, 11:49hBremen
  • Hallo,
    in der heutigen Zeit sollte dieses Thema, ob trans Frau oder trans Mann, überhaupt keine Rolle mehr
    spielen. Es ist eine Selbstverständlichkeit das diese
    Personen die gleichen Rechte und Pflichten haben.
    Ein sehr schönes Beispiel ist Anastasia Biefang.
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#4 WirHabenUnsLiebAnonym
  • 25.10.2020, 13:03h
  • "Ich bin viel mehr als nur trans Mann. Das ist ein Thema, mit dem ich mich manchmal mehr beschäftige, als ich Lust drauf habe..."

    Danke für die anbiedernde Klärung. Dann gibt es als trans Frau auch keinen Grund ihn zu wählen.
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#5 recogoniAnonym
  • 25.10.2020, 13:28h
  • Antwort auf #1 von Ralph
  • Erschreckend, wie hier frei denkenden Menschen das Recht abgesprochen wird ihre eigenen Schwerpunkt zu setzen.
    Und wenn der Kandidat sich für die Kaninchenzüchtervereine in Berlin Treptow engagiert, es geht uns nichts an!
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#6 Ralph
#7 Ralph
  • 25.10.2020, 13:33h
  • Antwort auf #2 von Alto
  • Boah! Ein Glück, dass mein Schreibtischsessel Lehnen hat, sonst wär ich eben runtergefallen. Alice Weidel als lobend erwähntes Beispiel dafür, wie man LSBTI sein und trotzdem Politik gegen LSBTI machen kann. Ich glaub, ich muss in Psychotherapie. Das halt ich sonst nicht aus.
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#8 Ralph
  • 25.10.2020, 13:43h
  • Antwort auf #5 von recogoni
  • Oh doch! Wenn einer sogar mit seinem T-Shirt die Leute drauf stößt, dass er trans ist, dann soll er gefälligst auch entsprechend Politik machen. Wo trans drauf steht, soll auch trans drin sein.
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#9 WirHabenUnsLiebAnonym
  • 25.10.2020, 14:19h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • "Wo trans drauf steht, soll auch trans drin sein."

    Ist nur ein lustiger Gimmick. Das trägt er nur in "Schutzräumen".

    "Ich bin viel mehr als nur trans Mann. Das ist ein Thema, mit dem ich mich manchmal mehr beschäftige, als ich Lust drauf habe..."

    Sagt ein Mitglied und ehemaliger Vorstand des BVT*. Der klassische falsche Mann am falschen Ort. Ein Blender mit falscher Inhaltsangabe.
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#10 DominikAnonym
  • 25.10.2020, 14:21h
  • Das Entscheidende sind aber die Listenplätze und nicht die Wahlkreis-Kandidaturen. Trotz Umfragehoch ist nicht davon auszugehen, dass die Grünen so wahnsinnig viele Direktmandate gewinnen werden. Also: Genau hinschauen, ob die Weltverbesserungspartei Nr. 1 tatsächlich auch den Schneid hat, Transpersonen auf vordere Listenplätze zu setzen, oder - wie häufig genug - eher so tut als ob, um dann am Ende des Tages doch lieber auf Nummer sicher zu gehen und die "alten Hasen" zu bevorzugen. Auf die Listenplätze kommt es an!
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