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Ratgeber

Meine Mutter kommt nach Hause: Barrierefrei Leben im Eigenheim

Ein an sich unspektakulärer Unfall im Alltag kann dazu führen, dass Eltern zum Pflegefall werden oder zumindest täglich Unterstützung benötigen.


Bevor Mama wieder zu Hause einzieht, ist vor allem Ausmisten angesagt (Bild: marcus-aurelius / pexels)
  • 18. November 2020, 14:12h, noch kein Kommentar

Jahrelang hat sie uns gepflegt und uns umsorgt. Carepakete, Feten-Zuschüsse und immer ein offenes Ohr: Die Lebensleistung von Müttern ist nicht zu unterschätzen. Doch leider macht das Alter auch vor Müttern nicht halt. Ein an sich unspektakulärer Unfall im Alltag kann dazu führen, dass Eltern zum Pflegefall werden oder zumindest täglich Unterstützung benötigen. Wo es das Verhältnis zulässt, liegt der Gedanke nahe, dass Mama einfach bei ihren Kindern einzieht. Aber wie bereitet man sich am besten auf das barrierefreie Leben im Eigenheim vor?

Innenräume barrierefrei gestalten – Ausmisten ist angesagt

Bevor Mama wieder zu Hause einzieht, ist vor allem Ausmisten angesagt: Der einfachste Schritt auf dem Weg zum barrierefreien Leben ist, Bodenflächen möglichst freizuhalten und ausreichend Platz zu schaffen. Wege sollten frei von möglichen Stolperfallen sein. Das bedeutet auch: Kabel dürfen nicht mehr achtlos quer durch den Raum gezogen werden, sondern sollten gut versteckt werden. Das Ziel muss sein, dass alle Räume problemlos mit einem Rollator oder einem Rollstuhl durchfahren werden können.

Dazu gehört auch, dass du die Bodenbeläge einer genauen Inspektion unterziehst: Sind sie rutschhemmend oder doch zu glatt? Fliesenböden sind zwar einfach zu reinigen, können im nassen Zustand aber sehr gefährlich werden. Ebenso sollten Teppiche fest fixiert sein, damit sie nicht zu rutschen beginnen. In Treppenhäusern gilt: Weg mit der Deko. Jeder Gegenstand, der auf der Treppe abgestellt wird, ist eine potenzielle Unfallgefahr.

Zur barrierefreien Gestaltung der Innenräume gehört aber auch, dass die Türen breit genug sind. In der aktuellen DIN-Norm 18040-2, die Vorgaben für die barrierefreie Gestaltung von Wohnräumen liefert, heißt es, dass Türrahmen in Wohnräumen eine Mindestbreite von 80 Zentimetern vorweisen müssen. Soll die Tür mit einem Rollstuhl passiert werden, muss der Türrahmen mindestens 90 Zentimeter breit sein.

Darüber hinaus sollten Lichtschalter speziell gekennzeichnet werden, sodass sie bei allen Lichtverhältnissen gut zu sehen sind. Spezielle Leuchtfarbe, die im Dunkeln leuchtet, macht die Lichtschalter auch nachts sichtbar. Überprüf außerdem, ob auf jeder Etage ein Telefon erreichbar ist. So kann deine Mutter im Notfall Hilfe holen, egal, wo sie sich aufhält.

Mit dem Treppenlift hoch hinaus


Die Schienen für den Treppenlift werden immer nach Maß angefertigt (Bild: sabinevanerp / pixabay)

In jungen Jahren denkt man weniger darüber nach, ob das Eigenheim ebenerdig länger bewohnbar wäre, weshalb sich viele für klassische Aufteilung in Erd- und Obergeschoss entscheiden. Zieht die eigene Mutter nun aber wieder mit ein, kann das zum Stolperstein werden. Je nach Bewegungseinschränkungen werden Treppen zum unüberwindbaren Hindernis.

Ein Treppenlift für die Region Köln schafft hier Abhilfe, ohne, dass das gesamte Haus umgebaut werden muss. Treppenlifte verbinden verschiedene Etagen miteinander, indem eine Transporteinheit entlang eines eigens angefertigten Schienensystems von einer Etage zur anderen fährt. Den Treppenlift erhält man in drei unterschiedlichen Ausführungen:

• als Stehlift
• als Sitzlift
• als Plattformlift


Das Schienensystem wird immer nach Maß angefertigt und in das jeweilige Treppenhaus eingepasst. Damit ist es auch der größte Kostenpunkt im Anschaffungspreis. Dieser bewegt sich, je nach Modell und Ausführung, zwischen 2.000 und 25.000 Euro.

Liegt ein Pflegegrad vor, kannst du einen Antrag bei der Pflegekasse auf den Pflegekostenzuschuss stellen. Außerdem kannst du einen Investitionszuschuss bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen.

Wird der Treppenlift eventuell nur temporär benötigt, kannst du auch zu einem gebrauchten Treppenlift greifen, allerdings müssen die Schienen nach wie vor maßangefertigt werden. Manche Treppenliftanbieter in der Region haben außerdem Modelle zur Miete im Angebot.

Das Badezimmer barrierefrei gestalten

Nicht zu vernachlässigen ist auch die Umgestaltung des Badezimmers. Hierbei geht es vor allem darum, Platz zu schaffen und ein Leben mit Rollator oder im Rollstuhl so komfortabel wie möglich zu machen.

WC, Waschbecken und Dusche sind die drei Punkte, bei denen Barrierefreiheit ausschlaggebend ist. Zunächst sollte das Badezimmer vor allem groß genug sein, um dort auch mit einem Rollator oder Rollstuhl manövrieren zu können.

Darüber hinaus sollte die Dusche ebenerdig sein. Gerade Duschwannen sind oft der Grund für Stürze, weil die Person beim Hinein- oder Hinaussteigen ausrutscht. Auch in einer ebenerdigen Dusche sind rutschhemmende Matten unentbehrlich. Für Personen, die sich allein nicht mehr halten können, sollte ein Griff installiert und ein Hocker bereitgestellt werden.

Ein Haltegriff, gegebenenfalls auch zwei, sollte auch neben dem WC installiert werden. Außerdem sollte das WC gegen ein Modell ausgetauscht werden, das ausreichend hoch ist. Viele ältere Menschen haben beim Aufstehen oder Hinsetzen Schmerzen. Je höher das WC, desto komfortabler ist die Nutzung.

Bei Waschbecken spielt die Höhe ebenfalls eine Rolle. Sie sollten hochgenug sein, dass sie bequem im Sitzen genutzt werden können. Gleichzeitig müssen Sie mit dem Rollstuhl oder dem Rollator unterfahrbar sein. Große Siphons sind also fehl am Platz, genauso wie schicke Unterschränke. Wird hier für Barrierefreiheit gesorgt, steht dem Einzug der eigenen Mutter nichts mehr im Wege. (ak)