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Kommentare zu:
Großes Comeback für Sophia Loren – und eine queere Nebenstory


#1 michael hnkAnonym
  • 14.11.2020, 10:10h
  • Den Begriff "Sexarbeiterin" sehe ich kritisch. Vermeintlich hat er den Zweck, eine diskriminierungsfreie Bezeichnung für Prostituierte zu verwenden. Die Intention mag gut sein, ich bezweifle aber, dass man damit den Betroffenen tatsächlich einen Gefallen tut. Die wenigsten gehen der Prostitution freiwillig nach, sondern um regelrecht zu überleben. Der euphemistische Sprachgebrauch des Begriffs "Sexarbeit" impliziert, als sei dies eine gewöhnliche Berufswahl unter vielen, quasi eine "Berufsausbildung", für die man sich unter Auswahlmöglichkeiten frei entschieden habe. Das ist aber, wie gesagt, nur äußerst selten der Fall. Insbesondere jedoch ist die Prostitution von (zu allermeist) Frauen in Kriegs- oder Nachkriegszeiten nicht romantisierend zu betrachten, sondern fast ausschließlich auf extreme Notlagen von Frauen zurückzuführen. Sprache hat die Aufgabe, die Realität widerzuspiegeln und nicht ideologisiertes Wunschdenken. Meine Meinung.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 14.11.2020, 10:45h
  • Antwort auf #1 von michael hnk
  • "Die wenigsten gehen der Prostitution freiwillig nach, sondern um regelrecht zu überleben."

    Das trifft vielleicht auf die Mehrheit der Arbeiter*innen auf diesem Planeten zu. Es geht wirklich regelrecht ums Überleben, auch ohne Sex.

    Und auch ohne Rotlichtromantik und mit scharfem Blick auf brutale Ausbeutung empfinde ich das allgemeine Verbot von Sexarbeit heuchlerich und auch anmaßend gegenüber vielen Betroffenen.
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#3 Ehrliche HautAnonym
#4 michael hnkAnonym
  • 14.11.2020, 12:12h
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • Wie gesagt, mir ging es darum hinzuweisen, dass Prostitution in aller Regel eine Zwangshandlung infolge einer individuellen Notlage ist und nur sehr selten eine bewusste Lebensentscheidung. In die Prostitution geht man - zumindest in den allermeisten Fällen - , weil man sonst keine Möglichkeit mehr für sich sieht, wirtschaftlich zu überleben.

    Ferner stört mich an dem Begriff "Sexarbeit", dass es bei Prostitution nicht wirklich um Sex geht, sondern um Sexualverkehr. Der Unterschied besteht darin, dass Sex auf der Basis eines *gegenseitigen* Triebverlangens stattfindet, während Freier und Prostituierte in aller Regel nicht deswegen verkehren, sondern weil der Freier ein Triebverlangen hat und die Prostituierte Geld braucht. Das ist schon ein Unterschied.
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#5 Ehrliche HautAnonym
#6 michael hnkAnonym
  • 14.11.2020, 13:32h
  • Antwort auf #5 von Ehrliche Haut
  • Auf Gegenseitigkeit sollte es schon noch beruhen. Sonst ist es kein Sex, sondern entweder Missbrauch/Vergewaltigung (was ich niemals als Sex bezeichnen würde) oder eine sexuelle Dienstleistung (wozu man vielleicht noch "käuflicher Sex" sagen könnte). Ist halt 'ne Definitionssache, nicht mehr und nicht weniger.
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#7 Ehrliche HautAnonym
#8 AtreusEhemaliges Profil
  • 14.11.2020, 14:08h
  • Diesen Kommentarbereich sollte man als Studienmaterial verwenden, da er exemplarisch für die neuere Debattenkultur steht.

    Das Wort "Sex" beschreibt unabhängig von etwaigen Gefühlen einzelner Kommentatoren, im Deutschen den Geschlechtsverkehr. Das Wort "Arbeit" beschreibt eine Tätigkeit, weiterführend und wohl auch für die meisten von uns, eine Tätigkeit zum Gelderwerb. Wer mit Geschlechtsverkehr Geld verdient, kann also folgerichtig Sexarbeiter*in genannt werden.

    Davon abgesehen, ging es in dem Artikel, so ich ihn verstanden habe, um einen neuen Film mit Sophia Loren und nicht um den deutschen Sprachschatz oder dessen Gebrauch. Für mich ist die Nachricht jedenfalls die, dass die Grande Dame des italienischen Films selbst nahe der 90 noch 90% der Kritiker auf Rotten Tomatoes überzeugt und nichts von ihrer Anziehungskraft eingebüßt hat. Ich freue mich auf anderthalb Stunden Unterhaltung.
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#9 swimniAnonym
  • 14.11.2020, 14:12h
  • themawechsel:

    ich finde : zwei wunderschöne ausdruckstarke gesichter auf dem foto, der schwarze teen und die loren. das schau ich mir an. kitsch hin oder her. man wird ja sehen, das thema ist jedenfalls aktuell. das leben ist ja manchmal auch kitschig...
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#10 56James35Anonym
  • 14.11.2020, 14:51h
  • Romain Garys Roman "La vie devant soi" wurde 1977 von Moshé Mizrahi verfilmt. Mit der großartigen französischen Schauspielerin Simone Signoret und einem damals sehr hübschen Jungen in den Hauptrollen. Mal sehen, ob in diesem Netflix-Film die große Sophia Loren der in Wiesbaden als Jüdin geborenen Simone Signoret (Simone Kaminker) das Wasser reichen kann.
    Hier der Trailer :

    www.youtube.com/watch?v=S4MmeUHQQvA
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#11 goddamn liberalAnonym
#12 la_passanteAnonym
  • 15.11.2020, 13:46h
  • Antwort auf #1 von michael hnk
  • "Sexarbeit" und "Sexarbeiter/in" sind seit vielen Jahren aus guten Gründen von den Betroffenen selbst verwendete und eingeforderte Begriffe, ob dir persönlich das nun gefällt oder nicht. Und die Freiwilligkeit oder nicht der Arbeit hat mit der Wahl der Begriffe nichts zu tun. Im übrigen handelt der Artikel von einem Film, nicht von deinen persönlichen off-topic-Befindlichkeiten.
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