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Kommentare zu:
Bundestag gab vor 20 Jahren sein Ja-Wort zum Lebenspartnerschaftsgesetz


#1 AthreusProfil
  • 10.11.2020, 14:47hSÜW
  • Ich werde nie vergessen, wie ich in Ludwigshafen vor der Standesbeamtin stand und diese uns nach der Zeremonie und vor versammelter Mannschaft mitteilte, wir bräuchten uns jetzt blos nicht einbilden, verheiratet zu sein. Genausowenig, ihren von Abscheu und Ekel verzerrten Gesichtsausdruck. Ich glaube, nur die Gesichter unserer Freunde und Familienangehörigen haben sie davon abgehalten, ihre Überzeugungen zum Besten zu geben. Ich habe mich physisch niemals wieder so fehl am Platz gefühlt.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 10.11.2020, 16:02h
  • ""In der Bundestagsdebatte im Jahr 2000 hatte der FDP-Politiker Wolfgang Gerhardt noch darauf verwiesen, dass die Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetzes die Akzeptanz für Homo-Paare in der Gesellschaft "eher verkleinert" und das gemeine Volk "provoziert". ""

    Der hat doch mit seiner Haltung eher den sozialpsychiatrischen Dienst provoziert und zu viel schlecht Entkoffeinierten getrunken.

    Der Einfallsreichtum an teils völlig abstrusen, schwachsinnigen, hinterlistigen und strunzdoofen "Begründungen" dafür, warum Liebe mit einer Art Streitaxt gespalten werden müsse, erreichte Rekordzahlen.

    Hätte man Gleiches mal Heterosexuellen erklärt, deren Ehen ohne Kinder eigentlich wieder annulliert werden solltenm da wären aber einige staatsführende und teiggesichtige Persönlichkeiten schnell auf einer Barrikade voller Gegenmeinungen gewesen.

    Denen hätte man die Lebenspartnerschaft lassen können. Die argumentierten doch immer, ohne Kinder sei es keine Ehe. :)
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#3 ZurückschlagenAnonym
#4 KenshiroProfil
  • 10.11.2020, 18:43hBerlin
  • Das sollte manche hier im Forum nicht vergessen welche Parteien sich schon seit längerer Zeit für uns einsetzen und wer nicht. Gerade wenn hier wieder über SPD, Grüne und Linke gemeckert wird. Sicherlich manchmal auch zu Recht.
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#5 gayflecktarnhoseProfil
  • 10.11.2020, 19:11hBremen
  • Hallo, diese homophobe Einstellung der CDU/CSU
    und der von der FDP die sie 2000 an den Tag gelegt haben hat sich bis jetzt nicht geändert. Wenn diese
    Parteien 2017 regiert hätten würde es die Ehe für
    alle auch jetzt noch nicht geben.
    Was hat den die Union bisher für die Homosexuellen getan ausser Volksreden zu halten.
    Man sollte auch nicht vergessen wie diese Parteien
    während ihrer Herrschaft gegen die Homosexuellen gewettert haben und auch vorgeschlagen haben Lager für Schwule einzu-
    richten. Und heutzutage stellen sich einige dieser
    Politiker hin und glauben sie seien die Heilsbringer.
    Wir wollen doch ehrlich sein, was hat den die
    Union von z.B. 1994 - 2020 für die LGBTQ-Menschen getan ? Rein gar nichts. Nein, sie wollen
    uns weiß machen ohne Merkel und Co wären wir
    immer noch ein homophober Staat.
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#6 gayflecktarnhoseProfil
#7 LanderneauAnonym
  • 11.11.2020, 04:25h
  • Mein Mann und ich hatten im Hochzeitszimmer des Standesamtes eine würdige Feier veranstalten können. Die Standesbeamtin war so wie ich annehme auch bei heterosexuellen Verbindungen.
    Was jedoch anschließend kam, waren aufreibende Jahre für unsere Rechte.
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#8 Ralph
  • 11.11.2020, 11:35h
  • Wir verpartnerten uns im Oktober 2002. Damals regierten in RLP SPD und FDP. Sie hatten im Ausführungsgesetz die Lebenspartnerschaft als einzigen Personenstand von der Personenstandsbehörde ausgeschlossen. Die Verpartnerungen mussten deshalb in den Kreisverwaltungen stattfinden. Glück hatten diejenigen, die in einer kreisfreien Stadt wohnten, denn alle Oberbürgermeister hatten die Verpartnerung dem Standesamt zugewiesen (Ausnahme: Kaiserslautern, das die Paare aufs Rechtsamt schickte). Aber die Standesämter durften nicht als Standesämter tätig werden, sondern nur als Teil der Stadtverwaltung. Man erkennt das an den Urkunden, die nicht das Siegel des Landes mit der Umschrift "Standesamt" tragen, sondern das Siegel der Stadt. Die Landräte waren frei, jede Stelle ihrer Verwaltung für zuständig zu erklären, die ihnen gerade einfiel. Das konnte in der Tat das Tiefbauamt sein oder die Kfz-Zulassungsstelle. Eine weitere Folge des Ausschlusses vom Standesamt war, dass landesweit die Verpartnerungen nicht personenstandsrechtlich registriert wurden. Unsere Verpartnerung wurde in den Familienbüchern unserer Eltern (!) erfasst, aber wir selbst erhielten kein standesamtliches Familienbuch. - Wir hatten noch ziemlich Glück, denn wir durften angesichts der Zahl unserer Gäste (mehr als 30) in den Großen Sitzungssaal des Kreistages, wo wir mit romantischem Blick in den größten Japanischen Garten Deutschlands verpartnert wurden (vorgesehen war ein simples Besprechungszimmer gewesen). Aber das war eine Augenblicksentscheidung der Beamtin, die, als sie sah, wie viele Leute da kamen, schnell den Schlüssel holte, ohne ihren Chef um Erlaubnis zu fragen - und dann auch noch schnell aus einem anderen Raum ein großes Blumengesteck klaute, das einem anderen Zweck dienen sollte. Einen Stich versetzte mir dann allerdings die Szene draußen. Wir kamen aus dem Kreishaus zum Fotografieren allein und mit den Gästen vor der Schlossruine, und aus der anderen Richtung kam ein Hetenpaar zum gleichen Zweck aus dem Rathaus, d.h, aus dem Standesamt. Da wurde noch mal schnell die Wertigkeit klargestellt. - Ach ja - und bevor wir zur Verpartnerung in die Stadt fuhren, war auch noch am selben Tag mit der Post die Anweisung der Staatskanzlei gekommen, die mir die Verwendung meines neuen Familienstandes im internen amtlichen Dienstverkehr verbot. Ich durfte also z.B. gegenüber der Beihilfe die in den Antragsvordrucken enthaltenen Familienstände zum Ankreuzen nicht um "Lebenspartnerschaft" ergänzen, und mein Dienstherr führte mich weiter als "ledig". Amtlich registriert war mein neuer Familienstand nur beim Einwohnermeldeamt und hieß "ungeklärt". So war das damals, und es ist nur 18 Jahre her.
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#9 clesAnonym
  • 11.11.2020, 17:39h
  • Antwort auf #8 von Ralph
  • Es ist wirklich krass wie das damals war. Als junger Mensch kann ich das gar nicht so recht im Kopf nachempfinden wie das war. Ich kann mich nur genau an das Urteil mit dem Ehegattensplitting 2013 erinnern und habe mich schon damals gefragt warum man nicht einfach die Ehe einführt, weil das ja viel einfacher ist. Wir haben es jedenfalls weit gebracht in den letzten Jahrzehnten. Da muss man den Generationen vorher Dankbarkeit zollen. Umso schlimmer ist es wenn einige heutzutage sagen, dass der CSD überflüssig ist, weil wir ja alle Rechte haben. Aber der Kampf ist nie vorüber und vor allem ist es ein Zeichen, denn nicht in jedem Land sind solche Paraden möglich.
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