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Köln

Erzbistum bestraft homofreundliche Hochschulgemeinde

Die katholischen Studierenden in Köln fordern das Ende der Diskriminierung Homosexueller. Das Erzbistum will diese und andere Forderungen nun unterdrücken – unter anderem durch eine Abschaltung der Website der Hochschulgemeinde.


Der Kölner Dom ist das Zentrum des Erzbistums (Bild: Harry Traber / flickr)

Das Erzbistum Köln hat laut einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeigers" die Website der katholischen Hochschulgemeinde (KHG) als Reaktion auf Kritik an orthodoxen kirchlichen Positionen wie der Sexualmoral abgeschaltet. Konkret geht es um ein Positionspapier, in dem unter anderem die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren gefordert wird. Zudem bestrafte das Erzbistum die Verantwortlichen: Dem Hochschulpfarrer wurde die Leitung des KHG-Pastoralteams entzogen, mehreren Mitarbeiter*innen um die Pastoralreferentin drohten zudem arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Das Positionspapier ist dennoch online erhältlich: Aus Solidarität wurde es auf der Website der "Evangelischen Studierenden Gemeinde Köln" veröffentlicht (PDF).


(Bild: esgkoeln.de)

Hochschulgemeinde bezeichnet Vielfalt bei sexuellen Orientierungen als "bereichernd"

In dem Papier heißt es: "Wir arbeiten täglich mit jungen Menschen zusammen. Diese kommen aus den unterschiedlichsten Kontexten: unterschiedliche biografische Lebenswege, sexuelle Orientierungen, Bildungshintergründe und Glaubensrichtungen. Diese Vielfalt empfinden wir als bereichernd." Dagegen sei es "unerträglich", wie rückständig kirchliche Amtsträger öffentlich austreten würden "und dabei immer wieder Menschen verletzen".

Konkrete Forderungen in dem Papier sind unter anderem "die Anerkennung von Sexualität als wichtiger Faktor von Identität (auch für Priester)". Außerdem müsse die Kirche eingestehen, dass es einen kausalen Zusammenhang gebe "zwischen Zölibat und unterdrückter Sexualität, die Missbrauch begünstigt". Zum Thema Homosexualität heißt es, dass die Hochschulgemeinde "für eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber Beziehungen von homosexuellen und heterosexuellen Paaren" eintrete.

Zudem sollte laut dem Papier die "Unantastbarkeit amtskirchlicher Deutungshoheit" und Machtmissbrauch in der Kirche beendet werden. Außerdem wird mehr gesellschaftliche Verantwortung gefordert, etwa Einsatz für den Frieden, Positionierung gegen "gegen Rassismus, Sexismus und Populismus" sowie Engagement "für die Armen und Benachteiligten".

Das kritisierte Papier wurde laut "Stadt-Anzeiger" bereits im Programm für das Wintersemester 2019/20 abgedruckt. Per Dienstanweisung habe dann die Hauptabteilungsleiterin Schule/Hochschule des Erzbistums einen erneuten Abdruck untersagt. Über einen QR-Code habe die Hochschulgruppe dennoch auf das Schreiben im Internet hingewiesen. Als die Kirche am Verbot der Verbreitung des Schreibens festhielt, eskalierte der Konflikt. Das neue Semesterprogramm erscheint deshalb in zensierter Form – die Seiten 5 und 6, auf denen das Positionspapier abgedruckt werden sollten, dürfen nicht gedruckt werden.

Erzbistum "missbraucht" Missbrauchsopfer erneut

Das Erzbistum steht derzeit in der Kritik, weil Erzbischof und Kardinal Rainer Maria Woelki die Veröffentlichung einer Untersuchung sexuellen Missbrauchs in der Kirche verboten hat. Die Ex-Sprecher des Betroffenenbeirats im Erzbistum werfen Woelki daher "erneuten Missbrauch von Missbrauchsopfern" vor.


Rainer Maria Woelki ist seit 2014 Erzbischof von Köln (Bild: Erzbistum Köln)

Die Vertuschung des sexuellen Missbrauchs durch Priester wird auch von der Hochschulgruppe scharf kritisiert. In dem verbotenen Papier wird etwa "ein Bewusstmachen und Aufdecken von Machtmissbrauch, sexuellem Missbrauch und geistlichem Missbrauch unter dem Vorrang des Opferschutzes sowie transparenter Umgang mit Maßnahmen der Aufklärung und Prävention" gefordert. Außerdem sollen alle "erwiesenen Täter" fristlos gefeuert werden. (dk)



#1 PetterAnonym
  • 19.11.2020, 11:06h
  • Jetzt will die katholische Kirche sogar schon Studenten vorschreiben, was sie zu denken, zu sagen und zu fordern haben.

    Und denen auch noch die Website abschalten.

    Das wäre das Ende der freien Rede.

    die Kirche zeigt immer offener, dass sie Demokratie und Grundrechte verachtet und das abschaffen will, damit sie wieder eine Kirchendiktatur wie im Mittelalter errichten können.

    www.kirchenaustritt.de/
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#2 Jasper 98Anonym
  • 19.11.2020, 11:34h
  • Ausgerechnet das Erzbistum Köln, das momentan wieder mal Kindesmissbrauch vertuscht und ein diesbezügliches Gutachten zurückhält, weil da offenbar zu viel herausgefunden wurde.

    Bei dem, was die Kirche auf dem Kerbholz hat und an Leid und Hass über die Welt gebracht hat, sind die eh keine moralische Instanz und haben keinerlei Recht, über andere Urteile zu fällen oder anderen Vorschriften zu machen.

    Aber wenn man gerade aktiv Verbrechen vertuscht und dann gleichzeitig solche Aktionen durchzieht, ist das ein Zeichen für vollkommenen Realitätsverlust.
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#3 JadugharProfil
#4 KonsequenzAnonym
#5 FennekAnonym
  • 19.11.2020, 13:34h
  • Antwort auf #3 von Jadughar
  • Volle Zustimmung!

    Ich kann nicht verstehen, dass dieser demokratiefeindliche und verfassungsfeindliche Verein, der den Rechtsstaat und die freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnt, nicht schon längst vom Verfassungsschutz beobachtet wird oder sogar verboten ist.

    Das zeigt nur wieder mal, dass die Kinderschänder-Sekte viel zu viel Macht und Einfluss in Politik, Verwaltung und Justiz hat.
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#6 YannickAnonym
  • 19.11.2020, 13:42h
  • Was bilden die sich ein?

    Wer so viel Unrecht getan hat, so viele Menschenleben ruiniert hat und so viel Hass über die Welt gebracht hat, sollte lieber ganz still sein und hoffen, dass nicht noch mehr Menschen diesem Verein angewidert davonlaufen.

    Aber was machen die? Machen einen auf dicke Hose und tun so, als seien sie auch noch im Recht.

    Entweder wollen die damit von ihren Verbrechen ablenken oder weil sie nie für ihre Straftaten zur Rechenschaft gezogen werden und über dem Gesetz stehen, meinen sie wirklich, das sei alles in Ordnung so.
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#7 swimniAnonym
  • 19.11.2020, 14:19h
  • selbst dir faz sprach neulich davon, dass die kath. kirche zur sekte mutiere. das will was heißen.
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#8 panzernashorn
  • 19.11.2020, 14:20h
  • Zitat: " Außerdem sollen alle "erwiesenen Täter" fristlos gefeuert werden."

    Für viel wichtiger halte ich, diese unverzüglichst der weltlichen Gerichtsbarkeit zu übergeben, damit sie für ihre Taten gerade stehen müssen anstatt zu vertuschen.

    Es ist meiner Meinung nach unfassbar, dass diese sich der Justiz überhaupt entziehen können - ein endloser und widerlicher Skandal.

    Diese ungerecht(fertigt)en kriminellen "Privilegien" müssen sofort gestrichen werden.
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#9 SystemimmanentAnonym
  • 19.11.2020, 14:25h
  • Die sind zwanghaft davon besessen, jedem der nicht alles blind hinnimmt, sondern auch mal wagt, Kritik zu äußern, den Mund verbieten zu wollen.

    Das ist der Geist des Totalitarismus, wie er für Religionen typisch ist.

    Das System Religion kann nur funktionieren, indem die bevormunden, unterdrücken und Hass schüren. Denn nur unglückliche Menschen suchen ihr Heil bei irgendwelchen Heilspredigern.

    Man muss sich von Religion befreien, um frei und glücklich zu sein.
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#10 KaiJAnonym
  • 19.11.2020, 17:52h
  • Sexualität ist ein rein weltliches Thema. Auf sie darf Kirche überhaupt keinen Deutungsanspruch haben. Studierenden und Mitarbeitenden steht da die freie Meinungsäusserung zu. Kirchliches Recht darf da überhaupt nicht sanktionieren. Wohl aber haben jene das weltliche Recht und sogar die Pflicht, gleiches sexuelles Recht auch innerhalb der Kirche und eine Sanktionierung bei Vergehen einzufordern. Für all' dieses setzt das Grundgesetz das Recht.
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