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Interview mit Jan Maik

Prince Charming: Klischees statt Authentizität?

Eigentlich sollten ja alle 20 "Prince Charming"-Kandidaten auf den Prinzen aus Frankfurt abfahren. Dann kam es zu österreichisch-schweizerischen Techtelmechtel – Kandidat Jan Maik verrät, dass nicht alles so war, wie es im TV dargestellt wird.


Jan Maik (Schweiz) und Joachim (Österreich) zeigen mehr Interesse aneinander als am Prinzen (Bild: Jan Maik Baumann)

Was ist denn da los? In der zweiten Folge von Prinz Charming kuschelte der 30-jährige Jan Maik aus Zürich mit dem 29-jährigen Wiener Joachim. Das Problem: Beide waren Kandidaten und sollten eigentlich nur Augen für Prince-Charming-Darsteller Alexander Schäfer haben. Die Kuscheleien zwischen den beiden führten aber zu allerhand Gesprächsstoff auf Kreta. Jan Maik verrät im Interview, was es damit auf sich hat und warum er nicht ganz glücklich ist, wie RTL die Show zusammengeschnitten hat. Eines stellt er klar: Er habe in der Show nicht mit seinen österreichischen Gspusi Sex gehabt.

Frage: Möchtest Du ein Statement abgeben zu Deiner Kuschelaktion mit Joachim abgeben? Wie kam es dazu? Was lief da genau? Wurde etwas nicht im TV gezeigt?

Jan Maik: Joachim und ich haben uns seit dem Einzug in die Villa auf Anhieb super gut verstanden. Man muss dazu aber sagen, die zweite Folge wurde aus zwei Tagen zusammengeschnitten. Wir sind auch vom Humor her auf einer selben Wellenlänge, was anderen Kandidaten teils nicht so gefallen hatte, dass wir eine super gute Connection zwischen einander hatten.

Die Sendungen sind stark gekürzt geschnitten. Was z.B. nicht gezeigt wurde, dass es eine recht emotionalen Affront einiger Kandidaten gab, wo Joachim und ich angegriffen wurden, dass wir doch aus dem Haus aussteigen sollen, da wir die "Plätze" der anderen stehlen und wir uns ja doch schon als perfekten Match gefunden hätten. Es gab einiges an Neid und Hass während der Sendezeit, was ich super schade finde, denn genau wir sollten bei einer solchen Reality-Show als Vorbilder auftreten und alle anderen um uns herum so akzeptieren, wie sie sind.

Ist Joachim Dein Typ? Was hast Du beim Kuscheln mit ihm gefühlt?

Auf jeden Fall, da wir uns auf Anhieb super gut verstanden hatten. Wir können viel miteinander lachen und Joachim sieht zudem gut aus. Was mir an ihm besonders gut gefällt, dass er trotzdem ein gutes Maß an Männlichkeit ausstrahlt, eine super direkte Art mit sich bringt und nicht alles zu ernst nimmt. Er ist als Person nicht jemand der einfach immer nur "ja" sagt, sondern challenged auch zurück, trotzdem findet man mit ihm zum Schluss hin eine gute Mittellinie. Man kann sich mit ihm über Gott und die Welt austauschen und der Gesprächsstoff untereinander geht uns zweien nie aus.

Wie ist es, sich selbst halbnackt beim Kuscheln im TV zu sehen? Unangenehm?

Überhaupt nicht, denn ich bin jemand, der in seinem realen Leben auch zu seinen Aktionen und Taten steht. Mir war stets wichtig dabei, dass ich mich in der Sendung eins zu eins so gebe, wie ich auch als echte Person im wirklichen Leben bin, ohne irgendwie eine Art von Schauspiel hereinzubringen. Auch die Massageszene sowie das Übernachten draußen ist so passiert. Mir selber war es ein großes Anliegen, sich auch als Schwuler in der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen trotz verantwortungsvollem Job, was hierbei das Format in Bezug auf Toleranz fördern soll.

Anstatt ein anständiges Bild von Schwulen zu zeigen, wird jedoch in der 2. Staffel viel auf Klischees wie Alkohol, Drama, Sexismus verwiesen, was ich persönlich schade finde, denn die Mehrheit der Schwulen im realen Leben sind allesamt sehr anständige Typen, die sich wahrscheinlich nicht in den gecasteten Teilnehmern wiederfinden würden als eigener Charakter.

Die einigermaßen anständigen Charakteren wurden zu Beginn schon aussortiert, ob es vielleicht daran lag dass Sie zu wenig Show und Drama boten? Grundgedanke des Formats ist, dass der Prinz oder auch Kandidaten untereinander sich in der Sendung finden und verlieben können, wobei einige Kandidaten das Format eher als Plattform für die Selbstdarstellung der eigenen Persönlichkeit genutzt haben.

Und jetzt noch zum Thema Benedetto, der bei "Prince Charming" mit der Aussage, er könne spontan jemanden "abstechen", viele Zuschauer schockiert hatte.

Benedetto wurde in der Sendung dargestellt, als wäre er ein böser Mensch mit bipolarer Störung. Die Aussage mit dem "Abstechen mit einem Messer" war ganz klar als Witz von ihm gemeint, er hat einen solchen Humor. Auch wurden die Szenen bei diesem Teil zusammengeschnitten aus unterschiedlichen Kontexten. Ich selber finde, dass Benedetto in der Zeit in der Villa einer von denen war, der stets wenigstens gesagt hatte, was er dachte, was ich ihm groß anrechnen muss und als stark ansehe. Andere haben es bevorzugt, hinter dem Rücken über Andere zu sprechen und konnten Diskussionen dann direkt mit den Betroffenen nicht facen, dafür aber die "Gerüchteküche" weiter anheizen.

Prinz Alex hatte dich auf dieses Techtelmechtel angesprochen...

Fand es super von Alex, dass er in der Runde am Abend das Thema "Ihr zwei habt auch gut geschlafen" direkt angesprochen hatte und er dann meinte, dass ich mit ihm für ein Einzelgespräch mitkommen solle. Unter vier Augen war es dann auch gut, ihm von meiner Seite aus zu schildern, dass zwischen Joachim und mir nichts sexuell lief und wir uns einfach halt super gut verstehen auf freundschaftliche Art und Weise. Themen die in der Luft liegen direkt zu klären, ist die Richtige Art und Weise.

Twitter / IdaFunkhouser | Geiler als der Wendler: Alexander Schäfer alias Prince Charming ist der große Preis der zweiten Staffel

"Prince Charming" bei Vox und TVNOW

Bei TVNOW wird montags immer eine neue Folge veröffentlicht – seit 2. November ist Folge vier erhältlich. Vox strahlt die Show mit zwei Wochen Verspätung montags um 22.15 Uhr aus – also am 2. November die zweite Folge mit "Kuschelgate" und den Folgen


#1 SurpriseAnonym
  • 02.11.2020, 17:15h
  • ...Surprise!

    Selbst unter anständigen Schwulen mit verantwortungsvollem Job funktioniert das heteronormative Muster "20 himmeln nur den einen an" nicht so ganz.

    Das hat man davon, wenn man versucht, das Leben der Heteros zwanghaft nachzustellen. Es geht eben nicht so ganz auf.
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#2 Ralph
#3 andreAnonym
  • 02.11.2020, 19:20h
  • Benedetto versteht, wie man zum Kölner It-Boy wird. Das macht er mit Kalkül. Fast angekündigt beim Einzug. Er wird wohl im Privat-TV herumgereicht werden. Bei "First Dates-Ein Tisch für zwei" war er erst, vor ein paar Wochen. Kann mich erinnern, Ich glaube ich liege nicht daneben, aber er ist während des Dates rausgegangen zum Rauchen. Der Crew klappte der Kiefer runter. Macht eben interessant wenns mal nicht dem Drehbuch entspricht. Man redet über Ihn und das ist gewollt. Deshalb die Schock-Aussage in der Sendung.
    Der Teil, wo die Typen eingezogen sind war der Einzige den ich geschaut habe. Hat gereicht....aber Geschmäcker sind ja verschieden.
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#4 Homonklin_NZAnonym
  • 02.11.2020, 21:17h
  • Keine Bange, ich werd mir keinen TV-Empfang international zulegen, aber der Blonde schaut dann ja schon echt kernig-herzig aus.
    *sigh*
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#5 Ist doch klarAnonym
  • 03.11.2020, 09:15h
  • "Kandidat Jan Maik verrät, dass nicht alles so war, wie es im TV dargestellt wird."

    Welche Überraschung.

    RTL schneidet Sendungen so, dass Dinge dramatisiert, verfälscht oder gar verdreht werden.

    Das sollte doch nun wirklich jedem klar sein.

    Wir sind hier nicht bei einer Dokumentation auf Arte, sondern bei RTL - da geht es nicht um Authentizität, sondern nur um Quote. Und dafür wird alles gemacht, den muss sich alles unterordnen.

    Eine halbwegs realistische Darstellung schwulen Lebens oder auch nur der Zustände in dieser Villa kann man da nicht ernsthaft erwarten. Das ist nichts anderes als Popcorn-Kino, wo man ein paar hübsche Körper sehen kann, mitfiebern und manchmal lachen kann, hat aber mit Realität nichts zu tun.

    Das wäre eigentlich auch nicht verwerflich, wenn solche Sender das nicht als Realität verkaufen würden und so viele Leute darauf reinfallen.
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#6 Ralph
  • 03.11.2020, 09:51h
  • Na was beabsichtigen die Macher dieser Veranstaltung denn damit, dass sie die Teilnehmer in einem Schlafsaal wie ehedem im Jungeninternat unterbringen? Doch wohl nicht gemeinsame Gebete und Bußübungen.
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#7 AlexAnonym
  • 04.11.2020, 00:10h
  • Was mir an ihm besonders gut gefällt, dass er trotzdem ein gutes Maß an Männlichkeit ausstrahlt, ... Das nennt man internalisierte Homophobie bzw. Sexismus. Seht her Leute, ich stehe auf Schwule (weil ich selber schwul bin), aber die sollen bitte schön auch schön männlich sein.
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