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Schwule und Lesben "degeneriert"
Homophober Abgeordneter Kay Nerstheimer in NPD eingetreten
Für die AfD eroberte Kay Nerstheimer ein Direktmandat in Lichtenberg, jetzt ist er der einzige NPD-Vertreter im Berliner Abgeordnetenhaus.

Kay Nerstheimer ist einer von 160 Abgeordneten im Berliner Landesparlament (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)
- 12. November 2020, 08:31h 2 Min.
Der homophobste Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses, der ehemalige AfD-Politiker Kay Nerstheimer, ist in die rechtsextreme NPD eingetreten. Das teilte er am Mittwoch in einem Video auf der Facebook-Seite der NPD mit. Damit hat die rechtsextreme Partei wieder ein Mandat in einem deutschen Landesparlament errungen. Zuletzt hatten die Neonazis 2016 in einem Landtag Abgeordnete gestellt, damals Mecklenburg-Vorpommern.
Nerstheimer erzielte bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 im Bezirk Lichtenberg 26 Prozent der Stimmen und gewann damit ein Direktmandat für die AfD, verzichtete anschließend aber auf eine Mitgliedschaft in der Fraktion. Anfang 2020 schloss die AfD ihn aus der Partei aus (queer.de berichtete).
Zuvor war Nerstheimer wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt worden (queer.de berichtete). Er hatte laut Gericht auf Facebook Homosexuelle beschimpft und verächtlich gemacht. Im Dezember 2014 hatte er bei drei Einträgen im Rahmen einer Diskussion auf Facebook Homosexuelle unter anderem als "genetisch degeneriert", "widernatürlich" und "unnormal" umschrieben (queer.de berichtete). Zudem hatte im sozialen Netzwerk auch mit rassistischen Äußerungen gegen syrische Flüchtlinge ("einfach widerliches Gewürm") polemisiert und dunkelhäutige Menschen als "Bimbos" bezeichnet.
Umstritten war der Politiker in der AfD auch wegen einer früheren Mitgliedschaft in der vom Bremer Verfassungsschutz 2014 als rechtsextrem und islamfeindlich eingestuften Organisation "German Defence League". Im Internet trat er als "Division Leader" der Rechtsaußen-Truppe auf. Bereits vor der Wahl 2016 wusste die AfD-Spitze von den Aktivitäten ihres Kandidaten – der damalige Landeschef Georg Pazderski behauptete aber, Nerstheimer habe "sich glaubhaft vor seiner früheren Mitgliedschaft distanziert". (dpa/dk)














