https://queer.de/?37448
Exit Poll
28 Prozent der LGBTI-Wähler*innen stimmten für Trump
Unter sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten hat Donald Trump offenbar weit besser abgeschnitten als vor vier Jahren.

US-Präsident Donald Trump fühlt sich – wie könnte es anders sein – nach den vorläufigen Ergebnissen bereits als Sieger (Bild: Screenshot C-SPAN)
- 4. November 2020, 10:22h 2 Min.
Der amerikanische Präsident Donald Trump hat laut der sogenannten Exit Poll, einer traditionellen US-Wahltagsbefragung, 28 Prozent der Stimmen von Schwulen, Lesben und Bisexuellen und trans Menschen erhalten. 60 Prozent der queeren Wähler*innen votierten demnach für den Oppositionskandidaten Joe Biden von den Demokraten. Insgesamt machten die LGBT-Wähler*innen sieben Prozent der Gesamtwählerschaft aus.

(Bild: cnn.com)
Zwar holte Trump nur einen Bruchteil der queeren Stimmen, allerdings war er scheinbar weit erfolgreicher als vor vier Jahren, als die (unterlegene) demokratische Kandidatin Hillary Clinton noch viel besser abgeschnitten hatte: Die Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton holte damals 78 Prozent der LGBT-Stimmen. Für Trump hatten sich 2016 nur 16 Prozent der queeren Wähler*innen entschieden (queer.de berichtete).
Republikaner warben um schwule und lesbische Stimmen
Damit hat der US-Präsident seine Stimmen unter queeren Wähler*innen im Vergleich zu 2016 fast verdoppelt. Das relativ gute Abschneiden Trumps, das die knappe Wahl am Ende sogar entscheiden könnte, könnte das Ergebnis von Wahlwerbung sein, in der sich die Republikaner direkt an Schwule und Lesben (weniger an trans Menschen) wendeten. So warben First Lady Melania Trump und Ex-Botschafter Richard Grenell gezielt mit Videos um die Stimmen der Gay-Community.
Vor einem Monat hatte die LGBTI-Organisation GLAAD noch eine Umfrage veröffentlicht, nach der nur 18 Prozent der queeren Wähler*innen für den amtierenden Präsidenten stimmen wollten (queer.de berichtete).
Derzeit liefern sich Biden und Trump ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Laut CNN führt Biden nach derzeitigen Auszählungsstand zwar mit exakt 50,0 Prozent der Stimmen vor Trump, der es auf 48,4 Prozent bringt. Biden hat derzeit 224 Wahlmänner hinter sich, Trump 213. Allerdings scheint Trump in Swingstates wie North Carolina, Georgia, Wisconsin, Michigan und Pennsylvania vorne zu liegen. Weitere Auszählungen vor allem von Briefwahlen können die Lage noch verändern.
Die Exit Poll wird seit rund 20 Jahren von der renommieren Firma Edison Research für eine Vielzahl von Medien durchgeführt. Zu dem Medienkonsortium gehören nicht nur amerikanische Newsorganisationen wie CBS News oder AP, sondern auch ausländische Anbieter wie die deutsche ARD. (dk)















Da sieht man wieder mal, wohin die amerikanische Popcorn-"Kultur" führt.