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Evangelische Kirche

Homo-Gurke für die Landeskirche Schaumburg-Lippe

Die letzte Landeskirche ringt sich zur zweitklassigen Segnung von Lesben und Schwulen durch, während heterosexuelle Paare getraut werden. Das ist drei Jahre nach Öffnung der Ehe nur noch peinlich!


Symbolbild: Mit 31 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen stimmte die Landeskirche Schaumburg-Lippe für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare (Bild: dp photography)

Die Landeskirche Schaumburg-Lippe lobt sich dafür, dass sie Lesben und Schwule weiterhin diskriminiert: Am Samstag stimmte die Synode, das Kirchenparlament, mit großer Mehrheit dafür, künftig auch gleichgeschlechtliche Paare zu segnen – als allerletzte der 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland. Ein echter Traugottesdienst, wie ihn heterosexuelle Paare bekommen, bleibt jedoch tabu, auch dürfen homofeindliche Pfarrer*innen die Segnung von Lesben und Schwulen ablehnen.

"Wir haben trotz unterschiedlicher Überzeugungen zueinander gefunden", freute sich Landesbischof Karl-Hinrich Manzke laut Pressemeldung über den faulen Kompromiss. "Neben der hohen Wertschätzung der ehelichen Gemeinschaft von Mann und Frau und der Familie ist es wichtig, dass wir auch ein gottesdienstliches Angebot zur Segnung gleichgeschlechtlicher Ehepaare haben."

Homofeindlichkeit in der Landeskirche tief verankert

Der Bückeburger Murks, der auf der Synode "als eine durch den Geist Christi gewirkte Übereinkunft" gefeiert wurde, ist nicht etwa ein Schnellschuss: Dem Beschluss ging eine sechsjährige (!) Diskussion voraus – mit Arbeitsgruppe, Studientag und öffentlicher Anhörung. Eine Farce, die jedoch auch zeigt, wie tief Homofeindlichkeit in der Landeskirche verankert ist.

Der Umgang mit Lesben und Schwulen hatte in Schaumburg-Lippe immer wieder etwas Boshaftes. So erlaubte die Kirche in der früheren Regelung zwar die Segnung homosexueller Paare im persönlichen Rahmen, legte jedoch ausdrücklich fest, dass dabei keine Glocken läuten dürfen. Insbesondere Landesbischof Manzke wetterte immer wieder lautstark gegen eine rechtliche Gleichstellung von Lesben und Schwulen, verglich gar die Ehe für alle mit Waffenexporten.

Eine heuchlerische Entschuldigung

Nun entschuldigte sich Präsidentin Daniela Röhler auf der Synode zwar ausdrücklich "bei allen Menschen, die wegen ihrer Homosexualität mit unserer Kirche schmerzhafte Erfahrungen machen mussten". Doch auch dieses heuchlerische Bedauern verletzt Lesben und Schwule, da die "schmerzhaften Erfahrungen" ja weitergehen, nur ein bisschen abgemildert werden. Auch den vermeintlich queerfreundlichen Christ*innen in Bückeburg ging es nie wirklich darum, Diskriminierungen zu beenden. Für die Einmütigkeit ihrer Kirche scheuten sie den notwendigen Bruch mit Homo-Hasser*innen – auf Kosten von Lesben und Schwulen.

Der Beschluss zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare kommt nicht nur viele, viele Jahre zu spät, sondern ist drei Jahre nach Öffnung der Ehe nun wirklich komplett aus der Zeit gefallen, beleidigend und einfach nur noch peinlich. Während die Trauung für alle in der Mehrheit der evangelischen Landeskirchen längst Realität ist, setzt die Landeskirche Schaumburg-Lippe weiterhin auf Ausgrenzung. Dafür verliehen wir ihr die Homo-Gurke!



#1 DramaQueen24Profil
  • 22.11.2020, 06:11hBerlin
  • Soso, zu einer "Homo-Ehe light" konnten sie sich gerade so noch durchringen, aber auch nur dann, wenn ein homophober Pfarrer die "Trauung" nicht verbietet.
    He Leute, wir sind im 21. Jahrhundert, nicht mehr in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts. Fragt Euch mal, warum Eure Landeskirche die EINZIGE ist, die damit noch ein Problem hat?
    Und fragt Euch bei der Gelegenheit auch, was Euer Religionsgründer Jesus wohl zu Eurem Verhalten sagen würde?
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#2 PapstAnonym
  • 22.11.2020, 06:42h
  • Das Bild passt nicht!!! In einer Evangelisch-Lutherischen-Landeskirche wurde der Pastor niemals einen goldenen Fummel tragen!

    Dort wir ein schwarzer Talar getragen.
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#3 TalarismusAnonym
#4 YannickAnonym
  • 22.11.2020, 09:04h
  • Wer sich selbst freiwillig diskriminieren lassen will, ist selbst schuld.

    Zumal die selbst diese Zweite-Klasse-Rituale ja eh nur widerwillig machen, damit ihnen nicht noch mehr Schäfchen weglaufen...

    Aber ich verstehe eh nicht, warum man das Okay anderer Menschen für seine Liebe braucht und auf irgendwelche okkulten Riten Wert legt.
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#5 YannickAnonym
#6 Homonklin_NZAnonym
  • 22.11.2020, 14:25h
  • Antwort auf #4 von Yannick
  • Weil das Einimpfen der okkulten Riten schon im zarten Kindesalter das Gehirn so in Ketten legt, dass viele dieser Menschen nie Freiheit kennen lernen. Sondern die Unterwerfung unter ihrem "Herrn", und daher die Erlaubnis suchen, selbst und in Liebe füreinander zu sein.

    Eigentlich echt traurig, ziemlich masochistisch. Aber wer es unbedingt so haben will...

    Wenn die auch bei Gurken diesen Unterschied machen, bleibt fraglich, wie, oder ob sie eine Homo-Gurke überhaupt segnen. Wenn nicht, dann ist das unterste Gurken-Diskriminierung von dieser Gurkentruppe von Evangeliknilchen.
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#7 OutAndProud
  • 22.11.2020, 15:45h
  • Solche Bilder sind nichts für mich. Es überkommt mich eine Mischung aus vielen Gefühlen wie Scham, Ekel und Mitleid.

    Das sich schwule Menschen im Jahr 2020 freiwillig so dermaßen demütigen lassen werde ich nicht mehr verstehen.
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#8 Ami in BerlinAnonym
  • 22.11.2020, 17:32h
  • About 15 years ago, as a (female) Regional Representative for Europe and the Middle East of the Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) attended an annual Synod of the EKD, a representative from Schaumburg Lippe asked her if her husband had allowed her to attend.
    The church there likely still has problems with female pastors. No wonder that they can't deal with LGBTQIA+, much less equal rights for us.
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#9 dellbronx51069Anonym
  • 22.11.2020, 19:07h
  • Mir würde es im Traum nicht einfallen mich und meinen von dieser Kuttenmafia demütigen zu lassen. Niemals nie , schon aus Prinzip. Das gleiche gilt beim Thema Blutspende!
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#10 intensivAnonym
  • 22.11.2020, 20:26h
  • Zum Glück bin ich Atheist.

    Ich kann nur den Kopf schütteln über diejenigen Schwulen, die sich das trotz Jahrhunderte langen Erfahrungen mit den Kirchen ohne Zwang freiwillig antun.
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