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USA

Studie: Selbst-Hass unter homosexuellen Konservativen hoch

Schwule, Lesben oder Bisexuelle, die in den USA die Republikaner unterstützen, hadern mit ihrer sexuellen Orientierung weit mehr als Anhänger*innen der Partei von Barack Obama und Joe Biden.


Diese Jungs (und wenigen Mädels) hassen sich laut der Studie überdurchschnittlich oft wegen ihrer sexuellen Orientierung (Bild: Log Cabin Republicans)

In den USA haben schwule, lesbische oder bisexuelle Anhänger*innen der Republikanischen Partei weit mehr Probleme mit internalisierter Homophobie als Demokratinnen und Demokraten. Das geht aus einer Studie des an der University of California in Los Angeles beheimateten "Williams Institute on Sexual Orientation and Gender Identity Law and Public Policy" hervor. Internalisierte Homophobie bedeutet, dass ein homo- oder bisexueller Mensch die in der Gesellschaft verbreiteten Vorurteile gegen sexuelle Minderheiten so verinnerlicht hat, dass er sich selbst wegen seiner eigenen sexuellen Orientierung nicht akzeptiert.

Die Studie, die auf einer Auswertung der "Generations Study" aus den Jahren 2016 und 2017 beruht, kam zu dem Ergebnis, dass 41 Prozent der LGB-Republikaner*innen gerne "komplett heterosexuell" wären. Unter Demokrat*innen liegt der Anteil bei nur 17 Prozent. Zudem glauben 38 Prozent der homo- und bisexuellen Konservativen, ihre sexuelle Orientierung sei ein "persönlicher Mangel". Anhänger*innen der Demokratischen Partei stimmten dieser These nur zu 16 Prozent zu. Studienautor Ilan H. Meyer erklärte, es sei "auffällig, wie sehr sich die relativ kleine Anzahl von LGB-Republikanern von Demokraten, die einer sexuellen Minderheit angehören, unterscheidet".


(Bild: Williams Institute)

Es gibt auch Gemeinsamkeiten

Gleichzeitig gibt es aber auch Gemeinsamkeiten: So outeten sich Demokrat*innen und Republikaner*innen gleichermaßen gegenüber ihrer Familie, ihren Kolleg*innen oder ihren heterosexuellen Bekannten. Beide Gruppen berichteten auch in ähnlichem Ausmaß von Diskriminierungserfahrungen. Allerdings sagten weit mehr Anhänger der Biden-Partei als der Trump-Partei, dass ihre Homo- oder Bisexualität "ein wichtiger Aspekt" ihres Daseins sei (85 Prozent gegenüber 68 Prozent).

Praktisch alle großen LGBTI-Organisationen unterstützen dem Demokraten Joe Biden bei den am Dienstag anstehenden Präsidentschaftswahlen. Amtsinhaber Donald Trump wird unter anderem für seine Nähe zur religiösen Rechten, seine Ablehnung eines LGBTI-Antidiskriminierungsschutzes oder die Wiedereinführung des Trans-Verbots im US-Militär kritisiert.

Seine queeren Anhänger*innen präsentieren Trump allerdings als "schwulenfreundlichsten Präsidenten in Amerikas Geschichte", wie der offen schwule Ex-Botschafter Richard Grenell ohne Ironie erklärte. Vor wenigen Tagen warb auch First Lady Melania Trump um die Wählerstimmen von Schwulen, Lesben und Bisexuellen – die 50-Jährige reagierte mit dem typischen republikanischen "Fake News"-Reflex auf Homophobie-Anschuldigungen gegen ihren Ehemann: "Nichts könnte weiter entfernt sein von der Wahrheit. Donald liebt es, Menschen zu helfen", so Melania Trump (queer.de berichtete). (dk)



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#1 ReneAnonym
  • 02.11.2020, 19:41h
  • Warum hassen sich die Leute wegen ihrer sexuellen Identität? Ich habe mich nie geärgert das ich schwul bin. Im Gegenteil- ich sehe es als Privileg an.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 02.11.2020, 20:17h
  • ""Zudem glauben 38 Prozent der homo- und bisexuellen Konservativen, ihre sexuelle Orientierung sei ein "persönlicher Mangel""

    Ywp, das ist genau das, was einem mit so einem, meist auch irgendwie religiös verankerten Backgroundsetting auch ohne Unterlass eingetrichtert wird!
    Daher nicht verwunderlich, wenn sich das noch im späteren Leben auswirkt und Vielen weiter an der Selbstinstanz weg frisst.

    Es ist nicht allzuleicht, das aufzubrechen, wenn dann auch keinerlei Unterstützung whatsoever da ist.

    Wie lange haben die mir vorgequirlt, dass jede Art Abweichung von ihrem kruden Menschen- und Weltbild sowas wie ein Gendefekt oder charakterlicher Mangel sei? Es gilt nicht nur für Orientierung oder sexuelle Identität. Und die Geschichten, mit denen einem einzutrichtern versucht wird, man hätte daran selbst Schuld, es sei Versagen der Willenskräfte oder sogar von irgendwelchen Dämonen verursacht, aber heilbar...
    Muss man mehr sagen?
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#3 Alexander_FAnonym
  • 02.11.2020, 20:38h
  • Antwort auf #1 von Rene
  • "Warum hassen sich die Leute wegen ihrer sexuellen Identität? Ich habe mich nie geärgert das ich schwul bin. Im Gegenteil- ich sehe es als Privileg an."

    Wenn man mit einer Weltanschauung aufgewachsen ist, in der das ein Makel ist, und man diese nicht in Frage stellen kann/will bzw. sich arrangieren muss, um zu überleben, kommt genau so etwas oft dabei rum.
    Ich weiß selbst aus Erfahrung, was das heißt, weil ich in einer Familie von christlichen AfD-Wählern aufgewachsen bin. Deswegen beneide ich die Betroffenen keineswegs. Ich weiß auch, dass es schwer ist, das Milieu, in dem man aufgewachsen ist, in Frage zu stellen und ihm zu entkommen.

    Das heißt aber keineswegs, dass ich Verständnis im Sinne von Zustimmung für die Trump-Fans unter unsereinem hege. Die Studie zeigt ja, dass eine Menge Selbstbetrug und -verleugnung dazugehört, und die müssen sich zwangsläufig in Aggressionen gegenüber anderen äußern und schaden so allen Menschen.
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#4 AlohaAnonym
  • 02.11.2020, 20:48h
  • Wieso gehen die Zahlen von "komplett heterosexuell sein wollen" und "wünschte sie wären nicht LGB" so weit auseinander? Ist das nicht das selbe?

    Und nein, nur weil man (wenn man die Wahl hätte) lieber hetero wäre, hasst man sich nicht selbst. Ich wäre, wenn ich die Wahl hätte, gerne reich und hätte mehr Wangenknochen. Deswegen hasse ich mich nicht.
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#5 Kein MitleidAnonym
  • 03.11.2020, 09:11h
  • Es ist nichts neues, dass manche LGBTI so sehr Selbsthass internalisiert haben, dass sie so konservativ wie möglich sein wollen, um irgendwie dazu zu gehören und eine Art Absolution zu bekommen.

    Aber wir sind Menschen und keine Tiere. Das was uns unterscheidet ist, dass wir unser Denken, Fühlen und Handeln auf einer Meta-Ebene hinterfragen können.

    Deswegen habe ich ab einem gewissen Alter mit solchen Menschen kein Mitleid mehr, weil sie sich aus diesem Selbsthass befreien könnten.
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