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Serbisch-orthodoxe Kirche
Montenegro: Homophober Kirchenführer an Corona-Erkrankung gestorben
Wie kaum ein anderer hetzte Amfilohije gegen sexuelle Minderheiten. Jetzt ist der orthodoxe Christ an Covid-19 gestorben, nachdem er Massenproteste ohne Maske und Abstand gegen die Gründung einer neuen Kirche angeführt hatte.
- 30. Oktober 2020, 11:42h 2 Min.
Der serbisch-orthodoxe Metropolit von Montenegro, Amfilohije, ist am Freitag im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. Dies teilte die serbisch-orthodoxe Metropolie an ihrem Sitz in Cetinje mit. Der als Amfilohije Radovic geborene Kirchenführer starb demnach im Klinik-Zentrum der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. Der Metropolit zählte zum dogmatischen Flügel der serbisch-orthodoxen Kirche und war ein entschiedener Gegner der Unabhängigkeit Montenegros. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik hatte sich 2006 nach einem Referendum aus dem damaligen Staatenbund mit Serbien gelöst.
Amfilohije wurde 1991 zum Metropoliten von Montenegro und dem Küstenland ernannt, wie die Kirchenprovinz bei der serbisch-orthodoxen Kirche heißt. Er fiel immer wieder durch homophobe Äußerungen auf. So beklagte er etwa vor zehn Jahren, der CSD in Belgrad sei "Gestank und Gift", der die serbische Hauptstadt verschmutze (queer.de berichtete). Später nannte er CSDs "Paraden des Todes", die "denselben Prinzipien folgen wie der Nationalsozialismus und der Kommunismus".
Auch in anderen Fragen eckte der Kirchenführer gerne mit abwertenden Äußerungen über Andersdenkende an: So bezeichnete er Musliminnen und Muslime als "falsches Volk mit einer falschen Religion" oder nannte Frauen, die abgetrieben haben, "Mörderinnen". Den vom Haager Tribunal zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilten bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic glorifizierte er dagegen als "Giganten des serbischen Volkes".
Der streitbare Kirchenfürst bekämpfte aufs entschiedenste die neue und selbstständige montenegrinisch-orthodoxe Kirche. Amfilohije führte dazu Massenproteste an, die auch während der Corona-Pandemie fortgesetzt wurden. Der Metropolit und seine Anhänger ignorierten dabei weitgehend die Schutzmaßnahmen. Am 7. Oktober kam Amfilohije mit einer Corona-Erkrankung ins Krankenhaus. (dpa/dk)
















