Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?37638

Nach Treffen via Datingportal

Mann wegen Mordes an behindertem Bisexuellen vor Gericht

Die Staatsanwaltschaft Kempten ist sicher: Der Angeklagte hatte über eine Gay-Plattform Kontakt zu seinem Opfer hergestellt.


Ein 29-Jähriger soll einen 50-Jährigen via Datingportal kennengelernt und später in dessen Wohnung getötet haben – jetzt muss das Landgericht Kempten entscheiden (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)

Weil er sein hilfloses Opfer gefesselt und geknebelt nach einem Diebstahl liegen gelassen und damit dessen Tod verursacht haben soll, muss sich seit Montag der 29-jährige Karam A. wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Landgericht Kempten (Allgäu) verantworten. Für den Angeklagten sei absehbar gewesen, dass der überfallene 50-jährige Mann ersticken würde, erklärte die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Das Opfer hatte den mutmaßlichen Mörder über ein Kontaktportal für schwule und bisexuelle Männer kennengelernt und in seine Wohnung in Kaufbeuren eingeladen.

Ursprünglich sollte ein weiterer Mann wegen gemeinschaftlichen Mordes mit vor Gericht, dieser nahm sich in Untersuchungshaft aber das Leben. Dieser Mann betreute das spätere Opfer seit mehr als zwei Jahren über eine Nachbarschaftshilfe. Das Mordopfer litt an Diabetes, war herzkrank, fast vollkommen erblindet und wegen einer Teilamputation beider Füße stark in der Bewegung eingeschränkt.

Laut Staatsanwaltschaft unterhielt das bisexuelle Opfer trotz seiner Einschränkungen eine Vielzahl sexueller Kontakte. Bei der Kontaktanbahnung über das Internet ließ er sich von seinem Bekannten aus der Nachbarschaftshilfe helfen. Dieser wusste, dass der Mann auch Bargeld und Wertsachen in seiner Wohnung aufbewahrte. Er habe mit dem nun Angeklagten den Plan ausgeheckt, über ein gefälschtes Profil im Internet Kontakt zu dem Mann für ein vermeintliches Sextreffen anzubahnen und diesen dann tatsächlich zu überfallen.

Während der Bekannte im Auto wartete, überwältigte laut Anklage Karam A. nach dem Eintreffen zu dem angeblichen Date sein argloses Opfer. Obwohl er habe erkennen müssen, dass der Mann sterben werde, habe A. ihn hilflos hinterlassen. Das Opfer erstickte an seiner eigenen Zahnprothese. Der mutmaßliche Täter entkam laut Staatsanwaltschaft mit 3.500 Euro Bargeld, Schmuckstücken und Münzen, die er mit seinem Komplizen aufteilte. Mit vor Gericht steht ein Mann, der einen Teil der Beute aufbewahrt hatte und deshalb nun wegen Hehlerei angeklagt ist.

Für den Prozess hat das Landgericht drei Verhandlungstage angesetzt. Damit könnte ein Urteil am 3. Dezember fallen. Dem Hauptangeklagten droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. (AFP/cw)



#1 Homobklin_NZAnonym
  • 30.11.2020, 14:24h
  • Selten von sowas kaltschnäuzig, fies Berechnendem in dem Bereich gelesen. Der eine, der ihn betreute, scoutete wohl auch aus Habgier vorher aus, was es zu holen gibt, und das Opfer war ihnen scheißegal.

    Diese Dating-Plattformen scheinen irgendwie der Kontakt-Hub schlechthin für sowas zu sein. Immer wieder kommt da irgendwas vor. Schwer verständlich bleibt aber auch der Leichtsinn der Opfer.
  • Antworten » | Direktlink »