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Neue Regierung

Neuseeland bekommt schwulen Vize-Premierminister

Nach ihrem deutlichen Sieg bei der Parlamentswahl hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern ihr neues "unglaublich vielfältiges" Kabinett vorgestellt. Die Maori Nanaia Mahuta wird Außenministerin.


Der offen schwule Finanzminister Grant Robertson steigt zum Vize-Premier auf (Bild: New Zealand Tertiary Education Union / flickr)

Zwei Wochen nach ihrem klaren Sieg bei der Parlamentswahl hat Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern (Labour Party) ihr neues "unglaublich vielfältiges" Kabinett vorgestellt. Die Regierungschefin machte die Maori Nanaia Mahuta, die eine traditionelle weibliche Maori-Tätowierung am Kinn trägt, zur ersten Außenministerin ihres Landes. Mit Grant Robertson wurde der erste offen schwule Politiker in der Regierung zum stellvertretenden Premier ernannt.

"Es ist sowohl ein Kabinett mit großen Verdiensten als auch ein Kabinett mit großem Talent, das zudem unglaublich vielfältig ist", sagte Ardern über ihre Regierung. Sie wies darauf hin, dass "es sich hier um Personen handelt, die aufgrund ihrer Verdienste in das Kabinett befördert wurden, und sie spiegeln auch das Neuseeland wider, das sie gewählt hat". Im 20-köpfigen Kabinett sitzen acht Frauen, fünf Maori und drei Mitglieder der LGBTI-Community.

Der 49-jährige Robertson war bereits Finanzminister in Arderns erster Regierung und zudem Chefstratege ihres Wahlkampfes. Im Jahr 2008 zog der offen homosexuelle Politiker erstmals in das neuseeländische Parlament ein. Seinen langjährigen Lebenspartner Alf hatte der Labour-Politiker 1999 als Mitglied der schwulen Rugby-Mannschaft Krazy Knights kennengelernt.

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Maori leiden unter Stigmatisierung

Die neue Außenministerin Mahuta wurde 1996 ins Parlament gewählt und war in Arderns erster Regierung bereits Ministerin für Lokalverwaltung und Maori-Entwicklung. Auffällig ist ihr unverwechselbares Kinn-Tattoo, Moko Kauae genannt. Es weist Designelemente auf, die spezifisch für ihren Maori-Stamm sind. Die Tätowierung sei eine Möglichkeit, sowohl ihre Vorfahren zu ehren als auch gegen die Stigmatisierung eines Aspekts der Maori-Kultur zu kämpfen, den viele Neuseeländer*innen mit Verbrechen und Gangs in Verbindung bringen, sagte die Maori 2016.

Maori und Inselbewohner*innen aus dem Pazifik machen knapp ein Viertel der neuseeländischen Bevölkerung aus, sind aber in den Statistiken über Kriminalität, Armut und Gefängnisse deutlich überrepräsentiert.

Jeder*r zehnte Abgeordnete ist queer

Nach ihrem erdrutschartigen Wahlsieg am 17. Oktober änderte die linksgerichtete Regierungschefin Ardern ihr 20-köpfiges Kabinett auf einigen Posten. Als Prioritäten für die zweite Amtszeit nannte sie die Reaktion auf die Corona-Pandemie und die Förderung der wirtschaftlichen Erholung.

Neuseeland ist die Nation mit dem weltweit höchsten Anteil offen queerer Parlamentsabgeordneter. Zwölf der insgesamt 120 Mitglieder des Repräsentantenhauses in Wellington sind nicht heterosexuell (queer.de berichtete). (cw/AFP)



#1 FinnAnonym
  • 02.11.2020, 10:38h
  • "Neuseeland ist die Nation mit dem weltweit höchsten Anteil offen queerer Parlamentsabgeordneter. Zwölf der insgesamt 120 Mitglieder des Repräsentantenhauses in Wellington sind nicht heterosexuell"

    10% der Abgeordneten sind nicht-heterosexuell.

    So muss das sein, denn ein Parlament soll ja die Gesellschaft widerspiegeln und da sollte dann auch der Anteil von LGBTI im Parlament in etwa dem Anteil an der Bevölkerung entsprechen.

    Sehr vorbildlich.
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#2 royolAnonym
  • 02.11.2020, 11:45h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Hallo!
    Jegliche Quoten - ob für Frauen, Männer, Behinderte, queere Personen, oder jede andere Gruppe von Menschen - idersprechen dem demokratischen Gedanken. Wahlen haben frei zu sein, jeder sollte sich aufstellen lassen dürfen zur Wahl. Wer dann aber in ein Parlament einzieht, sollte vom Wahlvolk entschieden werden. Nicht von irgendeiner Quote für irgendeine Gruppe.
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#3 thorium222Profil
#4 Ralph
#5 TheDadProfil
  • 03.11.2020, 08:59hHannover
  • ""Jeder*r zehnte Abgeordnete ist queer""..

    Davon sind wir hier in der BRD noch Lichtjahre entfernt..
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