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Die Ufa verspricht mehr LGBTI in Film und Fernsehen

Das Filmunternehmen Ufa gibt sich eine Selbstverpflichtung im Bereich Diversität, um die in Deutschland lebenden Menschen realistisch abzubilden. Bis 2024 sollen die Ziele erreicht werden.


Vor der Kamera soll es bei der Ufa künftig mehr Frauen, LGBTI und People of Color geben (Bild: Vancouver Film School / flickr)

Die Ufa will in ihren Film- und Fernsehproduktionen die in Deutschland lebenden Menschen realistischer abbilden, etwa was den Anteil an Frauen, queeren Menschen und People of Color angeht. Dafür gibt sich das Filmunternehmen eine Selbstverpflichtung im Bereich Diversität, wie "Süddeutsche Zeitung" (Paywall-Artikel) und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihren Donnerstagsausgaben berichten. "Die Ufa strebt an, die Gruppen Gender, People of Color, LGBTIQ* und Menschen mit Beeinträchtigungen so abzubilden, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht", teilte eine Ufa-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit.

"Im Genderbereich streben wir 50 Prozent an, bei Menschen mit Migrationshintergrund 25 Prozent, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht", sagte Geschäftsführer Joachim Kosack der "Süddeutschen Zeitung". Zum angestrebten LGBTI-Anteil machte er im Interview keine Angaben.

Wehrmachtssoldaten bleiben weiße Männer

Die Quoten gelten jeweils für das gesamte Programm eines Jahres – nicht für jedes einzelne Format. "Wenn ich einen Film mit sieben Wehrmachtssoldaten produziere, die in einem Bunker eingeschlossen sind, dann wird es schwierig, ihn genderneutral halb mit Frauen und zur Hälfte mit Männern zu besetzen", meinte Kosack. Die Hauptrollen in Daily Soaps seien aber bereits jetzt fast zur Hälfte an Frauen vergeben.

Bis 2024 sollen die Ziele erreicht werden. Die Quoten beziehen sich aber nur auf die Menschen vor der Kamera – bei Festangestellten hinter der Kamera sei man an das Gleichbehandlungsgesetz gebunden und dürfe keine Gruppe bevorzugen. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben auch hier auf mehr Diversität setzen. "Mehr Diversität hinter der Kamera ist eine Voraussetzung für mehr Diversität vor der Kamera", so die Sprecherin.

Wir sehen Diversität als äußerst wertvolle Ressource an, die wir fördern und sichern wollen. Als erstes deutsches...

Posted by UFA Production on Wednesday, November 25, 2020
Facebook / UFA Production

Hofmann: "Es geht um Strukturen, die Talent fernhalten"

Die Änderungen sollen sich auch inhaltlich widerspiegeln: "Wenn Sie sich das deutsche Fernsehen und auch die Ufa-Produktionen ansehen, sei es mit Blick auf People of Color, Migrationshintergrund oder Sexualität, dann finden Sie oft Alibi-Besetzungen, die nicht wirklich vom Klischee abweichen", sagte Ufa-Geschäftsführer Nico Hofmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es gehe um "Gleichberechtigung und Chancengleichheit, wenn jemand Talent hat, die es etwa im Verhältnis zwischen Frauen und Männern immer noch zu wenig gibt. Es geht um Strukturen, die Talent fernhalten. Diese Strukturen aufzubrechen, das ist unser Thema."

In der "Süddeutschen" verteidigte Ufa-Geschäftsführer Joachim Kosack die Pläne der ARD, die von der Ufa produzierte neue Serie "All you need", die in einer Berliner Schwulen-WG spielt, nicht im Vorabendprogramm, sondern nur in der Mediathek auszustrahlen (queer.de berichtete). "Das Projekt wird nicht schlechter dadurch, dass es in der Mediathek läuft und nicht linear um 18.50 Uhr. Da hört man immer mit: Dann könnt ihr es auch lassen", sagte Kosack. "Wir werden dranbleiben, solche Dinge zu erzählen, auch am Vorabend. Ideal wäre aber, wenn in einer Serie ein Manager auftaucht, der schwul ist, was aber keine Rolle spielt. Oder ein Mensch im Rollstuhl. Oder eine Person of Color. Das ist Normalität." (cw/dpa)



#1 Petra Weitzel dgtiAnonym
  • 26.11.2020, 07:55h
  • So lange Rollen von trans Charakteren fast ausschließlich mit cis Personen besetzt werden und Hauptrollen, die nur in zweiter Linie etwas mit trans* zu tun haben, d. h. Durchschnittsjob aber trans*Hintergrund, im Mainstream nich nicht aufgetaucht sind, wird sich bei 0.6% Bevölkerungsanteil nichts ändern.
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#2 Ralph
  • 26.11.2020, 10:13h
  • 25% Migrationshintergrund erreicht man aber nur, wenn man in Deutschland geborene Deutsche mit deutscher Muttersprache mitzählt, bloß weil ein Elternteil im Ausland geboren ist. Danach sind meine fünf Enkelkinder alle Menschen mit Migrationshintergrund (drei mit australischer Mutter, zwei mit madagassischem Vater). Alles im Lande geborene Muttersprachler. Mag ja statistisch darstellbar sein, entspricht aber nicht der Lebenswirklichkeit. Idiotisch, wenn in der Schule geforscht wird, wie die in die deutsche Gesellschaft integriert sind und wie gut sie die deutsche Sprache beherrschen.
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#3 audeasAnonym
#4 TheDadProfil
  • 28.11.2020, 15:07hHannover
  • Antwort auf #1 von Petra Weitzel dgti
  • Im Artikel heißt es :
    "" "Im Genderbereich streben wir 50 Prozent an, bei Menschen mit Migrationshintergrund 25 Prozent, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht" ""..

    Wenn man nun anfängt alle Rollen mit Darstellenden zu besetzen die sie auch in ihrem wahrem Leben einnehmen..

    Inwiefern würde sich dann der von Dir angesprochene Anteil von "0.6% Bevölkerungsanteil" verändern ?

    Bei der Fülle der Produktionen die es allein hier in der BRD gibt würde wohl nach der Idee der UFA bald jeder Zehnte Trans*Mensch irgendeine Rolle in irgendeiner Produktion erhalten..
    Zumindest was dann die UFA angeht..
    Dagegen ist dann auch gar nicht einzuwenden..

    Doch damit änderte sich was die Gesellschaft betrifft GAR NICHTS..
    Weder der Bevölkerungsanteil würde ansteigen, noch würde sich irgendetwas anderes ändern..

    Du kannst dann Deinen Satz bitte noch mal konkretisieren, denn so wie er dort steht führt er ganz sicher zu Missverständnissen..
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#5 TheDadProfil
  • 28.11.2020, 15:22hHannover
  • Antwort auf #2 von Ralph
  • Muttersprache hat mit Migrationshintergrund nichts zu tun..
    Völlig anders als das vermeintliche "Vaterland", welches dann auch "Identitätsstiftende" Wirkungen entfaltet, und bisweilen absurde Stilblüten zeitigt..

    Denn wenn dir so wie mir Menschen begegnen die man landläufig als
    "menschen der dritten oder vierten generation"
    bezeichnet, die dir dann offenbaren, sie empfänden sich als "im Exil" lebend, und das obwohl man weiß, schon deren Groß- oder Urgroßeltern sind freiwillig in die BRD eingewandert, dann fragt man sich in welchem Film der Candid Camera man gerade zum Darsteller degradiert wird..

    "Migrationshintergrund" ist ein negativ konnotierter Begriff den die Politik schon vor langer Zeit okkupiert hat, und überwiegend zur Spaltung der Gesellschaft nutzt..
    Mir ist vollständig egal woher jemand stammt, oder wer seine Vorfahren sind, selbst die Ideen, die sich mit einem solchem "Leben in der Diaspora" verbinden sind zumeist einfach irrelevant..

    Wenn Schule nachschaut wer die vorherrschende Amtssprache hier beherrscht, dann hat das vor allem damit zu tun was man tun muß um Defizite zu vermeiden, oder wie sie bestenfalls auszugleichen sind..
    So soll es jedenfalls sein..
    Doch die Erfahrungen die man damit machen kann sind immer noch andere, da gebe ich Dir Recht..
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#6 Homonklin_NZAnonym
  • 28.11.2020, 21:39h
  • Antwort auf #5 von TheDad
  • Dazu hätte mich mal interessiert, ab welcher Generation oder welchem spezifischen Ereignis Jemand in D eigentlich als "Mensch deutscher Nationalität" anerkannt wird.
    Nicht nur in meiner Ahnengalerie gab es "andere Stammanteile" zur Zeit der Ur-Urgroßeltern.

    Geht man etwas weiter zurück, stammen die meisten Vorfahren von Völkern ab, deren Spuren sich in den mittel- und südrussischen Steppen verlieren. Die Zusammensetzung des genetischen Mischverhältnisses variiert etwas, aber es gibt kaum Menschen, die nach der Out-of-Africa-Migration recenter Homo sapiens praktisch immer auf D-Gebiet beheimatet waren.

    Warum ist das in D eigentlich so irre bedeutsam?

    Mir hat man mal gesagt, sobald Jemand eine deutsche I.D. führt, was in etwa Permanent Resident nahe gereichen müsste, sei man auch ein Deutscher. Mit Migrationshintergrund müsste man das dann doch ebengleich sein, sobald man Personalausweis führt(?)

    Und im Film müssten es Personen mit Migrationshintergrund einfacher haben, weil die ganz oft einen höheren kreativen Quotienten mitbringen. Aufgefallen ist das bei euch immer an Musikschaffenden, sogar in früheren deutschen Chanson-Bereich etwa.
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#7 RichtigstellungAnonym
#8 TheDadProfil
  • 30.11.2020, 12:06hHannover
  • Antwort auf #6 von Homonklin_NZ
  • ""Dazu hätte mich mal interessiert, ab welcher Generation oder welchem spezifischen Ereignis Jemand in D eigentlich als "Mensch deutscher Nationalität" anerkannt wird.""..

    Dazu gibt es je nach Landkreis oder Bundesland ganz sicher unterschiedliche Auffassungen, denn in manchen Gegenden dauert es Jahrhunderte bis die "Zu´grasten" als Einheimische angesehen werden, und eine "generelle Ansicht der BRD" läßt sich hier ebenso wenig greifen und fassen wie das Gegenteil..

    Wer Menschen als Menschen sieht den interessieren Herkunft und Wurzeln als Detail, als interessante Geschichten aus dem Leben des Nachbarn und Mitmenschen, aber nicht als "Charakter-Merkmal" mit denen man sie in Schubladen steckt, und mit diesen Schubladen Zugänge zu Ressourcen wie Bildung und Teilhabe verteilt, frei nach dem Gusto so Mancher die dann sagen
    "mein gymnasium ist migrationsfrei",
    um eine vermeintliche Bildung im Sinne von Schaffen und Erhalten von Eliten bloß nicht zu stören..

    Hier in Hannover gibt es ein solches Gymnasium
    (in vielen anderen Städten sicher auch)
    auf dem man "migrationshintergrund" nur als Kennzeichen von Diplomatenkindern oder dem Nachwuchs von Professoren oder Wirtschaftsbossen wahrnehmen kann, der Nachwuchs von "Ali Kümmeltürke"
    (um mal ein Bild eines Songs von Boots zu verwenden)
    findet dort nicht statt..
    So sieht dann der Rassismus der Bourgeoisie aus, der wie selbstverständlich im Reformhaus einkauft, die Fairtrade-Produkte im Jutebeutel in den Kofferraum des SUV verstaut, und sich für den Gipfel der Evolution erachtet..

    ""Mir hat man mal gesagt, sobald Jemand eine deutsche I.D. führt, was in etwa Permanent Resident nahe gereichen müsste, sei man auch ein Deutscher.""..

    Das GG sagt dazu
    "deutscher ist wer hier ständig wohnt"..
    Das Abstammungsrecht schränkt dort deutlicher ein, denn dort ist automatisch Deutscher wer einen "Deutschen Vater" hat, wer aber nur eine "Deutsche Mutter" aufzuweisen hat ist schon deutlich der Gearschte..

    Faktisch ist auch jede*r ersteinmal Deutsch wer hier geboren wurde, unabhängig von der Herkunft der Eltern..
    Doch diese Menschen müssen sich dann je nach Herkunft auch eines Tages für die Eine oder Andere Staatsangehörigkeit entscheiden, so etwa Nachkommen deren direkte Vorfahren aus der Türkei stammen, denn erst bei den Enkeln hört dieser Unfug dann auf wenn die Kinder sich aktiv zu "Deutsch-Sein" entschieden haben..

    ""Mit Migrationshintergrund müsste man das dann doch ebengleich sein, sobald man Personalausweis führt(?)""..

    Nöö..
    Denn "Migrationshintergrund" hört ja nicht mit der Annahme oder Änderung von Papieren einfach so auf..
    Er bleibt für immer Teil des Lebens..

    Aber er ist eben kein Teil welcher irgendwen dazu berechtigte jemanden aufgrund diese "Hintergrundes" mit einem Makel oder gar Stigma zu belegen und entsprechend diskriminierend zu behandeln..

    Bloß das kapiert diese Gesellschaft, die sich in großen Teilen von der Sprache der "AFD" und anderen Ideologen beeindrucken läßt bis Heute nicht, denn sie hat sich im Grunde genommen von der Herrenmenschen-Ideologie der Nazis nicht wirklich weit entfernt, und denkt immer noch absurden Unfug, und läßt diesen sogar im Parlament unwidersprochen stehen..
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