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Wichtige Buchpreise

Preisregen für queere Literatur

Für seinen schwulen Coming-of-Age-Roman "Shuggie Bain" wurde Douglas Stuart mit dem britischen Booker Prize ausgezeichnet. In Deutschland erhält Christine Wunnicke am 28. November den renommierten Wilhelm Raabe-Literaturpreis.


Douglas Stuart wurde 1976 in Glasgow geboren (Bild: Clive Smith / Booker Prize)

Der britische Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den gebürtigen Schotten Douglas Stuart für seinen Coming-of-Age-Roman "Shuggie Bain". Er basiert auf der Kindheit des schwulen Autors und spielt im Glasgow der Achtzigerjahre. Er erzählt darin die Geschichte eines Jungen, der eine verarmte, alkoholabhängige Mutter hat. Zugleich ist er auf der Suche nach seiner eigenen Identität und wird sich seiner Homosexualität bewusst.

Der Roman sei "gewagt, erschreckend und lebensverändernd", sagte die Jury-Vorsitzende Margaret Busby am Donnerstagabend bei der Online-Zeremonie in London. Nach der Bekanntgabe betonte Stuart: "Meine Mutter ist in jeder Seite dieses Buches und ohne sie wären ich und das Buch nicht hier." Sie starb an Alkoholsucht, als er 16 war.

Die deutsche Übersetzung erscheint erst in neun Monaten

Er habe immer ein Autor werden wollen, sagte Douglas Stuart bei der Zeremonie. Es ist der erste Roman des 44-Jährigen. Vor 20 Jahren zog er in die USA und arbeitet dort in der Modebranche. Stuart lebt mit seinem Ehemann in New York.

Direktlink | Die Bekanntgabe des Gewinners

Der Booker-Literaturpreis ist mit 50.000 Pfund (knapp 56.000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen. Die deutsche Übersetzung von "Shuggie Bain" soll im August 2021 bei Hanser Berlin erscheinen.

Renommierte Auszeichnung auch für Christine Wunnicke


Christine Wunnicke, geboren 1966, lebt in München

In Deutschland steht unterdessen in der kommenden Woche die Vergabe des renommierten Wilhelm Raabe-Literaturpreises an Christine Wunnicke an. Auch Wunnicke ist eine Autorin, deren Oeuvre im besten Sinne queer ist. In ihren historischen Romanen wimmelt es von Außenseitern, auf den Kopf gestellten sozialen Rollenzuschreibungen, schwule Liebesgeschichten sind an der Tagesordnung.

Der Albino Verlag nimmt Wunnickes Auszeichnung mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis zum Anlass, eine Erzählung aus dem Frühwerk der Autorin neu aufzulegen: den Wildwest-Klassiker "Missouri".

Die herb-romantische Geschichte über einen feinsinnigen britischen Dichter, der nach einer überstürzten Auswanderung in die USA einer Räuberbande in die Hände fällt und sich in seinen Entführer verliebt, ist eins von nur zwei Werken, auf die die Begründung der Raabe-Preis-Jury neben dem aktuellen Wunnicke-Roman "Die Dame mit der bemalten Hand" explizit Bezug nimmt. Da heißt es: "Aus dem zufälligen Zusammentreffen einzelgängerischer Helden der Wissenschafts- und der Weltgeschichte schlägt sie helle Funken der Erkenntnis und der Komik. In 'Missouri' wird der Erneuerer der englischen Dichtung von einem Cowboy entführt." (pm/dpa)