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Volleyball

Erster offen queerer Spieler einer deutschen Profiliga

Der US-amerikanische Volleyballspieler Benjamin Patch, der seit 2018 beim Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys unter Vertrag steht, spricht erstmals über seine sexuelle Orientierung.


Auf Instagram zeigt sich Benjamin Patch auch gern in sexy Posen (Bild: benpatch13 / instagram)

Mit dem Volleyballspieler Benjamin Patch gibt es den ersten offen queeren Spieler einer deutschen Profiliga. In einem am Freitag veröffentlichten Porträt des Berliner "Tagesspiegel" (Paywall-Artikel) sprach der US-Amerikaner, der seit 2018 beim Deutschen Meister Berlin Recycling Volleys unter Vertrag steht, erstmals über seine sexuelle Orientierung.

"Ich bin definitiv queer", zitierte die Zeitung den 26-Jährigen. "Ich sage nicht, dass ich schwul bin und ich sage nicht, dass ich hetero bin, denn für mich bedeutet queer sein, offen zu sein." Viele bisexuelle und pansexuelle Sportler*innen würden sich aus Angst bis heute verstecken, beklagte der 2,05 Meter große Athlet. "Lange musste man entweder homosexuell oder heterosexuell sein", so Patch, "und besonders männlichen Athleten wurde immer gesagt, sie könnten nicht schwul sein".

Patch: Coming-out gut für die sportliche Leistung

Die Geheimniskrämerei um die sexuelle Orientierung führe dazu, dass Athlet*innen nicht ihre beste Leistung erbringen könnten, glaubt der Profispieler. "Ich weiß, dass ich Volleyball heute besser denn je spiele, weil ich völlig ich selbst bin."

In Berlin fühle er sich wohl, sagte der in Utah geborene Sportler dem "Tagesspiegel". Bekannte hätten ihm schon vor 2018 zu einem Umzug in die deutsche Hauptstadt geraten. "Hier ist es so einfach, du selbst zu sein", sagte Patch. "Alles hier ist divers und zieht ebenso diverse Menschen an."

Benjamin Patch ist seit 2015 Mitglied der Männer-Volleyballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten. Vor seinem Engagement für Berlin Recycling Volleys spielte er für den italienischen Verein Tonno Callipo Vibo Valentia. In der Saison 2018/19 kam er mit dem Hauptstadt-Team ins Pokal-Halbfinale und gewann die deutsche Meisterschaft. (mize)



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#1 Julian SAnonym
  • 26.10.2020, 09:44h
  • "Patch: Coming-out gut für die sportliche Leistung"

    Das ist ja auch logisch:
    sich selbst zu verleugnen, immer aufzupassen was man sagt und wie man guckt, mit ständiger Angst vor Enttarnung zu leben, etc. ist nicht nur psychisch extrem belastend, sondern kostet auch viel Kraft und Energie.

    Das fehlt dann im Sport.
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#2 DominikAnonym
  • 26.10.2020, 09:57h
  • Ist der Ausdruck "queer" neuerdings ein Synonym für "ich kann nicht aussprechen, dass ich auf Kerle stehe also schwul bin"? Oder natürlich, wenn man sowohl auf Frauen als auf Männer steht, zu sagen, dass man eben bisexuell ist?

    Mitunter wird dieser neumodische Sprech auch benutzt, um sich selbst eine gewisse Aura zu verleihen. "Queer" zu sein, das klingt halt irgendwie cooler, moderner, vielschichtiger und interessanter als bloß "schwul" oder "bi" zu sein. Ähnlich wie: "Ich wohne in einer Maisonette, in dem Karree am Ende der Straße" statt "In dem letzten Hochhaus auf dieser Straße wohne ich einer Dachwohnung" zu sagen. Und so ein Instagram-Schönling, der will ja vielleicht auch ein bisschen mehr sein als bloß so ein gewöhnlicher 08/15-Schwuler. Viel zu langweilig.
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#3 KaiJAnonym
#4 Prima4Anonym
  • 26.10.2020, 10:24h
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • ?? Zitat:

    ""Ich bin definitiv queer", zitierte die Zeitung den 26-Jährigen. "Ich sage nicht, dass ich schwul bin und ich sage nicht, dass ich hetero bin, denn für mich bedeutet queer sein, offen zu sein."....
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#5 Ralph
  • 26.10.2020, 10:24h
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • Ich vermute, das Wort "queer" wird benutzt, weil damit -wohl zu Recht- darauf spekuliert werden kann, dass bei den meisten Leuten kein Kopfkino abläuft von zwei Männern beim Sex - einfach weil die wenigsten mit dem Wort was anfangen können. Es ist asexuell-poltisch.
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#6 DefinitionQueerAnonym
  • 26.10.2020, 11:14h
  • Ein bisschen seltsam, dass in einem Portal namens Queer.de Unklarheiten darüber herrschen, was "queer" überhaupt bedeuten kann. Nehmen wir doch bspw. mal die Wikipedia-Definition - vielleicht wird dann schon manches klarer:

    "Queer [...] ist eine Art Sammelbecken, in dem sich je nach Selbstaussage außer Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Intersexuellen, Transgendern, Pansexuellen, Asexuellen und BDSMlern auch heterosexuelle Menschen, welche Polyamorie praktizieren, und viele mehr finden lassen. Eine Besonderheit von queer im Vergleich zu Identitäten wie lesbisch oder schwul ist, dass die Betonung auf der eigenen von der Heteronormativität abweichenden Geschlechterrolle, Geschlechtsidentität bzw. Lebensweise liegt, während ein etwaiger Partner eine geringere Rolle spielt.
    Verbindend wirkt dabei die Überzeugung, dass der angenommene Zwang zur Heteronormativität aufgelöst und es Menschen erlaubt werden solle, ihr Leben mit unterschiedlichen Vorstellungen, sexuellen Identitäten und Geschlechtsidentitäten in Frieden leben zu dürfen."

    de.wikipedia.org/wiki/Queer

    Ergänzend möchte ich noch Non Binaries anfügen, die sich weder als Trans definieren noch Inter sind. Von BDSMler_innen und polyamoren Heteros, die sich jeweils deshalb als queer definieren, habe ich persönlich bisher eher selten gehört.

    Wenn sich also eine als Mann gelesene Person als queer outet, kann da deutlich mehr drinstecken als "schwul", was ja etwas vereinfacht bedeutet, dass eine Person, die sich selbst als Mann definiert, sich zu als Mann gelesenen Personen hingezogen fühlt.
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#7 AthreusProfil
  • 26.10.2020, 11:28hSÜW
  • Ein tolles Vorbild! Danke dafür. Schade nur, dass erst ein US-Amerikaner kommen muss, um dem deutschen Sport einen (aktiven) offen queeren Sportler zu geben.
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#8 audeasAnonym
  • 26.10.2020, 11:52h
  • "Ich bin definitiv queer", zitierte die Zeitung den 26-Jährigen. "Ich sage nicht, dass ich schwul bin und ich sage nicht, dass ich hetero bin, denn für mich bedeutet queer sein, offen zu sein." 

    Unterschreibe ich zu 100%! Ich habe den Eindruck, dass Leute in meiner Altersklasse sich eher mit dem Begriff "queer" identifizieren können, da auch die menschliche Sexualität zu einem gewissen Maß fluide ist.

    P.S. sehr schöner Mann...
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#9 KaiJAnonym
#10 Ralph
  • 26.10.2020, 13:18h
  • Antwort auf #6 von DefinitionQueer
  • Na die Definition von "queer" ist ja sicher allgemein bekannt hier. Das ist auch nicht der Kritikpunkt, sondern dass man mit "queer" so schön unkonkret sein kann - etwa wie wenn jemand sagt, er sei von "ungewöhnlicher Körpergröße". Ja was jetzt? Ist er 1,50 m oder 2,10 m? Oder denkt er persönlich, 1,65 m oder 1,95 m sei schon "ungewöhnlich"? Oder einer sagt, er sei "religiös" - ja was ist er denn? Und warum schafft er es nicht, sich Christ, Hindu, Jude, Moslem oder was auch immer zu nennen; warum versteckt er sich hinter Religion allgemein? Was bitte ist da "offen"? Da geht bestenfalls wer vom größeren in den kleineren Schrank.
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