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Dating mit HIV: Sag ich's oder sag ich's nicht?

Der Gedanke an HIV sollte bei neuen Bekanntschaften weder die Romantik noch den Spaß verderben. Doch das ist oft leichter gesagt als getan. Was sagen eigentlich die Gesetze?


Viele Menschen mit HIV machen sich Sorgen, eine neue Bekanntschaft mit einem HIV-Outing zu vertreiben (Bild: iStock)
  • 31. Oktober 2020, 05:40h, noch kein Kommentar

Egal ob frisch verliebt, ein Treffen mit einer Chatbekanntschaft oder ein One-Night-Stand – das erste Date mit einem neuen Partner oder einer neuen Partnerin ist immer aufregend! Schließlich weiß man vorher nie so genau wie der Abend endet – oder wo. Der Gedanke an HIV sollte euch dabei weder die Romantik noch den Spaß verderben!

Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Denn sobald es "ernst" wird, ob nun in emotionaler oder sexueller Hinsicht, stellt sich die Frage: Sag ich's oder sag' ich's nicht? Viele Menschen mit HIV machen sich Sorgen, eine*n neue*n Partner*in oder eine neue Bekanntschaft mit einem HIV-Outing zu vertreiben oder doch zumindest soweit zu verunsichern, dass ein weiteres Date eher unwahrscheinlich wird – von Intimitäten ganz zu schweigen.

Eine pauschale Antwort gibt es nicht

Da hilft es natürlich, dass aufgrund moderner Therapien das Risiko einer Ansteckung mit HIV fast auf Null gesenkt werden kann.* Das ist ein enormer Fortschritt in der Behandlung! Zu einer erfolgreichen HIV-Therapie gehört jedoch nicht nur dieser Aspekt. Ein selbstbestimmtes Leben ohne Einschränkungen zu führen – auch dieser Gedanke hat Raum bei der Entscheidung, welche Behandlung die beste für dich ist.

Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin offen darüber, welche Bedürfnisse du hast und ob deine aktuelle Behandlung noch zu dir und deinem Leben passt.

Ein Bedürfnis kann beispielsweise eine neue Beziehung sein. Ob und zu welchem Zeitpunkt du deine HIV-Infektion beim Dating thematisierst, liegt bei dir. Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Dafür sind die Reaktionen und der Umgang mit solchen Situationen viel zu individuell. Sicher spielt dabei auch eine Rolle, worum es beim Date geht: Kennenlernen, Vertrauen aufbauen, Liebe, Sex – unverbindlich oder verbindlich – oder alles zusammen.

Gut zu wissen: Ein Blick auf das deutsche Recht

Helfen können auch Informationen und Fakten. Wir haben daher einen Rechtsanwalt getroffen und ihn gefragt, ob und wann ein HIV-positiver Status – juristisch betrachtet – bei einem Dating offengelegt werden muss und wann nicht.

Eine Rechtsberatung kann dieser Artikel nicht ersetzen. Wer sich umfassend informieren möchte oder ein konkretes Rechtsanliegen hat, sollte sich an eine Beratungsstelle der Deutschen Aidshilfe oder an eine*n auf die Belange von Menschen mit HIV spezialisierten Anwält*in wenden.

Rechtsanwalt Jacob Hösl beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema HIV und Strafrecht. Von ihm wollten wir wissen, ob es in Deutschland Gesetze gibt, die Menschen mit HIV in intimen Situationen ein HIV-Outing vorschreiben.

Auf nochvielvor.de könnt ihr das ganze Interview mit Rechtsanwalt Jacob Hösl lesen.

Fußnote

* Obwohl es sich gezeigt hat, dass die erfolgreiche HI-Virussuppression durch eine antiretrovirale Therapie das Risiko einer sexuellen Übertragung erheblich reduziert, kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden. Auf Grundlage (unkontrollierter) Beobachtungsstudien stuft das Robert Koch Institut das Risiko einer sexuellen Übertragung (Viruslast seit ≥6 Monaten unter der Nachweisgrenze) als vergleichbar gering ein wie bei der Verwendung eines Kondoms ohne antiretrovirale Therapie.Auch die Deutsche Aidshilfe wertet den Schutz durch Therapie als Safer Sex.