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Trotz fortschrittlichen Gesetzes

Trans Menschen in Pakistan beklagen Hass und Gewaltverbrechen

Ein neues Gesetz sollte in Pakistan vor zwei Jahren Schutz für trans Personen garantieren. Es wurde als fortschrittlich und revolutionär gefeiert, doch Aktivisten in konservativen Regionen des Landes beklagen immer noch Transfeindlichkeit und brutale Gewalt.


Trans Frauen bei einer Demo für ihre Rechte im Jahr 2015 (Bild: Pakistan Trangender Community Network)

Die 26-jährige Zeeshan Khan lebt in der nordwestlichen Stadt Peshawar. "Ich wurde vor vier Jahren von meiner Familie verstoßen, weil sie sich schämte, einen transsexuellen 'Sohn' und 'Bruder' zu haben", erzählt Khan. Nach ihrem Rauswurf fand sie in einer Gemeinschaft mit anderen trans Frauen Anschluss. Doch im September erschütterte ein brutales Verbrechen die Gemeinschaft. Khans Freundin Gul Panra wurde ermordet. Nach einer Hochzeit, auf der Panra als Tänzerin aufgetreten war, sei sie bedrängt und zum Sex aufgefordert worden, sagte der Polizist Wajid Ali Khan, der in dem Fall ermittelte und auch einen Verdächtigen fasste. "Und als sie sich weigerte, feuerten sie mehrere Kugeln auf sie ab."

Pakistan ist eins der wenigen Länder der Welt, das anerkennt, wenn Menschen nicht mit dem ihnen bei der Geburt zugeordneten Geschlecht und der damit einhergehenden Rolle leben können oder wollen. Ein entsprechendes "historisches" Gesetz wurde 2018 beschlossen (queer.de berichtete). Jede Person kann seither selbst bestimmen, in welchem Geschlecht sie anerkannt wird – neben dem Eintrag "männlich" und "weiblich" sind auch "gemischt" und "keins" möglich. Gleichzeitig erkennt das Gesetz den Anspruch von trans Personen auf Erbe, Bildung und Berufsanstellung an. Doch die Realität sieht oft anders aus.

"Es war schrecklich für mich, und ich bin immer noch fassungslos", erzählt Khan vom gewaltsamen Tod ihrer Freundin. Obwohl transgeschlechtliche Menschen inzwischen auch in hohe politische Ämter gewählt werden, verdient die Mehrheit immer noch mit Sexarbeit oder mit dem Tanzen auf Feiern ihr Geld. Aktivist*innen in der nordwestlichen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa beklagen schon seit langem Gewaltverbrechen. Mehr als 70 Transfrauen und -männer seien in den letzten vier Jahren in der Region getötet worden. Rund 1.500 Gewalttaten wurden einer Organisation zufolge dort angezeigt. Viele sind enttäuscht darüber, dass das Gesetz nicht die erhofften Verbesserungen gebracht hat.

Zeeshan Khan ist schon lange nicht mehr als Tänzerin bei Hochzeiten aufgetreten, zu groß sei nach der Tötung ihrer Freundin die Sorge vor Gewalt. "Mein Leben ist schon wieder ruiniert." (dpa/cw)



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#1 RebeccaProfil
  • 20.11.2020, 15:06hBerlin
  • Leider können Gesetze nicht die allgemeine Haltung eines Volkes ändern, besonders, wenn es jahrelang anders indoktriniert wurde.

    Man kann nur hoffen, daß das Gesetz auch durch gesetzt wird und sich langfristig auch in Paktistan sich die Umstände ändern.
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