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Top Out Executive vs. CDU-Politiker

UFA-Chef Nico Hofmann kritisiert Friedrich Merz

Den offen schwulen Vorstandsvorsitzenden des Babelsberger Filmunternehmens stört, dass der mögliche nächste Kanzler einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch herstellt.


Nico Hofmann ist seit 2017 alleiniger Chef der UFA-Produktionsfirma, die Filme wie "Der Junge muss an die frische Luft" oder "Ich war noch niemals in New York" ebenso produziert wie TV/Streaming-Formate á la "Deutschland 83/86/89" oder "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" (Bild: Ufa GmbH)

Nico Hofmann, der 60-jährige CEO der UFA GmbH in Potsdam-Babelsberg, hat in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung den CDU-Politiker Friedrich Merz scharf für homosexuellenfeindliche Äußerungen kritisiert. "Mich stört, dass Friedrich Merz [...] den Zusammenhang herstellt zwischen Homosexualität und etwas Abnormem, etwas Krankem", erklärte der Regisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor. "Diese Interpretation hat es bereits schon einmal in dieser Republik gegeben, und zwar mit schwerwiegenden Folgen: Homosexualität war verboten. Homosexuelle wurden verfolgt. Die Parallele, die Herr Merz hier zieht, ist für mich moralisch völlig daneben."

Merz, der sich gerade um den CDU-Vorsitz bewirbt, hatte den Zusammenhang zwischen Homosexualität und sexuellem Missbrauch von Kindern in einem Interview im September hergestellt. Darauf angesprochen, ob ein Schwuler Kanzler werden kann, sagte Merz damals gegenüber "Bild Live": "Die Frage der sexuellen Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft – an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht -, ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion" (queer.de berichtete). Nach Kritik an diesem Vergleich auch aus seiner eigenen Partei stilisierte sich Merz zum Opfer einer Verschwörung und behauptete, dass er von zwielichtigen "Akteuren" bewusst falsch interpretiert worden sei (queer.de berichtete).

Hofmann: Es dauert noch lange bis zur vollen Akzeptanz

In dem Interview erklärte Hofmann auch, dass seiner Meinung nach die komplette Akzeptanz von Homosexualität noch in weiter Ferne sei. "Aber es geht ja nicht nur um Homosexualität allein, wir sprechen hier über den gesamten Bereich der Diversität, also auch über Bisexualität, Transgender, Feminismus, Inklusion von Menschen mit Behinderung und People of Color", so Hofmann weiter. "Es wird sicherlich noch lange dauern, bis wir anerkennen können, dass wir eine sehr gemischte Gesellschaft sind." Persönlich habe er aber keine Vorbehalte oder Diskriminierung wegen seiner sexuellen Orientierung erfahren.


Friedrich Merz gilt als äußerst kritisch beim Thema Gleichbehandlung – er hatte vor 20 Jahren erbittert selbst gegen die Ehe-Light für Schwule und Lesben gekämpft und stellt Homosexualität heute in die Nähe eines Verbrechens (Bild: Screenshot bild.de)

Hofmann führt dieses Jahr die Top-100-Liste der bedeutendsten LGBTI-Führungskräfte in Deutschland an (queer.de berichtete). Er liegt bei
"Germany's Top 100 Out Executives" auf dem ersten Rang vor der trans Bundeswehrkommandeurin Anastasia Biefang, Ralph Breuer (Partner im Kölner Büro von McKinsey & Company), Dr. Jannika Bock (Director Client Solutions, Central Europe, Google Germany GmbH) und Dr. Claudia Salomon (Senior Vice President HR / HR Analytics (founding project), T-Systems International GmbH). (dk)



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#1 kuesschen11Profil
  • 06.11.2020, 15:29hFrankfurt
  • Schon die früheren Äußerungen von Herrn Merz zu den Themen LGBTIQs und Diversität finde ich unterirdisch.

    Und was er sich in letzter Zeit in der Öffentlichkeit geleistet hat, also einen Zusammenhang zwischen Homosexualität und Kindesmissbrauch herzustellen, ist wirklich voll daneben und krass.

    Vielen Dank an Herrn Hofmann für seine Kritik an Merz.

    Wir wollen keinen zukünftigen Kanzler, der immer noch die Unterdrückungsmechanismen der alten Schule pflegt. Das ist nicht der Richtige für eine diskriminierungsfreie Zukunft von LGBTIQs
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#2 WadimAnonym
  • 07.11.2020, 10:14h
  • Antwort auf #1 von kuesschen11
  • " Wir wollen keinen zukünftigen Kanzler, der immer noch die Unterdrückungsmechanismen der alten Schule pflegt. Das ist nicht der Richtige für eine diskriminierungsfreie Zukunft von LGBTIQs"-ich schließe mich völlig an. Wir müssen alle homophoben Politiker, Firmen, Ländern boykottieren!
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