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FBI-Statistik

US-Polizei meldet mehr Hassdelikte

Immer mehr Straftaten werden in den USA aus Hass auf bestimmte Gruppen begangen. Rund ein Fünftel der Taten ist gegen sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten gerichtet.


Polizeibeamte beim CSD in der Bundeshauptstadt Washington 2018 (Bild: Elvert Barnes / flickr)

Die Zahl der Hassdelikte ist in den Vereinigten Staaten erneut angestiegen. Die Bundespolizeibehörde FBI meldete am Montag in ihrer Statistik für das Jahr 2019 insgesamt 7.314 "kriminelle Vorfälle", die aus Hass begangen worden seien. Das entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent.

Der Anteil der Verbrechen, die aus Hass auf die sexuelle Orientierung einer Person verübt werden, liegt wie im Vorjahr bei 16,7 Prozent aller Fälle – dabei gibt es sechs Mal mehr Übergriffe, die aus Hass auf schwule Männer verübt werden, als Straftaten gegen Lesben. Gesondert in der FBI-Statistik aufgeführt werden aus Transphobie begangene Taten, die 2,7 Prozent aller Fälle ausmachen – hier ist der Anteil binnen eines Jahres um einen halben Prozentpunkt gestiegen.

Die meisten "Hate Crimes" werden aus Rassismus begangen: Sie machen 58 Prozent der Fälle aus, was einem relativen Rückgang von zwei Prozentpunkten im Vergleich zu 2018 entspricht. In rund der Hälfte der Fälle richtet sich der Hass gegen Afro-Amerikaner*innen oder schwarze Menschen mit einer anderen Nationalität. In jedem fünften Fall wird Hass auf die Religionszugehörigkeit des Opfers als Grund für einen Übergriff genannt – die häufigsten Gründe für Verbrechen aus Hass auf die Religionszugehörigkeit sind laut der FBI-Statistik Antisemitismus (60 Prozent) und Islamophobie (13 Prozent).

Nur eine Minderheit von Polizeidienststellen haben Hassdelikte gemeldet

Die Dunkelziffer für Hassdelikte dürfte noch weit höher liegen, da die Meldung an das FBI durch lokale Polizeibehörden freiwillig ist – und viele Sheriffs aus eher konservativen Gegenden aus Prinzip keine Hassdelikte weiterleiten. Insgesamt hätten laut FBI nur 2.172 Polizeibehörden – das schließt Behörden des Bundes, der Bundesstaaten, der Bezirke oder Kommunen, der Universitäten und der Ureinwohnerstämme ein – überhaupt einen oder mehrere Fälle gemeldet. Das entspricht gerade mal jeder siebter der 15.588 US-Polizeibehörden.


(Bild: FBI)

In der Vergangenheit wurde immer wieder die aggressive Rhetorik des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump für den Anstieg an Hassdelikten verantwortlich gemacht. Im ersten Jahr seines Herrschaft stieg die Zahl der gemeldeten aus Hass begangenen Übergriffe um 17 Prozent an, während die Zahl der Gesamtstrafaten leicht zurückging (queer.de berichtete). 2018 stagnierte die Zahl der aus Hass begangenen Verbrechen.

Immer wieder gab es Berichte, dass Trumps Rhetorik auf lokaler Ebene zu einer vermehrt minderheitenfeindlichen Atmosphäre geführt habe. So geht aus einer Studie aus dem vergangenen Jahr hervor, dass sich die Zahl der Hassverbrechen in Bezirken, in denen Donald Trump im Wahlkampf Auftritte durchgeführt hatte, in den Folgemonaten stark erhöht habe (queer.de berichtete). (dk)



#1 audeasAnonym
  • 17.11.2020, 14:56h
  • "Die meisten "Hate Crimes" werden aus Rassismus begangen: Sie machen 58 Prozent der Fälle aus"

    Ähnlich sollte es in Deutschland aussehen. Eine Schande ist das.
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#2 Homonklin_NZAnonym
  • 17.11.2020, 15:58h
  • ""Insgesamt hätten laut FBI nur 2.172 Polizeibehörden das schließt Behörden des Bundes, der Bundesstaaten, der Bezirke oder Kommunen, der Universitäten und der Ureinwohnerstämme ein überhaupt einen oder mehrere Fälle gemeldet. Das entspricht gerade mal jeder siebter der 15.588 US-Polizeibehörden.""

    Kann auch sein, dass das gar nicht alle der Behörden überhaupt differenzieren. In Deutschland ist das doch ähnlich, das Meiste, was einen Trans*- oder Homophobie-Rahmen hat, wird nicht von den üblichen Kategorien abgehoben. Dass Xenophobie bzw. Ethnizismus dann seperat geführt wird, ist schon ein Mega-Fortschritt.

    Man hat wohl zusammen gelegt oder abgespeckt, das waren mal an die 18 000 Agencies.

    Dass sich die Steigerung auf die ganze Scharfmache und Hetze von Seiten Trump und Konsorten zurückführen lässt, dürfte kaum Zweifel lassen. Gerade die Trans*-Community haben dessen Ausfälle doch zur Zielscheibe für Hasskriminalität gemacht

    In D gibt es einen Minderheitshass, den alle vergessen:
    Hass auf Polizist*innen. Wenn das stimmt, was man in letzter Zeit so verfolgt.
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#3 FinnAnonym
  • 17.11.2020, 18:24h
  • Wenn eine Staatsführung hetzt, wirkt sich das halt auch auf die allgemeine Stimmung im Volk aus.

    Ein weiterer Beleg, dass Reden und Handeln von Politikern direkte Auswirkungen auf die Gesellschaft haben.
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#4 Bible BeltsAnonym
#5 Ach wasAnonym