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Berlinische Galerie

Hundert Jahre queere Perspektiven in der Kunst

Mit dem neuen Onlineprojekt "Out and About" sorgen heterosexuelle Volontär*innen der Berlinischen Galerie für LGBTI-Sichtbarkeit in der Sammlung. Ab 22. November werden Kurzfilme unter dem Motto "Queeres (Auf-)Begehren" gestreamt.


Nan Goldin, Siobhan in my mirror, Berlin, 1992, © Nan Goldin, Courtesy Marian Goodman Gallery

Eine Vielzahl von Objekten in der Sammlung der Berlinischen Galerie weisen direkte oder indirekte Verbindungen zu queeren Themen auf: sei es, weil die Künstler*innen Teil der Szene sind/waren oder in ihrer Kunst Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierung verhandelt werden. Werke, unter anderem von Nan Goldin (*1953), Hannah Höch (1889-1978) oder Herbert Tobias (1924-1982), zeigen beispielhaft Perspektiven der LGBTI-Community, die oftmals unbeachtet bleiben.

In dem Onlineprojekt "Out and About" der Volontär*innen der Berlinischen Galerie werden Fotografien, Gemälde, Arbeiten auf Papier und ein Film auf ihre queeren Lesbarkeiten untersucht. Um diverse Stimmen zu Wort kommen zu lassen, wurden externe Autor*innen dazu eingeladen, sich mit ausgewählten Objekten auseinanderzusetzen. Ihre Beiträge bereichern und ergänzen die Texte des überwiegend weißen, heterosexuellen Volontär*innen-Teams. Dabei spielen die Künstler*innen im Verhältnis zu ihrem Kunstwerk genauso eine Rolle wie die gesellschaftlichen und historischen Verweise auf queere Lebensrealitäten.

Kooperation mit dem XPOSED International Queer Film Festival


Herbert Tobias, Der Junge aus Ost-Berlin, 1957, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Der Titel "Out and About" bezieht sich einerseits auf "Being Out and About": aktiv draußen unterwegs zu sein – oft, nachdem dies länger nicht möglich war. Andererseits ist es eine Anspielung auf die Redewendung "Coming Out of the Closet".

Neben der Präsentation der Werke mit Kurztexten auf der Website der Berlinischen Galerie und in der digitalen "Sammlung Online" gibt es das begleitende Online-Filmscreening "Queeres (Auf-)Begehren)" ab Sonntag, den 22. November 2020, das in Zusammenarbeit mit dem XPOSED International Queer Film Festival kuratiert wurde.

Mit "Out and About" möchten die Volontär*innen einen Beitrag dazu leisten, queere Lebensweisen in heteronormativen Gesellschaftsstrukturen sichtbar zu machen: in den Zwanzigerjahren, während der NS-Zeit, im Nachkriegs-Deutschland und in unserer Gegenwart. Damit setzen sie sich für die Sensibilisierung für queere Sichtbarkeiten in der Sammlung der Berlinischen Galerie ein. (cw/pm)

Galerie:
Out and About
15 Bilder


#1 kunstdienstAnonym
  • 15.11.2020, 23:27h
  • Peinlich an dem Projekt ist, dass sie nur Filme der letzten Jahre zeigen. So werden nicht nur die Lücken in der Sammlung, sondern auch im historischen Bewusstsein der Volontär*innen deutlich.
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