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Serbisch-orthodoxe Kirche

Montenegro: Homophober Kirchenführer an Corona-Erkrankung gestorben

Wie kaum ein anderer hetzte Amfilohije gegen sexuelle Minderheiten. Jetzt ist der orthodoxe Christ an Covid-19 gestorben, nachdem er Massenproteste ohne Maske und Abstand gegen die Gründung einer neuen Kirche angeführt hatte.


Amfilohije wurde 82 Jahre alt (Bild: Saint-Petersburg Theological Academy / flickr)

Der serbisch-orthodoxe Metropolit von Montenegro, Amfilohije, ist am Freitag im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Corona-Erkrankung gestorben. Dies teilte die serbisch-orthodoxe Metropolie an ihrem Sitz in Cetinje mit. Der als Amfilohije Radovic geborene Kirchenführer starb demnach im Klinik-Zentrum der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. Der Metropolit zählte zum dogmatischen Flügel der serbisch-orthodoxen Kirche und war ein entschiedener Gegner der Unabhängigkeit Montenegros. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik hatte sich 2006 nach einem Referendum aus dem damaligen Staatenbund mit Serbien gelöst.

Amfilohije wurde 1991 zum Metropoliten von Montenegro und dem Küstenland ernannt, wie die Kirchenprovinz bei der serbisch-orthodoxen Kirche heißt. Er fiel immer wieder durch homophobe Äußerungen auf. So beklagte er etwa vor zehn Jahren, der CSD in Belgrad sei "Gestank und Gift", der die serbische Hauptstadt verschmutze (queer.de berichtete). Später nannte er CSDs "Paraden des Todes", die "denselben Prinzipien folgen wie der Nationalsozialismus und der Kommunismus".

Auch in anderen Fragen eckte der Kirchenführer gerne mit abwertenden Äußerungen über Andersdenkende an: So bezeichnete er Musliminnen und Muslime als "falsches Volk mit einer falschen Religion" oder nannte Frauen, die abgetrieben haben, "Mörderinnen". Den vom Haager Tribunal zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe verurteilten bosnisch-serbischen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic glorifizierte er dagegen als "Giganten des serbischen Volkes".

Der streitbare Kirchenfürst bekämpfte aufs entschiedenste die neue und selbstständige montenegrinisch-orthodoxe Kirche. Amfilohije führte dazu Massenproteste an, die auch während der Corona-Pandemie fortgesetzt wurden. Der Metropolit und seine Anhänger ignorierten dabei weitgehend die Schutzmaßnahmen. Am 7. Oktober kam Amfilohije mit einer Corona-Erkrankung ins Krankenhaus. (dpa/dk)



#1 AthreusProfil
  • 30.10.2020, 14:01hSÜW
  • Wie dramatisch! Man stelle sich vor, man widmet sich 82 Jahre dem Hass, im Namen einer imaginären Sagengestalt und menschengemachter Irrlehren, wird trotz all diesem Aufwand vom eigenen "Gott" mit Covid-19 bestraft, die man selbst als götlliche Strafe für Homosexualität und andere Sünden gehalten hat und muss dann einen qualvollen Tod sterben, im Wissen, sein gesamtes Leben verschwendet zu haben, weder in den zu Himmel kommen, noch in Erinnerung zu bleiben. Wer wollte da Anderes, als Mitleid für solch menschliche Armut empfinden.
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#2 Ralph
#3 Prima4Anonym
  • 30.10.2020, 15:23h
  • Antwort auf #1 von Athreus
  • hat Gott nicht immer die gesamte Welt bestraft anstatt "nur" die Sünder??

    und hat Gott nicht auch seine Anhänger leiden lassen um ihren Glauben zu prüfen??

    Ich mein, "die welt suckt, ich kill meinen Sohn" war ja jetzt auch kein move dee Gerechtigkeit.... oO
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#4 Pexx89
#5 SchonAnonym
#6 dellbronx51069Anonym
  • 31.10.2020, 08:55h
  • Nach seinem Wertekorsett müsste das doch jetzt ein gerechtes Gottesurteil sein.....?!
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#7 MarcAnonym
#8 AranosAnonym
#9 Patroklos
#10 Roman BolligerAnonym
  • 01.11.2020, 07:59h
  • Und wegen des Todes dieses Ultra-Faschisten, den er dermassen ins Herz geschlossen hatte und bewunderte, war der Tennisspieler Novak Djokovic offenbar so emotional aufgewühlt, dass er am ATP500-Turnier in den Viertelfinals gegen einen Lucky Loser ausschied.
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