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Heimkino

Skandal um den sexy Balletttänzer Lázaro

Der Netflix-Dreiteiler "Jemand muss sterben" ist ein düsteres Familiendrama um dunkle Geheimnisse und Homophobie, mit Ambitionen zum historischen Gesellschaftsporträt und Elementen von "Downton Abbey" und Agatha Christie.


Im konservativen Spanien der Fünfzigerjahre entfesselt die Freundschaft zwischen dem schwulen Gabino und dem mexikanischen Balletttänzer Lázaro einen Gesellschaftsskandal (Bild: Netflix)
  • Von Patrick Heidmann
    4. November 2020, 09:36h, noch kein Kommentar

Eines Tages steht der Sohn des Hauses wieder vor der Tür – und hat einen hübschen jungen Mann im Schlepptau, den er als Freund vorstellt. Da wird man natürlich hellhörig, neugierig oder auch besorgt, je nachdem, welche Gedanken man sich eben so macht. Zumal im Spanien der Fünfzigerjahre, wo unter dem Franco-Regime von gesellschaftlicher Freiheit nicht wirklich und von offen gelebter Homosexualität sowieso keine Rede sein kann.


Englisches Poster zum Film: "Jemand muss sterben" läuft seit Mitte Oktober bei Netflix

Im Dreiteiler "Jemand muss sterben" (zu sehen bei Netflix) jedenfalls kehrt Gabino Falcón (Alejandro Speitzer) zurück in die Heimat und den Schoss der gutsituierten und einflussreichen Familie. Eigentlich soll er dort Cayetana (Ester Expósito aus "Elite") heiraten, Tochter einer befreundeten und reichen Unternehmer-Familie. Die kennt Gabino schon seit seiner Kindheit, genau wie ihren Bruder Alonso (Carlos Cuevas).

Doch dann bringt er eben unangekündigt den ausgesprochen attraktiven mexikanischen Balletttänzer Lázaro (Isaac Hernández vom English National Ballett) mit nach Hause. Und der bringt nicht nur den Gefühlshaushalt seines "Freundes" durcheinander, sondern auch den von dessen Mutter (Cecilia Suárez) oder von Cayetana.

Ein Serie fast nach dem Geschmack von Pedro Almodóvar

Hübsche junge Männer, dominante Mutterfiguren und nicht zuletzt die großartige Carmen Maura als durchtriebene Großmutter – für einen Moment könnte man denken, "Jemand muss sterben" sei eine Serie ganz nach dem Geschmack von Pedro Almodóvar. Auch weil neben Maura ("Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs") mit Mariola Fuentes ("Sprich mit ihr") und Pilar Castro ("Volver") gleich noch zwei weitere Schauspielerinnen mit von der Partie sind, mit denen er regelmäßig gedreht hat.


"Jemand muss sterben" ist ein Porträt einer homophoben Gesellschaft (Bild: Netflix)

Doch der schwule mexikanische Serienschöpfer Manolo Caro, dessen "Blumige Aussichten" ebenfalls mit Erfolg bei Netflix läuft, hat mit seinem Dreiteiler anderes vor: ein düsteres Familiendrama um dunkle Geheimnisse und Homophobie, mit Ambitionen zum historischen Gesellschaftsporträt und Elementen von "Downton Abbey" und Agatha Christie.

Das ist in jeder Hinsicht prächtig anzusehen und gut gespielt, eher atmosphärisch dicht als wirklich spannend. Und durchaus erschütternd, nicht zuletzt wenn es um Internierungslager für Homosexuelle geht. Aber ein wenig vom melodramatischen, farbsatten Feuer Almodóvars hätte der spanisch-mexikanischen Koproduktion auch nicht geschadet.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer