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Kommentare zu:
"Menschen mit HIV überlegen sich immer noch sehr gut, wo und wann sie ihren Status offenlegen"


#1 Homonklin_NZAnonym
  • 27.11.2020, 13:44h
  • Nachvollziehen kann man die Vorsicht doch auch als Negativer. Erreichbar lassen würde ich das auch nur Leuten, die es wissen müssen, um sich an der Behandlung von mir in dem Fall entsprechend schützen zu können. Arzt, Sanitäter, Feuerwehrler, Polizisten, Pflegekräfte ect.
    Ansonsten fällt das doch nur dann ins Notwendige, sollte man sich verlieben und es wird irgendwie was Gemeinsames draus.

    Das gilt aber ebenso für alles andere, das potenziell übertragbar ist und wo das bei entsprechender Vorkehrung vermieden werden kann, es ist halt bei sowas weniger einfach als zu sagen, bitte kommen Sie nicht nahe, ich bin erkältet und will es Ihnen nicht verpassen.
    Nun ist das bei HIV noch nicht mal so einfach, aber ich habe es schon erlebt, dass Leute mit Jemand noch nicht mal aus demselben Limo-Glas trinken wollten, von dem sie es wussten.

    Mit der Orientierung bin ich allerdings noch um Längen vorsichtiger, denn damit kann man sich den Faden zum Umfeld praktisch selber abschneiden, und lädt Ablehnung und Diskriminierung, Stigmatisierung naiv und blauäugig zum Haupttor ein. Die Erfahrung habe ich nun wirklich häufig genug gemacht, in jungdoofen Jahren.
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#2 NachfrageAnonym
#3 NicksiAnonym
  • 27.11.2020, 15:00h
  • Antwort auf #2 von Nachfrage
  • Naja die kommen zum Beispiel häufiger in die Situation erste Hilfe leisten zu müssen als die Durchschnittsbevölkerung.

    Sind Notarzt und die Sanitäter noch nicht da, Polizei oder Feuerwehr aber schon, werden diese auch am Verletzten eingesetzt denke ich mal. Im Notfall kann es schließlich um Minuten/ Sekunden gehen.
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#4 NachfrageAnonym
#5 Ralph
  • 27.11.2020, 15:39h
  • Überlegen wir: Bindet jeder Diabetiker jedem anderen Menschen auf die Nase, dass er Diabetiker ist? Jeder HIV-Positive muss selbst entscheiden, ob es aus seiner Sicht sinnvoll ist, bestimmte Personen zu unterrichten, z.B. den Zahnarzt. Das hat nichts mit Angst vor Diskriminierung zu tun, sondern ganz einfach mit der Wahrung der Intimsphäre, zu der der Gesundheitszustand gehört.
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#6 LupdejuppAnonym
#7 TheDadProfil
  • 27.11.2020, 20:14hHannover
  • Antwort auf #2 von Nachfrage
  • ""Mir fällt keine dienstliche Situation ein, in der sich Feuerwehr und Polizei vor einer HIV-Infektion besonders schützen müssen. Außer, sie ficken im Dienst.""..

    Solche Situationen gibt es definitiv immer wieder..

    ""Sind Notarzt und die Sanitäter noch nicht da, Polizei oder Feuerwehr aber schon,""..

    Denn in sehr vielen Gemeinden und Städten stellt die Feuerwehr die Rettungswagen inklusive des Personals..

    ""Wer erste Hilfe so leistet, dass dabei ein HIV-Infektionsrisiko entsteht, braucht dringend eine Nachschulung.""..

    Wer denkt er könnte alles, und hätte jede Situation im Griff und könnte dabei jede Gefährdung ausschließen kann dann gleich auch zu dieser Nachschulung mitgehen !

    Die werden überall angeboten, auch bei der Feuerwehr..
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#8 N8EngelProfil
  • 27.11.2020, 22:14hWenden
  • Ich lese immer, das sich Leute überlegen sich zu outen. ok, wass ich bin, erkläre ich nicht jedem, aber, das ich zwischen meinem 12. und 30. Lebensjahr Testosteron bekommen habe, sieht man mir an, und es ist oft jemand bei, der bemerkt das ich nicht ganz die Frau bin, die ich darstelle. Ich habe bereits mehrfach die Beschimpfung "HIV-Schleuder" zu hören bekommen, obwohl ich vor 3 Jahren noch definitv HIV Negativ war und keinen Grund kenne, weshalb sich das seither geändert haben sollte. Meine Kondome stammen noch von Schlecker, vor dem nächsten Sex sollte ich mir also neue besorgen. Fakten interessieren nunmal nicht.
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#9 Homonklin_NZAnonym
  • 28.11.2020, 07:29h
  • Antwort auf #2 von Nachfrage
  • Das kommt vermutlich daher, dass Du von dem Berufsfeld ein eher unvollständiges Bild hast. Sie sind öfter die Ersten, die bei Notfällen Hilfe leisten müssen, und nicht nur in solchem Zusammenhang können sie mit Blut und Sekretionen in Kontakt kommen.
    Etwa als Polizist auch während eines Einsatzes, denk mal dran, wie häufig die mit Leuten aus dem Drogenkonsumenten-Bereich Umgang haben, mit Leuten, die nicht ganz klar im Gemüt sind oder aggressiv werden, auch nur bei Kontrollen, oder wenn irgend einer plötzlich ausrastet. Vielleicht hast Du davon gehört, wie häufig die grundlos angegriffen werden. Sogar Feuerwehrleute berichten darüber, allgemein die Rettungsberufler. Feuerwehrler übernehmen ziemlich viele Krankentransporte. Alle diese Leute möchten natürlich lieber früher wissen, was für realen Risiken sie gegenüber treten. Das hat da keinen zwielichtigen Grund.
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#10 Homonklin_NZAnonym
#11 NachfrageAnonym
  • 28.11.2020, 11:53h
  • Antwort auf #9 von Homonklin_NZ
  • 1. Beim Leisten erster Hilfe sollte man generell vermeiden, eine blutende Person ohne Handschuhe anzufassen. Selbst ohne Handschuhe müssten schon ziemlich viele Ausnahmesituationen eintreten, um tatsächlich eine ausreichende Menge infiziertes Blut in den eigenen Körper zu bekommen. Mir ist also immer noch nicht klar, wie genau eine helfende Person ihr Verhalten ändern sollte, wenn sie weiß, dass die andere Person HIV hat. Soll sie noch ein zweites Paar Handschuhe drüberziehen?

    2. Die Personen, die den Helfenden sagen könnten, dass HIV vorliegt, müssen das erst einmal selbst wissen. Wenn sie es wissen, stehen sie meistens unter Medikation, was meines Wissend auch eine Infektion durch Blut ausschließt. Unwissentlich Infizierte, bei denen im extremen Ausnahmefall eine Infektion möglich wäre, können logischerweise auch die Helfenden nicht informieren.

    3. Personen, die Polizei und Feuerwehr angreifen, weil sie verwirrt und / oder aggressiv sind, werden in der Regel vorher nicht artig über ihre HIV-Infektion aufklären. Da stellt sich die Verantwortungsfrage in dieser Form eh nicht. Auch hier müssen Helfende sich sowieso in JEDEM Fall schützen.
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#12 NachfrageAnonym
#13 ConradWAnonym
  • 28.11.2020, 15:39h
  • In den USA bei derzeit ca 1,1 Mio Menschen mit HIV gab es im Zeitraum 1985 - 2013 nur 58 als Arbeitsunfall dokumentierte Übertragungen im Gesundheitsbereich. Bei dem letzten singulären Fall handelte es sich um eine Stichverletzung mit hoch infektiösem Material in einem Labor 2008. Alle andere Fälle lagen vor 1999 vor der breiten Verfügbarkeit von HAART. Es gab keinen einzigen Fall in der Gruppe der Paramedics/Sanitäter. Dazu noch 150 mögliche, aber nicht vorschriftsmäßig dokumentierte Fälle, darunter finden sich 6 Sanitäter.

    Angesichts dieser Zahlen, der weiten Diskriminierung HIV positiver Menschen und der allgemein Unwissenheit selbst im Gesundheitsbereich zu den praktisch nicht existenten Übertragungsrisiken, solange nur allgemeine Hygieneschutzmaßnahmen eingehalten werden, dürfte eine Vorabmitteilung des HIV+ Status in Notfallsituationen wohl kontraproduktiv erscheinen und höchstens eine nachträgliche Bekanntgabe angebracht sein, falls denn die Umstände eine PEP überhaupt sinnvoll erscheinen lassen. Doch etwaige Untersuchungen zur PEP-Indikation müssten bei Stichverletzungen oder direktem Schleimhautkontakt mit möglicherweise kontaminierten Blut, unabhängig vom Wissensstand der Betroffenen über ihren HIV Status sowieso eingeleitet werden.

    CDC Notes from the Field: Occupationally Acquired HIV Infection Among Health Care Workers United States, 19852013

    www.cdc.gov/mmwr/preview/mmwrhtml/mm6353a4.htm
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