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Jair Bolsonaro

"Wir müssen aufhören, ein Land von Schwuchteln zu sein"

Erneut stellt der rechtsextreme Staatschef Brasiliens seine Homophobie zur Schau.


Jair Bolsonaro gilt als Trump Südamerikas – er regiert sein Land seit Januar 2019 (Bild: Palácio do Planalto / flickr)

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat am Dienstag mit einem erneuten homophoben Ausbruch für Empörung gesorgt. Der 65-Jährige rief bei einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast von Brasília angesichts der Corona-Krise seine Landsleute auf, nicht wie vermeintlich verweichlichte "Schwuchteln" (Portugiesisch: maricas) zu reagieren.

Wörtlich sagte der 65-jährige Rechtsextremist: "Ich bedaure die Tode wirklich", so Bolsonaro. "Aber wir sterben alle irgendwann mal. Man kann der Wirklichkeit nicht entfliehen. Wir müssen aufhören, ein Land von Schwuchteln zu sein."

Der Hintergrund der Äußerung: In Brasilien sind seit Ausbruch der Covid-19-Krise 163.000 Menschen mit einer Corona-Infektion gestorben – nur in den USA ist die Zahl der Toten höher. Bolsonaro machte sich ähnlich wie der scheidende US-Präsident Donald Trump zu Beginn der Krise über die Pandemie lustig und lehnte Maßnahmen ab. Dabei hatte er auch auf homophobe Ausdrücke gesetzt. So soll er vor Journalisten*innen das Tragen von Mund- und Naseschutzmasken als "Sache für Schwuchteln" bezeichnet haben (queer.de berichtete). Wie Trump infizierte sich auch Bolsonaro mit dem Corona-Virus, ist aber inzwischen wieder genesen.

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Bolsonaro wegen Volksverhetzung verurteilt

Die Wahl von Jair Bolsonaro im Oktober 2018 hatte für Schockwellen in der brasilianischen LGBTI-Community gesorgt (queer.de berichtete). Der Politiker hatte zuvor nie einen Hehl aus seinem Hass auf Homosexuelle gemacht: Der ehemalige Fallschirmjäger war 2017 sogar von einem Gericht wegen Volksverhetzung verurteilt worden – Anlass war ein Interview aus dem Jahr 2011, in dem er unter anderem erklärt hatte, dass seine Kinder nie einen schwulen Sohn zur Welt bringen würden, weil sie eine "gute Erziehung" genossen hätten. In dem Interview fügte er hinzu, dass er einen schwulen Sohn nicht lieben könne: "Mir wäre lieber, er würde bei einem Unfall sterben."

Immer wieder versuchte Bolsonaro, die Rechte von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten zu beschneiden. Nach seinem Amtsantritt erklärte er, dass Brasilien kein "Urlaubsparadies für Schwule" werden dürfe (queer.de berichtete). Eine Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichts im Juni 2019, dass Homo- und Transphobie ebenso zu bestrafen sei wie Rassismus, griff Bolsonaro als "komplettes Unrecht" an (queer.de berichtete). Kurz darauf ließ er die Förderung von Filmen mit queeren Inhalten verbieten, wurde jedoch von einem Gericht gestoppt (queer.de berichtete). Erst vor einem halben Jahr warf er der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, kleine Kinder zu Homosexualität und zur Masturbation zu ermutigen (queer.de berichtete). (dk)



#1 Ralph
  • 12.11.2020, 16:36h
  • Wer's noch nicht gewusst hat: Der zweite Vorname dieses Mannes ist allen Ernstes Messias.
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#2 clesAnonym
  • 12.11.2020, 17:29h
  • Ich bin erstaunt, dass der brasilianische Rechtsstaat trotz des unsäglichen Präsidenten scheinbar doch einiges an Bisskraft hat. Ich kenne mich da leider nicht so gut. Aber ich bin froh, dass die Gerichte dort die Menschenrechte bezüglich LGBTQ+ schützen.
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#3 WadimAnonym
  • 12.11.2020, 18:51h
  • " Nach seinem Amtsantritt erklärte er, dass Brasilien kein "Urlaubsparadies für Schwule" werden dürfe"- NEIN für Reisen nach Brasilien, Türkay, Russland und andere gt es genug LGBTI-freundliche, JA für Reisen nach Spanien, Griechenland, Kuba etc.
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#4 easykeyProfil
  • 12.11.2020, 21:44hLudwigsburg
  • "...ein Land von Schwuchteln zu sein."

    Der Logik folgend, ist der Präsident die Oberschwuchtel.....oder wie???
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#5 seb1983
  • 12.11.2020, 21:55h
  • Antwort auf #2 von cles
  • Die praktische Bedeutung würde ich allerdings nicht überschätzen.
    Auf dem Papier sieht vieles gut aus.

    Brasilien ist allerdings einer der korruptesten Staaten der Welt, egal ob es Wirtschaft, Politik, Bildung oder Rechtsprechung angeht, überall wird die Hand aufgehalten.
    Hunderttausende Indios, Hausangestellte und Farbige sind in der Realität nahezu rechtlos.
    Beim abholzen des Regenwaldes wird wie auch beim Drogenkrieg auf Menschen keinerlei Rücksicht genommen, weder von Seiten der Verbrecher noch von staatlicher Seite.
    Dazu leidet das Land unter einer für europäische und insbesondere deutsche Verhältnisse irrsinnig hohen Kriminalitätsrate, von Taschenraus bis Vergewaltigung.
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#6 DramaQueen24Profil
  • 13.11.2020, 07:27hBerlin
  • Soso, der Typ "bedauert" also die Toten, und meint, die weinende Bevölkerung, welche die Toten wegen Covid-19 betrauert, seien Schwuchteln?
    Wieder einmal ein klarer Fall, wie Christentum und Militarismus die Gehirne verweichen können. Mitgefühl raus, und Hass hinein!
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#7 FinnAnonym
  • 13.11.2020, 10:41h
  • Will da wieder mal jemand von seinem Versagen ablenken, indem er gegen andere hetzt?
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#8 thphcAnonym
  • 13.11.2020, 10:48h
  • Antwort auf #3 von Wadim
  • Kuba? KUBA?!?!? Das Eiland der Menschrechtsbrecher*innen und LGBT*IQ-Verfolger*innen mit dem Segen und auf Geheiß von der Katholenbande? Da hast du aber einige Entwicklungen verschlafen.
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#9 DramaQueen24Profil
  • 14.11.2020, 06:25hBerlin
  • Antwort auf #8 von thphc
  • Eine Zeit lang war Kuba für LGBTIQ-Menschen wirklich okay. Nun gewinnt die RKK aber wieder an Einfluss, was sich auch in Gesetzesinitiativen GEGEN uns widerspiegelt.
    Übrigens, dass "kommunistische" Kuba von heute ist längst nicht mehr so schlimm, wie das Kuba von Gestern unter Fidel, oder dem von vorgestern unter Batista. Denn da hatten Mafia und CIA ihre Finger im Spiel.
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