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Treffen mit OB

CSD Dresden fordert Gedenktafel für schwules Terroropfer

Die CSD-Organisator*innen wollen dafür sorgen, dass der mutmaßlich schwulenfeindliche Terroranschlag nicht totgeschwiegen wird.


Der Tatort in Dresden – hier soll auf Wunsch des CSDs ein Gedenkort entstehen (Bild: Dresden.Respekt – Place to be! / twitter)

Die CSD-Veranstalter*innen in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden werben dafür, mit einer Gedenktafel an den mutmaßlich aus Homophobie begangenen Terrormord vom 4. Oktober zu erinnern. Wie die "Sächsische Zeitung" berichtet, trifft sich CSD-Sprecher Ronald Zenker in Kürze mit Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Die Tafel soll am Tatort in der Ecke Schloßstraße/Rosmaringasse bis nächstes Jahr errichtet werden.

Der FDP-Politiker Hilbert hatte allerdings in der Vergangenheit ein schwieriges Verhältnis mit dem CSD gehabt, weil er anders als in anderen Städten jahrelang die Hissung der Regenbogenfahne während der Pride-Saison untersagte (queer.de berichtete). Erst dieses Jahr gab er auf Druck des Stadtrats seinen Widerstand auf. Die FDP-Fraktion im Stadtrat hat am Dienstag bereits ihre Unterstützung für die Forderung der CSD-Organisator*innen signalisiert.

Wir befürworten das Anliegen des CSD Dresden e.V., dass die Stadt eine angemessene Form des Gedenkens an den am 4....

Posted by FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat on Tuesday, November 17, 2020
Facebook / FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat

Der Hintergrund der Terrortat: Der 20-jährige Syrer Abdullah A.H.H. wird beschuldigt, aus islamistischen Motiven den 55-jährigen Krefelder Thomas L. erstochen und seine Freund mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Die Behörden sprechen jedoch bis heute das mögliche Terrormotiv Homo-Hass nicht offen an (queer.de berichtete). Der Dresdner Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt hatte etwa vergangenen Monat grundsätzlich erklärt: "Zur sexuellen Orientierung der Opfer äußern wir uns nicht."

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"Die Leute sollen wach werden"

CSD-Vorstandssprecher Zenker erklärte gegenüber der "Sächsischen Zeitung", dass es viel zu lange gedauert habe, bis von offizieller Seite Beileidsbekundungen gekommen seien. Außerdem sei es wohl kein Zufall gewesen, dass ausgerechnet ein schwules Paar Opfer der Attacke wurde. "Die Leute sollen wach werden", forderte Zenker.

Wir sind gespannt, was am Freitag bei dem Termin mit der LH Dresden, zum Thema Gedenken an die Opfer des Messerattentates, herauskommt. Bundesstiftung Magnus Hirschfeld 100% Mensch CSD Deutschland e.V.

Posted by CSD Dresden e.V. on Monday, November 16, 2020
Facebook / CSD Dresden e.V.

Am Freitag fand in Krefeld eine Trauerfeier für das Todesopfer statt (queer.de berichtete). Anwesend waren auch Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) und die grüne Bundestagsabgeordnete Ulle Schauws. Beide forderten, dass die Motivation hinter der Tat aufgeklärt werden müsse. (dk)



#1 FinnAnonym
  • 17.11.2020, 18:25h
  • Ich kann mich der Forderung nur anschließen.

    Wenn die Politik schon alles tut, um die wahren Hintergründe der Tat zu vertuschen, dann sollte es wenigstens eine Gedenktafel geben, die zumindest den Passanten vor Ort die Wahrheit sagt.
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#2 KaiJAnonym
  • 17.11.2020, 20:41h
  • Mensch sollte den ersten vor dem zweiten Schritt tun. Jetzt die Energie für eine Gedenktafel einzusetzen, halte ich für viel zu passiv, so als würde die Auseinandersetzung um die Tatmotive und deren Verschweigen mit der Gedenktafel einen Abschluss finden. Das wird der Dimension dieses Terroranschlags und gesellschaftlichen Respekts uns gegenüber in keinster Weise gerecht. Der Anschlag steht in seiner Bedeutung nicht zufällig in zeitlichem Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris und Wien. Im Namen wohl des Dschihad wurde in Paris ein Lehrer geköpft, der den Auftrag der Republik ernst nahm, ihre demokratischen Werte zu vermitteln. In Wien wurde im Einzugsbereich der grössten Synagoge judenfeindlich hingerichtet. In Dresden fand ein schwulenfeindlicher Mordanschlag auf eben ein gleichgeschlechtliches Paar statt. Die gesellschaftliche Negierung dieses Anschlags in seiner Bedeutung gilt uns. Solange der Anschlag in seiner Dimension nicht angegangen wird, fehlt auch gefährlich der Respekt uns gegenüber. Die gesellschaftliche Klarstellung der menschenfeindlichen Dimension des Anschlags und der bisherige Widerstand gegen diese Klarstellung gehören letztlich als Inschrift auf eine Gedenktafel.
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