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Neue Umfrage

USA: Unterstützung für Ehe für alle hoch wie nie

Während die Trump-Regierung alles dran setzt, die Rechte von Schwulen und Lesben wieder einzuschränken, hat die Bevölkerung immer weniger Probleme mit der Ehe für alle.


Werden in den USA in Kürze Eheschließungen unter gleichgeschlechtlichen Paaren wieder verboten? (Bild: Ting Chen / flickr)

Noch nie haben so viele Amerikanerinnen und Amerikaner die gleichgeschlechtliche Ehe befürwortet. Das geht aus einer vergangene Woche vom Meinungsforschungsinstitut PRRI veröffentlichten Umfrage hervor. Demnach unterstützen 70 Prozent der Bevölkerung die Ehe für alle. 28 Prozent sind dagegen. Noch nie zuvor konnte das Institut eine höhere Rate an Zustimmung messen.

Die Umfrage zeigt auch, dass es deutliche Unterschiede in der Zustimmung zur Ehe für alle in unterschiedlichen politischen und religiösen Gruppen gibt. So wollen etwa 80 Prozent der demokratischen Parteimitglieder gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Eheschließung gewähren, aber nur 50 Prozent der Menschen mit republikanischem Parteibuch.

Noch größer sind die Unterschiede beim Faktor Religionszugehörigkeit: Unter evangelikalen Christinnen und Christen, die die Hauptunterstützergruppe von Trump bilden, stimmen nur 34 Prozent der Ehe für alle zu. Am meisten Fans der Gleichbehandlung gibt es unter Konfessionslosen – hier liegt die Zustimmungsrate bei 90 Prozent.


Die Zustimmungsrate für die Ehe für alle (grün) und einen umfassenden Diskriminierungsschutz (blau) unter verschiedenen Religionen / Hautfarben

Die Unterstützung für die Gleichbehandlung von Homosexuellen ist in den USA noch recht neu: In den Neunzigerjahren stimmten weniger als ein Drittel der Ehe für alle zu. Erstmals konnte ein Meinungsforschungsinstitut 2010 eine knappe Mehrheit der Bevölkerung für die Ehe-Öffnung ausmachen (queer.de berichtete). Seither ist der Enthusiasmus für gleiche Ehe-Rechte kontinuierlich angestiegen, sogar unter der LGBTI-feindlichen Regierung von Präsident Donald Trump.

Das Umfrageergebnis steht im krassen Widerspruch zu politischen Veränderungen, die Eherechte von Schwulen und Lesben gefährden könnten. So gibt es im Supreme Court, dem höchsten US-Gericht, nach der Vereidigung der LGBTI-feindlichen Richterin Amy Coney Barrett möglicherweise eine Mehrheit für die teilweise Abschaffung der Ehe für alle. Zuletzt erklärte die bekannte lesbische Komikerin Fortune Feimster, sie habe ihre Freundin schneller geheiratet, weil sie ein erneutes Ehe-Verbot für Schwule und Lesben fürchte (queer.de berichtete). (dk)



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#1 PetterAnonym
  • 27.10.2020, 15:30h
  • Wollen wir hoffen, dass die Unterstützung noch weiter steigt, damit keine Regierung und keine Partei es wagt, gegen die Mehrheit der Bürger zu kämpfen.

    Auch sehr interessant, dass eine noch deutlichere Mehrheit einen Schutz vor Diskriminierung gut fände, den die USA bisher nicht haben, den aber die Demokraten umsetzen wollen.
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#2 wayneAnonym
  • 27.10.2020, 18:12h
  • Das ist ein Missverständnis und stimmt so nicht. Das hat noch nie gestimmt. Was diese ganzen Umfragen ergeben ist keine "Unterstützung" für die gleichgeschlechtliche Ehe. Das ist nur Gleichgültigkeit der Sache gegenüber. Wenn es tatsächlich eine Form von Unterstützung gäbe, mit einer derartigen statistischen Signifikanz, würden Leute wie Trump oder andere Republikaner ja gar nicht erst gewählt werden.

    Was man aus diesen Umfragen allenfalls mitnehmen kann, ist:

    - 70% der Amerikaner ist es egal, ob Schwule heiraten. Punkt!

    - Wenn ein Homohasser Steuersenkungen und Wirtschaftswachstum verspricht, wird er trotzdem gewählt.

    Es gibt einen großen Unterscheid zwischen Unterstützung und Indifferenz. Zu schreiben, es handle sich um eine Form von "Unterstützung", ist einfach falsch.
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#3 Ralph
  • 27.10.2020, 20:11h
  • Antwort auf #2 von wayne
  • Es ist wie in Deutschland. Die breite Mehrheit ist für die Gleichstellung, meist nicht mal aus Gleichgültigkeit, sondern aus Überzeugung. Aber man empfindet sie als nur eines von vielen Kriterien bei der Wahlentscheidung, und nicht als das letztlich wichtigste. Wir wissen doch, dass sogar viele Lesben und Schwule grundlegend oder tendenziell homofeindliche Parteien wählen, weil ihnen die eigenen Rechte nicht wichtig genug sind. In der Allgemeinbevölkerung ist man in der Regel nicht mal indirekt betroffen. Da werden sich allenfalls Eltern oder enge Freunde von Schwulen und Lesben an der Haltung der Parteien zu uns orientieren. Beispiel: Meine Eltern sind wegen der Homorechte zu den Grünen umgeschwenkt, aber ich kenne Schwule, die die Union wählen, weil sie Frau Merkel für eine ganz großartige Kanzlerin halten.
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#4 Prima4Anonym
  • 28.10.2020, 08:55h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Wenn man zb selber von dem Konstrukt der Ehe nichts hält und auch keine Kinder möchte, warum sollten das dann für einen ausschlaggebende Punkte sein.... ? Das bedeutet nicht das man es ablehnt oder nicht sogar fordert, aber das Punkte die einen persönlich wichtiger sind eben Vorrang haben...
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#5 Ach jaAnonym
  • 28.10.2020, 09:45h
  • Antwort auf #3 von Ralph
  • Exakt so ist es.
    Die Menschen sind mehrheitlich keine Altruisten.
    Man kann sogar sagen: Fast niemand!
    Wenn die eigenen Interessen bei der homofeindlichen Partei anscheinend oder in der Tat besser vertreten werden, sind die moralischen Bedenken schnell vergessen.
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#6 Ralph
  • 28.10.2020, 11:53h
  • Antwort auf #4 von Prima4
  • Das verkennt den Punkt. Es geht nicht um die Ehe an sich. Es geht um die Gleichheit aller Bürger/Bürgerinnen vor dem Gesetz. Es ist eine beliebte Ausrede, dass man ja nur deshalb gegen die Eheöffnung war, weil man selbst nicht heiraten will. Welch eine egoistisch-soziale Grundeinstellung. Weil ich was nicht will, sollen alle anderen es nicht dürfen. Das ist indiskutabel. Ich selbst will nicht (mehr) studieren. Schließen wir doch alle Universitäten. Ich bin kein Christ. Machen wir doch die Kirchen dicht. Ich brauche keinen Gynäkologen. Schaffen wir diese ärztliche Fachrichtung also ab. Ich esse keinen Käse. Verbieten wir Herstellung und Verkauf von Käse.
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 28.10.2020, 14:11h
  • Antwort auf #6 von Ralph
  • "Es geht um die Gleichheit aller Bürger/Bürgerinnen vor dem Gesetz."

    So ist es.

    Deutschland hat nie für diese Gleichheit gekämpft, sondern dagegen.

    Das Prinzip der Gleichheit ist hier ein aus dem Westen importiertes Geschenk, das zwar gerne angenommen wird, aber nicht wirklich verinnerlicht ist.

    Das führt zu einer Mentalität der Gleichgültigkeit.
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#8 Konrad DAnonym
#9 BockbeinAnonym