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Umfrage

Schweiz: 82 Prozent für Öffnung der Ehe

Eine Supermehrheit unterstützt in der Schweiz die Ehe für alle. Dabei hätte das Wahlvolk vor vier Jahren noch fast ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der Verfassung verankert.


Die Schweiz (Bild: anncapictures / pixabay)

82 Prozent der schweizerischen Bevölkerung spricht sich für eine vollständige Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare aus. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage hervor, die vom LGBTI-Dachverband Pink Cross in Auftrag gegeben wurde. Das Meinungsforschungsinstitut gfs-zürich befragte dafür gut 1.000 Eidgenoss*innen.

Die Zustimmung zieht sich durch Anhänger*innen aller politischen Parteien: Am höchsten ist sie unter Fans der Grünliberalen (96 Prozent), gefolgt von der sozialdemokratischen SP (95 Prozent) und den Grünen (94 Prozent). Aber auch noch vier von fünf Anhänger*innen der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) unterstüzen die Ehe für alle. Selbst in der rechtspopulistischen SVP spricht sich eine Mehrheit von 62 Prozent für die Gleichbehandlung aus. SVP-Politiker*innen sind bislang eher durch respektlose und homosexuellenfeindliche Äußerungen aufgefallen (queer.de berichtete).


(Bild: Pink Cross)

Unter Frauen ist die Zustimmungsrate mit 87 Prozent weit höher als unter Männern (77 Prozent). Zudem kam heraus, dass Jüngere und die Stadtbevölkerung eher die Ehe für alle unterstützen als Ältere und Menschen, die auf dem Land leben.

Große Mehrheiten gibt es laut der neuen Umfrage auch für die Gleichbehandlung von Homo-Paaren im Adoptionsrecht (72 Prozent) und bei der Samenspende (70 Prozent). Im Vergleich zu einer Umfrage im Vorjahr verbesserten sich die jeweiligen Zustimmungsraten um mehrere Prozentpunkte.

Verpartnerung seit 2007 möglich

In der Schweiz können sich gleichgeschlechtliche Paare seit 2007 verpartnern, allerdings enthält das Institut weniger Rechte als eine Ehe. So ist etwa nur die Stiefkindadoption erlaubt, die Volladoption ist hingegen verboten. Immer wieder gab es auch Initiativen, um die Rechte von gleichgeschlechtlichen Paaren zu schwächen: So lehnte das Wahlvolk in einem Volksentscheid 2016 nur knapp einen CVP-Antrag ab, der ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben in der Verfassung verankert hätte (queer.de berichtete).

Inzwischen hat die Politik jedoch die Weichen für eine Ehe-Öffnung gestellt: Im Juni stimmte eine deutliche Mehrheit des Nationalrats für die vollständige Gleichstellung (queer.de berichtete). Das Gesetz wird aber nach den folgenden Stationen wohl erst im nächsten Jahr umgesetzt werden können. Homo-Gegner*innen könnten zudem einen Volksentscheid erzwingen.

Beim Thema LGBTI-Rechte hinkt die Schweiz noch den Nachbarn Frankreich, Deutschland und Österreich und sogar Balkan-Ländern wie Kroatien oder Bosnien-Herzegowina hinterher. So liegt die Eidgenossenschaft bei einer Auswertung der Gesamtsituation durch ILGA Europe nur auf Rang 23 von 49 europäischen Ländern (queer.de berichtete). (dk)



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#1 FinnAnonym
  • 09.11.2020, 12:59h
  • 82 Prozent!!

    Das ist ja wohl mehr als deutlich...

    Wieder mal ist das Volk viel weiter als die Politik. Es wird höchste Zeit, dass die Politik sich erinnert, dass das Volk der Souverän ist und die Politik nur aus praktischen Gründen dazwischen geschaltet ist, um den Willen des Volkes auszuführen.

    Dann wird es jetzt höchste Zeit, dass auch die Schweiz endlich die Ehe öffnet.
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#2 Ralph
  • 09.11.2020, 15:34h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Wenn die Politik nicht will, will sie nicht. Das haben wir in Deutschland doch auch viele Jahre lang so gehabt. Außerdem dreht sich die Stimmung der Schweizer Politik gerade wieder, so dass die Zeichen aktuell offenbar (so die Zeitung "Blick" in der heutigen Queer.de-Presseschau nachzulesen) wieder auf Ablehnung der Eheöffnung stehen.
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#3 TimonAnonym
#4 Homonklin_NZAnonym
  • 09.11.2020, 17:40h
  • Es hätte mich ja für die Schweizer*Innen sehr gefreut, wenn diese Sache mit der Repräsentativität so faktisch auch hinhauen würde. Ist leider doch davon abhängig, was für Leute da grade gesampled wurden.
    Eigentlich möchte man doch denken, es lernen Leute auch dazu, und die Schweizer sind gewiss nicht so bockstur, wie man sie oft darstellt.

    Diese SVP-Fritzen scheinen ja doch schon öfter einen an der Marmel zu haben, also Bocksture gibt es natürlich, wie in jedem Land.

    Man könnt sich auch mal einen Ruck geben, es geht ja um etwas, das Leben erleichtert und Gesellschaft bereichert.

    Ist halt so, dass es andere anders vermeinen, und wer versetzt sich schon gern freiwillig in die Perspektive derer, die benachteiligt zurechtkommen müssen?
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#5 KangaxAnonym
  • 10.11.2020, 09:18h
  • Sichtbarkeit! Menschen fürchten was sie nicht kennen oder sehen.
    Ich bin dankbar dass Videospiele, Netflix, Hollywood etc. schwul/lesbische Charaktere integrieren, allein damit sich Menschen daran gewöhnen und die Angst verlieren.
    Aber alle anderen Bereiche. Die Outings von bekannten Persönlichkeiten u.v.m.
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#6 Ralph
  • 10.11.2020, 11:50h
  • Antwort auf #3 von Timon
  • In der Schweiz kann man die Regierung nicht abwählen. Dort regiert immer eine Allparteienkolaition. Das ist ein ganz anderes System, als wir es von allen anderen Demokratien kennen.
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