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Mathelehrer verhaftet

Bisexueller Monteur wurde Opfer eines Kannibalen

Der wochenlang vermisste Berliner Stefan T. verabredete sich offenbar auf einer Datingseite mit einem Kannibalen.


Stefan R. muss sich jetzt vor Gericht verantworten (Bild: Hans Splinter / flickr)

Der 44-jährige Berliner Monteur Stefan T. ist offenbar vom 41-jährigen Chemie- und Mathelehrer Stefan R. umgebracht worden, den er in einem schwulen Datingportal kennengelernt haben soll. Die Behörden gehen dabei von Kannibalismus und sexuellen Motiven aus. "Aufgrund des gefundenen Knochens, der komplett fleischlos war, und weiterer Indizien, vermuten wir stark, dass Stefan T. das Opfer eines Kannibalen wurde", erklärte ein Polizeibeamter gegenüber "Bild".

Die Polizei nahm R. bereits am Mittwoch fest (queer.de berichtete). Am Donnerstag erließ ein Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen Verdachts auf Sexualmord aus niedrigen Beweggründen. Der Lehrer aus Pankow befindet sich jetzt in Untersuchungshaft. Er verweigere bislang die Aussage.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, bestätigte auch dem "Tagesspiegel", dass die Polizei Hinweise auf Kannibalismus gefunden habe. Laut "Bild" konnten die Ermittler*innen umfangreiche Chatprotokolle "aus einer Plattform für Homosexuelle" sicherstellen, aus denen hervorgehe, dass sich die beiden Männer verabredet hatten. Außerdem habe R. im Internet gezielt nach Kannibalismus gesucht – so wollte er etwa wissen, ob es möglich ist, sich den Penis abzuschneiden und weiterzuleben.

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Hunde fanden Täter

Stefan T., der in einer WG in Lichtenberg gelebt hatte, war am Abend des 8. September spurlos verschwunden. Ende Oktober bat die Polizei die Bevölkerung die Öffentlichkeit um Hilfe und startete eine Fotofahndung (queer.de berichtete). Dabei erklärten die Behörden auch, dass der Vermisste verschiedene Dating-Plattformen nutzte, um sich sowohl mit Frauen als auch mit Männern zu treffen. Am 8. November fanden Spaziergänger in einem Park im Ortsteil Buch einen Beinknochen des Opfers. Bei den Ermittlungen kamen anschließend Personen- und Leichenspürhunde zum Einsatz, die die Polizeibeamt*innen zur Wohnung des Tatverdächtigen führten.

Der Fall erinnert an den von Armin Meiwes, der von der Boulevardpresse den Beinamen "Kannibale von Rotenburg" erhalten hat. Er hatte 2001 einen 43-jährigen Diplom-Ingenieur beim Geschlechtsverkehr getötet, seinen Körper zerlegt und teilweise gegessen. Laut dem Angeklagten hatte sein Opfer in die Tat eingewilligt. Meiwes wurde schließlich Anfang 2006 wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er sitzt seine Strafe derzeit in Kassel ab.

Der Fall wurde auch verfilmt: "Rohtenburg" mit Hauptdarsteller Thomas Kretschmann wurde allerdings von Kritiker*innen verrissen und war in Deutschland wegen angeblicher Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Täters drei Jahre lang verboten (queer.de berichtete).

Zum Jahreswechsel sorgte zudem ein Kannibalenfall aus dem US-Bundesstaat Michigan für Schlagzeilen (queer.de berichtete). Der Prozess gegen den 51-jährigen Tatverdächtigen soll in Kürze beginnen. (cw)



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#1 AthreusProfil
#2 StaffelbergblickAnonym
  • 20.11.2020, 11:56h
  • "Er hatte 2001 einen 33 Jahre alten Musiklehrer beim Geschlechtsverkehr getötet, seinen Körper zerlegt und teilweise gegessen." Das ist schlichtweg falsch. Zum Tathergang wurde reichlich berichtet. Beide hatten sich damals über ein "Kannibalen" Portal kennengelernt. Das Opfer war selbst an eigenen Tod interessiert. Und bei Geschlechtsverkehr ist da überhaupt nichts passiert, weil es den so nicht gab. Wer sich näher dafür interessiert dem empfehle ich das Lehrbuch "Sexueller Kannibalismus". Geschrieben von Prof. Baier von der Charité. Der war auch ein beteiligter Gutachter. Dort sind umfangreiche Dokumentationen enthalten einschließlich Auszüge des vorangegangenen Chatverkehrs.
    Außerdem gab es vor einigen Jahren einen ähnlichen Fall. Täter war damals ein hochrangiger Beamter aus dem BKA Wiesbaden. Die Tat geschah in einem entlegenen Gasthof in Sachsen. Allerdings wurde dieser Fall nicht so "breitgetreten". Die ursprüngliche Strafe von 8 Jahren wurde auf Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben.
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 20.11.2020, 12:24h
  • "Der Tatverdächtige und das Opfer lernten sich nach SPIEGEL-Informationen in dem Homosexuellen-Forum »Planet Romeo« kennen. Bei einem Treffen in der Wohnung des Tatverdächtigen soll der mutmaßliche Kannibale den Mann ermordet haben. Der 44-Jährige hatte seine Wohngemeinschaft in Berlin am 5. September kurz vor Mitternacht verlassen und war zunächst spurlos verschwunden, wie es in einer Mitteilung vom Oktober hieß." gerade aus dem Spiegel
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#4 FinnAnonym
  • 20.11.2020, 12:35h
  • Solche Wahnsinnigen gehören lebenslang weggesperrt. Nicht nur als Strafe, sondern vor allem auch, um die Gesellschaft davor zu schützen.
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#5 KoppschuettlerAnonym
  • 20.11.2020, 12:44h
  • Antwort auf #2 von Staffelbergblick
  • Es ist völlig belanglos, ob da Geschlechtsverkehr stattgefunden hat oder nicht. Sich zu treffen um sich umbringen zu lassen ist jenseits dessen, was man für Normgemäß halten muss.
    Und ich glaube, niemand muss ich mit diesem Thema auseinandersetzen, weil es schlichtweg absurd ist, sondern vornehmlich ein Thema für Psychologen und Psychiater...
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#6 qwertzuiopüAnonym
  • 20.11.2020, 15:27h
  • abgefahren, dass das anscheinend öfter passiert.

    und natürlich schrecklich für das umfeld des opfers.
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#7 ukfdkjAnonym
  • 21.11.2020, 00:37h
  • Antwort auf #5 von Koppschuettler
  • Manchmal gehe alleine und schweigend durch meine Geburtstadt spazieren. Und dann gibt es Heteros, die sich auf die Schenkel klopfen und sagen: "Prima. Dem haben wir es noch mal richtig gezeigt. Den haben wir noch einmal so richtig ausgegrentzt".

    Die Regenbogenflagge kürzlich am Rathaus habe ich mir nachts angeschaut. Damit war vor Hasssprache sicher.
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#8 queergayProfil
  • 21.11.2020, 05:24hNürnberg
  • Da sieht man, dass auch Dating-Portale keinesfalls ungefährlich sind.
    Solche Abgründe und Verirrungen sind so alt wie die Menschheit. Und so gesehen gibt es nichts, was es nicht gibt. Selbstverständlich sind diese Geschehnisse es wert, sich damit näher zu befassen: Motivforschung, biologische Aspekte, soziales Umfeld, Lebensgeschichte, Medienkonsum, Fetischismus etc.
    Und niemand wird gezwungen, solchen Meldungen nachzuhängen oder diese überhaupt zu beachten und zu lesen.
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#9 StaffelbergblickAnonym
  • 21.11.2020, 11:48h
  • ob es jemanden interessiert oder nicht ... bleibt jeweils dem interessierten Menschen überlassen ... gezwungen wird von mir niemand (auch wenn mir dies unterstellt wird) ... aber in den Medien taucht nunmehr eine Aussage eines Kriminalpsychologen Rudolf Egg auf, in dem er Kannibalismus in dieser Form primär mit Homosexualität zusammen bringt, aber dann relativiert, denn so etwas gäbe es auch im heterosexuellen Bereich. Der erste mir bekannte Fall kommt aus dem heterosexuellen Bereich: Es war in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts, als in Tokio eine Geisha ihrem Liebhaber den Penis abschnitt, damit er mit keiner anderen Frau mehr Sex haben kann. Und damit vollkommen ihr alleine gehört. Der Mann verblutete. Das war auch die Grundlage für den Film "Im Reich der Sinne".
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