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Dan Palmer outet sich

"Mein Tod wäre mir lieber gewesen, als dass jemand entdeckt hätte, dass ich schwul bin"

Der australische Rugbysport war zuletzt wegen Homo-Hasser Israel Folau in die Schlagzeilen geraten. Jetzt outet sich mit Dan Palmer erstmals ein Ex-Spieler als schwul.


Dan Palmer (hier bei einer Pressekonferenz 2012) spielte bis 2015 Profi-Rugby

Der frühere australische Rugby-Nationalspieler Dan Palmer hat sich in einer am Freitag veröffentlichten Kolumne der Tageszeitung "Sydney Morning Herald" als schwul geoutet. Dabei berichtete er davon, wie sehr ihm das Versteckspiel über seine sexuelle Orientierung zugesetzt habe. Er habe sogar Suizidgedanken gehabt, so der 32-Jährige. Palmer hatte unter anderem für die Teams Waratahs und Brumbies in der Rugby-Union-Liga gespielt. Er ist der erste Ex-Spieler, der über seine sexuelle Orientierung spricht.

"Ich habe herumfantasiert, dass ich einfach untertauche, meinen Namen ändere und ein neues Leben beginne. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Mein Tod wäre mir lieber gewesen, als dass jemand entdeckt hätte, dass ich schwul bin", so Palmer. Er sei "unglaublich frustriert, wütend, verzweifelt und traurig" gewesen. Ich habe mich und das Leben, das ich lebte, verachtet."

Als er dann 2013 zum französischen Team Grenoble gewechselt sei, habe sich seine Lage weiter zugespitzt. Er sei allein gewesen und habe die Sprache nicht verstanden. "Nachdem ich eine Überdosis Schmerzmittel eingenommen habe und in einer Haufen Essen vom Vortag aufgewacht bin, wurde mir klar, dass ich mich selbst zerstöre und sich etwas ändern muss", so Palmer. Er habe sich schließlich einem Freund in London geöffnet.

Schließlich habe er sich akzeptiert, seine Rugby-Karriere beendet und begonnen, Psychologie zu studieren. Heute könne er nicht sagen, warum er zuerst "selbst-implodieren" musste, um sein Leben zu verändern. "Ich dachte schon, dass meine Freunde und Familie mich akzeptieren würden – ich hatte nie einen Zweifel daran, sie waren stets liebevoll und haben mich unterstützt", erinnerte er sich. "Ich dachte wohl eher, sie würden denken, ich hätte sie hintergangen."

Als einen Anlass für sein Coming-out nannte Palmer die offene Homophobie des Rugby-Superstars Israel Folau, der unter Berufung auf seinen christlichen Glauben Homosexuelle verdammt (queer.de berichtete). Er wurde später wegen dieser Aussagen von der australischen Liga gefeuert und spielt heute in Frankreich (queer.de berichtete). (cw)



#1 DruckAnonym
  • 02.11.2020, 16:23h
  • Da sieht man wieder mal, wieviel Druck sich viele Menschen ausgesetzt sehen, dass sie lieber tot wären als dass jemand ihre wahre Identität erfährt.

    Das ist ein Armutszeugnis für jede Gesellschaft.

    Und es kostet auch viel Geld, weil diese ständige Angst vor Enttarnung und das ständige Aufpassen und Selbstverleugnung Kraft kosten, mit der man sonst anderes Produktives tun könnte. Und langfristig verursacht das oft auch psychische und körperliche Krankheiten, die auch wieder Geld kosten.

    Wenn es schon nicht aus Menschenwürde passiert, dann sollte man wenigstens aus wirtschaftlichen Interessen daran arbeiten, dass sich endlich etwas ändert.
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#2 HelgehungerAnonym
  • 02.11.2020, 20:45h
  • Dan Palmer ist nicht der erste Ex-Rugby-Spieler in Australien, der sich als schwul geoutet hat. Bereits in den 90ern hat sich Ian Roberts als schwul zu erkennen gegeben. Und eine Autobiografie veröffentlicht.
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#3 HelgehungerAnonym
  • 02.11.2020, 21:01h
  • Außerdem hat sich vor Palmer ein anderer Rugby-Spieler in seiner aktiven Phase geoutet: Simon Dunn. Vor einigen Jahren hat sich der englische Rugby-Spieler Garreth Thomas geoutet.
    Es werden mehr, aber die meisten schwulen Sportler im Rugby, American Football oder Fußball scheuen sich immer noch sich zu outen aus Angst vor Ausgrenzung und Homophobie.
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