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Neue Zahlen

Berlin: 18 Prozent weniger LGBTI-feindliche Hasskriminalität

Kurz vor der Verleihung des Respektpreises meldet die Polizei weniger Übergriffe gegen LGBTI in der Bundeshauptstadt.


Die Berliner Polizei engagiert sich im Kampf gegen Homo- und Transphobie (Bild: cocoparisienne / pixabay)

Die Anzahl der in den ersten zehn Monaten vom Kriminalpolizeilichen Meldedienst Berlins erfassten Fälle von Taten gegen sexuelle Minderheiten ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 18 Prozent zurückgegangen. Das gab die Hauptstadtpolizei am Montag bekannt. Diese Zahl ist vorläufig, abschließende Fallzahlen liegen erst mit dem bundesweiten Statistikschluss am 31. Januar 2021 vor.

Die Tatorte befänden sich vorwiegend in den Bezirken Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg. Die Aufklärungsquote der angezeigten Taten für den genannten Zeitraum liege bei 50 Prozent und ist somit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozentpunkte gesunken. Die Ermittlungen dauerten in Teilen jedoch noch an.

Anlässlich der Zahlen appellierte die Polizei an die Bevölkerung: "Wie auch bei anderen Straftaten gilt, dass jeder Hinweis zählt: Das Mitwirken von Zeuginnen und Zeugen im Strafverfahren kann entscheidend sein, um Tatverdächtige zu ermitteln und eine konsequente Strafverfolgung gewährleistet zu können."

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in ihren Berichten publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. Außerdem ist die Polizei Berlin Gründungsmitglied des 2009 ins Leben gerufenen Bündnisses gegen Homophobie, dem mittlerweile über 100 Unternehmen, Organisationen und Vereinigungen aus Berlin angehören. Ziel des auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg entstandenen Zusammenschlusses ist es, gemeinsam ein klares Zeichen gegen Homosexuellenfeindlichkeit, Diskriminierung und Gewalt zu setzen.

Wie in den Vorjahren beteiligt sich die Polizei auch an der jährlichen Verleihung des Respektpreises, mit dem das herausragende Engagement von Personen oder Einrichtungen für LGBTI-Akzeptanz gewürdigt wird. Die Verleihung findet am Donnerstag statt – dieses Mal coronabedingt virtuell. Nominiert sind der Förderverein Gutshaus Mahlsdorf mit dem Gründerzeitmuseum, Keshet Deutschland, das SchwuZ und der Sportverein Rot-Weiß Viktoria Mitte 08 (queer.de berichtete).

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"Liebe ist frei"

In diesem Jahr wurde außerdem die berlinweite Bündniskampagne gegen Hasskriminalität und häusliche Gewalt mit den Hashtags "Reden ist Gold" und "Liebe ist frei" auch über die Social-Media-Kanäle der Polizei Berlin beworben. Neben der allgemeinen Sensibilisierung für homo- und transphobe Straftaten sollten im Speziellen die Internetwache, aber auch das weniger bekannte Deliktsfeld der Zwangsverheiratung, bekannter gemacht werden, so die Polizei.

Twitter / PolizeiBerlin_P

Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik verspracht der Community, weiter gegen homo- und transphobe Gewalt vorzugehen: "Der Hashtag der diesjährigen Bündniskampagne 'Reden ist Gold' gilt für uns als Polizei Berlin in besonderer Hinsicht: Wir schauen genau hin und wir ermitteln mit allen verfügbaren Ressourcen, wenn wir menschenverachtende Straftaten auftun oder sie uns gemeldet werden". Durch spezialisierte Opferhilfe, Sozialarbeit sowie behördenübergreifende Projekte und Kampagnen wolle man Opfer stärken, Tatverdächtige ermitteln und "vor allem Sichtbarkeit schaffen".

Der scheidende LSVD-Landeschef Jörg Steinert ergänzte, dass Homophobie und Transphobie nicht nur ein Problem für Betroffene, sondern "schwerwiegende gesellschaftliche Probleme" seien. Daher wolle der LSVD "die gute Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei weiter ausbauen". Der im Oktober dieses Jahres ins Leben gerufene Runde Tisch zu Hasskriminalität und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit biete hierfür eine wichtige Grundlage. (pm/cw)



#1 LupdejuppAnonym
  • 30.11.2020, 11:07h
  • Ich schieß mal aus dem blauen, aber:

    Aufgrund Corona werden wohl sämtliche Straftaten im öffentlichen Raum rückgängig sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FinnAnonym
  • 30.11.2020, 11:27h
  • Da sieht man wieder mal, dass alleine schon das Problembewusstsein viel verändert.

    Dadurch dass die Berliner Polizei LGBTI-feindliche Straftaten dankenswerterweise schon seit Jahren separat ausweist, wird in der Bevölkerung, bei Anwohnern, Geschäftsleuten, etc. Bewusstsein geschaffen und Diskussionen darüber losgetreten.

    Alleine das kann schon die Zahl der Übergriffe senken.

    Deswegen wäre es ja auch so wichtig, solche verlässlichen Zahlen bundesweit zu haben. Mal ganz abgesehen davon, dass man auch wissen sollte, wie groß das Problem überhaupt ist, ob es regionale Häufungen gibt, ob typische Täterstrukturen identifizierbar sind, etc.

    Aber eine bundesweite, verpflichtende Erfassung wird ja seit Jahren von Union und SPD bundesweit blockiert.
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#3 gastAnonym
  • 30.11.2020, 12:55h
  • Hallo! Bitte ernsthaft! WER soll das glauben, wenn die Realität auf den Straßen dir das Gegenteil beweist?
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#4 LupdejuppAnonym
#5 AthreusProfil
  • 30.11.2020, 13:50hSÜW
  • Eine Zahl ist nur von Wert ist, wenn man sie in Relation setzen kann. Leider fehlen mir hier viel zu viele Informationen für einen Erkenntnisgewinn.

    Wie hoch sind die absoluten Zahlen? Wie hoch ist die Dunkelziffer, also Taten die aus Scham oder Angst nie zur Anzeige gebracht wurden? Wie groß ist der Anteil der Polizei, dass die Scham oder Angst eine Anzeige verhindert? Wie groß fällt der Unterschied zu anderer Hasskriminalität aus, die sich etwa gegen religiöse Minderheiten wie Juden richtet? Der Vergleich zu anderen Bundesländern kann aufgrund fehlender Erfassung erst gar nicht gezogen werden! Welche Motivationen liegen dieser Hasskriminalität zugrunde und wie groß unterscheidet sich etwa Religion von Rechtsradikalismus als Antrieb in den absoluten Zahlen?
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#6 PascalleAnonym
  • 30.11.2020, 14:48h
  • Antwort auf #2 von Finn
  • Sorry, aber ich stimme da eher Kommentar nr. 1 zu:

    Wenn auf den Straßen generell weniger los ist, kommt es natürlich auch zu weniger Gewalt.

    alleine schon, dass die Leute nicht mehr abends in Kneißen und Clubs trinken und dann auf dem Heimweg rumprollen, sondern sich dann eher zuhause den Alkohol reinknallen und dann gleich ins Bett fallen, wird schon viel Unterschied machen.

    Ich glaube, dass solche Zahlen zu Cornoa zeiten wenig Aussagekraft haben. Da muss man schon warten, bis corona vorbei ist und dann nochmal neue erheben.
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#7 michael hnkAnonym
  • 30.11.2020, 18:04h
  • Antwort auf #1 von Lupdejupp
  • Das stimmt gewiss in Bezug auf Gewaltverbrechen, Hasskriminalität, Eigentumsdelikte, usw. im physisch-öffentlichen Raum. Im digitalen öffentlichen Raum aber dürfte Corona eher einen umgekehrten Effekt haben, sowohl was Hate Speech als auch die ganze Palette betrügerisch motivierter Cyberkriminalität angeht. Wäre mal interessant eine Studie darüber zu lesen, wie sich kriminelles Verhalten in Lockdown-Zeiten verlagert.
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#8 lindener1966Profil